DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,10 % 64.547,92 Pkt 02:25:05 Gold +0,78 % 4.099,30 USD 02:30:06 Silber +2,26 % 59,98 USD 02:30:03 Brent -5,20 % 91,75 USD 02:30:03 WTI -5,41 % 84,48 USD 02:30:05 Bitcoin -0,41 % 65.067,21 USD 02:40:00 EUR/USD +0,27 % 1,14080 USD 02:39:24 EUR/GBP -0,09 % 0,85380 GBP 02:40:08 EUR/CHF -0,02 % 0,92910 CHF 02:40:07 EUR/JPY +0,10 % 186,567 JPY 02:40:08

11 Meter hoch, 400 Tonnen schwer: Größter Fusionsreaktor der Welt erreicht wichtigen Meilenstein

Wirtschaft

Ein Stahlkoloss von rund 400 Tonnen schwebt in die Montagegrube von ITER. Elf Meter hoch, mehr als sechs Meter breit – und trotzdem muss er so präzise passen wie ein Bauteil in einem Uhrwerk. Mit diesem letzten Modul ist eine entscheidende Bauphase des größten experimentellen Fusionsreaktors der Welt abgeschlossen. Warum dieser Aufwand? Im Inneren der Anlage soll später Plasma mit mehr als 100 Millionen Grad Celsius eingeschlossen werden. Neun solcher Module bilden dafür eine ringförmige Vakuumkammer mit rund 5.000 Tonnen Gesamtgewicht. Hyundai schließt wichtige Bauphase am ITER-Fusionsreaktor ab HD Hyundai Heavy Industries fertigte vier der neun Sektoren für die Vakuumkammer. Dazu gehört auch der zuletzt montierte Abschnitt. Der Konzern lieferte alle vier Bauteile bis 2024 nach Frankreich. Bevor ein Sektor in die zentrale Reaktorgrube gelangt, ergänzen Fachleute weitere Komponenten. Dazu zählen thermische Schutzschichten und supraleitende Magnete. Erst danach entsteht ein vollständiges Sektormodul. Die thermischen Schilde bremsen den Wärmetransport aus der Vakuumkammer. Das ist nötig, weil die supraleitenden Magnete bei extrem niedrigen Temperaturen arbeiten. Sie erzeugen später das Magnetfeld für den Einschluss des Plasmas. Der Tokamak besitzt eine ringförmige Bauweise. In seinem Inneren soll das heiße Plasma schweben, ohne die Wände zu berühren. Die Magnetfelder halten es auf Abstand und stabilisieren seine Bewegung. ANZEIGE ANZEIGE Riesige Stahlteile müssen exakt zusammenpassen „Obwohl jeder Sektor der Vakuumkammer eine 11,3 Meter hohe, 6,6 Meter breite und etwa 400 Tonnen schwere Großkonstruktion ist, verlangt er eine außergewöhnlich hohe Fertigungsgenauigkeit“, meldet HD Hyundai Heavy Industries. Nur so lassen sich die einzelnen Teile sauber miteinander verbinden. Bei der Produktion galten französische Regeln für nukleare Druckgeräte. Hinzu kamen internationale Standards der Nukleartechnik und technische Vorgaben der ITER-Organisation. Hyundai übertrug dafür Erfahrungen aus dem Schiffbau und dem Bau großer Offshore-Anlagen auf das Fusionsprojekt. Den ersten Auftrag erhielt das Unternehmen im Jahr 2010. Er umfasste zwei Sektoren aus dem südkoreanischen Lieferanteil. 2016 übernahm Hyundai zwei weitere Bauteile, die ursprünglich der Europäischen Union zugeteilt waren. Erfahrungen aus KSTAR fließen in ITER ein Der Konzern arbeitete bereits am südkoreanischen Forschungsreaktor KSTAR. Hyundai beteiligte sich an der Konstruktion der Hauptstruktur und fertigte die Vakuumkammer sowie den äußeren Kälteschutzbehälter. Die Anlage wurde 2007 fertiggestellt. „Die erfolgreiche Fertigung und Installation der ITER-Sektoren ist ein wichtiger Meilenstein“, sagte Won Kwang-shik, Senior Executive Vice President von HD Hyundai Heavy Industries. Sie belege die technische Leistungsfähigkeit der südkoreanischen Industrie und die Ergebnisse internationaler Zusammenarbeit. Am 22. Juli kamen rund 150 Vertreter aus Politik, Forschung und Industrie zum „KOREA-ITER Fusion Day“ in Cadarache zusammen. Dort informierten sie sich über den Baufortschritt und die Beiträge südkoreanischer Unternehmen. ITER entsteht als Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Union, Südkoreas, der USA, Japans, Chinas, Russlands und Indiens. Die Anlage soll erproben, ob sich Kernfusion technisch in großem Maßstab kontrollieren lässt. Von Anne Bajrica

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