1000 Euro in 60 Sekunden weg: Diese Roaming-Rechnung trifft Familie im Thailand-Urlaub
Auf dem Weg in den Familienurlaub nach Thailand erlebt Nicolaas Van den Broek (48) laut dem belgischen Medium „HLN“ einen Schockmoment: Kaum gelandet, meldet der Mobilfunkanbieter Telenet auf dem Handy seiner Tochter bereits Roaming-Kosten von 1000 Euro für nur eine Minute Datennutzung. 1000 Euro für eine Minute: Familie in Thailand erlebt teuren Roaming-Schock Besonders ärgert den Familienvater, dass es vor der Kostenexplosion keine Warnhinweise gab, wie er es von früheren Auslandsreisen kennt. Telenet erklärt laut „HLN“, innerhalb von weniger als 60 Sekunden seien rund 100 Megabyte Daten verbraucht worden zu schnell für die automatische Benachrichtigung und Sperre. Nicolaas vertraut seiner Tochter und stellt sich die Frage: Warum gibt es keinen automatischen Stopp, der solche Beträge von vornherein verhindert? Selbst wenn ein Fehler vorläge, wären 1000 Euro für eine Minute nicht verhältnismäßig. Roaming-Schocks wie dieser sind kein Einzelfall. Nach Angaben von „HLN“ nahm die Zahl der Beschwerden über Roaming-Gebühren außerhalb der Europäischen Union im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent zu. Ein Kernproblem: Außerhalb der EU verlangen ausländische Netzbetreiber hohe Preise pro Megabyte, und die Datenabrechnung erfolgt zeitverzögert. Warn-SMS und Sperren kommen dann häufig erst, wenn der Schaden schon entstanden ist. ANZEIGE ANZEIGE Experte fordert klare Kostenobergrenzen Der zuständige Telekommunikations-Ombudsmann (eine unabhängige Vermittlungsstelle zwischen Kunden und Anbietern) kritisiert das System laut Bericht deutlich. Er kann nicht nachvollziehen, warum Mobilfunkunternehmen ihre Kunden im Ausland ohne wirksame Begrenzung ins offene Kostenrisiko laufen lassen. „Ich verstehe die Frustration“, betont er mit Blick auf den Fall der Familie. Nach seiner Einschätzung können private Haushalte trotz normalem Mobilfunkvertrag innerhalb von Sekunden Schulden in vierstelliger Höhe anhäufen. Um das zu verhindern, fordert er verbindliche Obergrenzen, die sich am regulären monatlichen Paketpreis orientieren. Erst solche Limits würden Familien auf Reisen zuverlässig vor ruinösen Roaming-Forderungen schützen. Typische Roaming-Fallen auch in Europas Urlaubsregionen Wie das Vergleichsportal Verivox beschreibt, besteht das Risiko teurer Roaming-Gebühren nicht nur bei Fernreisen nach Asien oder Amerika. Auch beliebte Ziele in der Nähe können zur Kostenfalle werden. Ein Beispiel sind die Dodekanes-Inseln in der Nähe der türkischen Küste: Dort wählt sich das Smartphone teils unbemerkt in den Mobilfunkmast eines Nicht-EU-Landes ein. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass auch Staaten wie Andorra oder Monaco nicht zur EU-Roaming-Zone zählen. Obwohl sie mitten in Europa liegen, gelten dort keine EU-Preisdeckel. Besonders heikel ist die Lage auf Schiffen: Mobiltelefone verbinden sich dort oft automatisch mit bordeigenen Satellitennetzen, bei denen sich die Gebühren ebenfalls innerhalb kurzer Zeit auf hohe Summen addieren können. Konkrete Schutzmaßnahmen vor teurem Daten-Roaming Damit Sie im Urlaub nicht von einer vierstelligen Roaming-Rechnung überrascht werden, empfehlen sich laut „Chip.de“ mehrere Vorsichtsmaßnahmen. Am sichersten ist es, Daten-Roaming und mobile Daten schon vor Reisebeginn komplett abzuschalten und unterwegs nur über geschützte WLAN-Netze der Unterkunft online zu gehen.