100 Arbeitsplätze betroffen: Landfleischerei Torney beantragt Insolvenz
Die Torney Landfleischerei Pripsleben hat Insolvenz angemeldet und will sich in Eigenverwaltung sanieren. Das Amtsgericht Neubrandenburg hat das Verfahren am 7. August 2026 angeordnet. Vom Gericht wurde der Neubrandenburger Rechtsanwalt Michael Busching, der bereits etliche Insolvenzen in der Region begleitet hat, als Sachwalter eingesetzt. Er überwacht das Verfahren. Verkaufsstellen sollen erhalten werden Ziel sei es, wirtschaftliche Altlasten zu ordnen und Arbeitsplätze sowie regionale Verkaufsstellen zu erhalten, sagte Busching am Freitag auf Nordkurier-Anfrage. Produktion, Auslieferung und Filialbetrieb sollen nach Unternehmensangaben weitergehen. Die Löhne der rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Bei der Eigenverwaltung führt die Geschäftsleitung den Betrieb fort, während der Sachwalter die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Vorgaben kontrolliert. Das Gericht lässt diesen Weg nur zu, wenn es die Sanierung als aussichtsreich bewertet. Unternehmen wurde 1993 gegründet Das in Pripsleben bei Altentreptow angesiedelte Unternehmen stellt seit 1993 Fleisch- und Wurstwaren sowie Feinkost her und vertreibt diese über Bedientheken im regionalen Lebensmitteleinzelhandel. Nach Firmenangaben belasteten zuletzt eine verhaltene Konsumstimmung und gestiegene Kosten die wirtschaftliche Entwicklung. Die Eigenverwaltung soll eine geordnete Bearbeitung der Verbindlichkeiten ermöglichen und die operative Substanz sichern. „Die Produktion ist ausgelastet“, wird Sanierer Michael Witt zitiert, der die operative Führung Ende Juli übernommen hat. Die bisherigen Geschäftsführer Hans-Dieter Gabel und Frank Wegner würden dem Unternehmen mit ihrer Erfahrung verbunden bleiben, hieß es. Zwei Optionen für Fortführung Für die Fortführung prüft das Unternehmen nach Buschings Angaben zwei Optionen: einen Insolvenzplan mit Eigenfortführung oder den Einstieg eines Investors. Die Entscheidung soll fallen, sobald belastbare Angebote vorliegen. In beiden Fällen bleibe es das Ziel, den Betrieb fortzuführen und Arbeitsplätze sowie Verkaufsstellen zu sichern. Für Kundinnen und Kunden soll sich nach Unternehmensangaben nichts ändern. Die Bedientheken bleiben geöffnet, die Belieferung läuft weiter. Wer weiterhin bei Torney einkauft, trage zum Erhalt der rund 100 Arbeitsplätze und der regionalen Verkaufsstellen bei, hieß es.