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1:0-Sieg gegen Frankfurt Maxi Beier - Volltreffer als Schienenersatz

Sport

Wenn in Dortmund von "Mr. 1:0" die Rede ist, dann wird über einen gesprochen, der inzwischen in den USA bei LA Galaxy spielt. Marco Reus, auch ohne Meistertitel eine Vereinslegende, erzielte allein in der Bundesliga 47-mal das 1:0 für die Borussia aus seiner Geburtsstadt.

Von Reus’ Standing, den Einsätzen und Toren im schwarz-gelben Trikot ist Maximilian Beier noch so weit entfernt wie Dortmund von Los Angeles.

1:0 in Stuttgart, 1:0 gegen Frankfurt

Aber immerhin: Beier schoss in der Partie beim VfB Stuttgart das einzige Tor, das den letzten Sieg vor der Länderspielpause brachte, und er schoss auch am Samstag gegen Eintracht Frankfurt das einzige Tor zum ersten Sieg in der Bundesliga nach der Länderspielpause.

In Stuttgart hatte Beier in der 70. Minute getroffen, gegen die Eintracht lief die 80. Minute, als der Schuss aus 18 Metern wunderschön in der rechten oberen Ecke einschlug. Das Tor beim VfB war das früheste der vergangenen sechs, die Dortmund in der Bundesliga erzielte.

Immer wieder späte Tore

"Dran glauben", antwortete Beier gewohnt knapp auf die Frage, wie er diese auffällige Häufung der späten Tore erklärt. Anders als beim 0:0 bei Union Berlin eine Woche zuvor, als Beier die einzige gute Chance des BVB vergab, hatten die Dortmunder dieses Mal einige davon, und es hätte sehr gut auch ein sehr frühes Tor geben können, etwa durch Torjäger Serhou Guirassy.

Aber es gab auch wieder diese zähen Phasen. Im zentralen Mittelfeld lief wenig zusammen, auch weil Felix Nmecha sich derzeit durch eine Formkrise schleppt.

Die sogenannten Schienenspieler, die aus der Dreierkette bei Ballbesitz des Gegners eine Fünferkette machen, fanden offensiv überhaupt nicht in die Spur. Julian Ryerson, der in der vergangenen Saison 15 Torvorlagen gab, wirkt überspielt. Nur eine seiner zehn Flanken kamen an, dem Norweger unterliefen mehrere technische Fehler.

Daniel Svensson auf der gegenüberliegenden linken Seite wirkte auch müde. Für ihn kam in der 68. Minute dann Beier ins Spiel, der Schienenersatz.

"Er versucht immer, egal, wo man ihn hinstellt, sein Maximum zu geben", sagte Trainer Niko Kovač, "das ist eben Maxi, ein sehr bescheidener junger Mann. Ich hoffe, dass er durch das Tor noch mehr Vertrauen bekommt."

Flexibilität als Problem

Das Lob für den jungen Mann, der gerade 24 Jahre alt geworden ist, zeigt auch ein kleines Problem des jungen Mannes auf, der 2024 von der TSG Hoffenheim nach Dortmund kam. Seitdem spielt er mal hier, mal da, mal links, mal rechts, mal in der Spitze, mal auf der Schiene.

Flexibilität ist gut, aber auf einer Position fester Bestandteil einer Mannschaft zu sein, garantiert mehr Einsätze.

Von der Spielanlage würden andere Mannschaften besser passen

Maximilian Beier ist am stärksten, wenn er das Tor des Gegners sieht und Raum vor sich hat. Dann kann er seine Schnelligkeit ausspielen, am Gegner vorbeiziehen und abschließen.

Wird es eng, macht ihm die verbesserungswürdige Technik manchmal einen Strich durch die Rechnung. Insofern gäbe es Mannschaften, die von der Spielanlage her besser zu Beier passen würden. Aber die stehen halt nicht so weit oben in der Tabelle und sind auch nicht in der Champions League vertreten.

Bewerbung bei Klopp

In der europäischen Eliteliga schoss Beier in 24 Spielen zwei Tore und gab zwei Vorlagen. In der Bundesliga sind die Quoten mit 19 Toren und 15 Assists in 68 Partien für den BVB deutlich besser. Für eine Nominierung des neuen Bundestrainers hatten die Leistungen nicht gereicht.

Jürgen Klopp, der am Samstag im Dortmunder Stadion war, verzichtete auf Beier, obwohl er zwei Kader für seine ersten Länderspiele berufen hatte. "Vielleicht hat er sich mit diesem Tor auch ein bisschen bewerben können", machte Kovač seinem Spieler Mut.

Aber die Schienenspieler, die gibt es im System von Klopp nicht, und auf den anderen Positionen gibt es große Konkurrenz, oft von Spezialisten. Beier müsste vermutlich noch einige weitere Bewerbungen losschicken, am besten auf großer Bühne in der Champions League oder auch am kommenden Samstag.

Große Bühne am Samstag beim FC Bayern

Dann spielt der BVB beim FC Bayern München. Vor zwei Jahren holte Beier mit den Dortmundern einen Punkt beim Dauermeister. Er spielte als zweite Spitze neben Guirassy und traf - zum 1:0.

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