11 Millionen Liter Wasser verloren, Schulen geschlossen - Bitcoin-Mining-Rechenzentrum steht jetzt vor Gericht
Ein massiver Wasseraustritt in einer Bitcoin-Mining-Anlage hat in der US-Kleinstadt El Reno für erhebliche Probleme gesorgt. Durch den Schaden an der Anlage flossen schätzungsweise drei Millionen Gallonen Wasser (etwa 11.356.229 Liter) unkontrolliert in den Boden. Diese enorme Wassermenge entspricht rund viereinhalb olympischen Schwimmbecken, wobei eines 2,5 Millionen Liter fasst. Wie das Fachportal „Tom's Hardware“ unter Berufung auf den Fernsehsender KOCO berichtet, beeinträchtigte die Überschwemmung die regionale Versorgung so stark, dass Schulen, Geschäfte und Behörden vorübergehend schließen mussten.
Missachtung behördlicher Auflagen über Jahre hinweg
Das Rechenzentrum des Betreibers Athlon Blockchain LLC hätte nach Angaben von „Tom's Hardware“ gar nicht laufen dürfen. Die Stadt hatte bereits im Jahr 2023 eine offizielle Einstellungsverfügung erlassen, da gravierende Mängel beim Brandschutz vorlagen und wichtige Genehmigungen abgelaufen waren. Die Verantwortlichen setzten den Betrieb des Standorts jedoch offenbar unerlaubt fort und brachten die Technik in Containern unter.
Stadt fordert finanzielle Entschädigung von Betreiber
Die Stadtverwaltung von El Reno kündigte als Konsequenz finanzielle Maßnahmen gegen das verantwortliche Unternehmen an. Die Kommunalverwaltung bereitet sich darauf vor, „die notwendigen rechtlichen Schritte einzuleiten, um alle Kosten und Ausgaben im Zusammenhang mit dem Wasserleck vom Eigentümer zurückzufordern, einschließlich der städtischen Ressourcen, die für die Lokalisierung und Behebung des Lecks aufgewendet wurden“. Die Stadt versichert laut dem Bericht von „Tom's Hardware“, dass die Kosten für den Wasserschaden auf dem Gelände nicht an die Bürger weitergegeben werden.
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Das sind die größten Rechenzentren der Welt
Der Wettlauf um immer größere Rechenzentren wird weltweit durch den KI-Boom beschleunigt. Das Ingenieurbüro GBC Engineers listet die größten Anlagen der Welt nach installierter Leistung in Megawatt (MW) auf:
China Telecom – Inner Mongolia Information Park (China, über 3000 MW)
The Citadel Campus (USA, rund 650 MW)
Stargate – Abilene Campus (USA, rund 400 bis 500 MW, im Bau)
Maiden NC Cluster (USA, rund 400 bis 500 MW)
Singapore / Johor Cluster (Singapur und Malaysia, rund 350 bis 500 MW)
Rechenzentren sollen in Deutschland weiter ausgebaut werden
In Deutschland gibt es derzeit laut dem Branchenverband Bitkom rund 2000 Rechenzentren mit einer IT-Leistung von mehr als 100 Kilowatt. Dazu gehören etwa 100 besonders große Rechenzentren mit mehr als fünf Megawatt Leistung. Sie stellen fast die Hälfte (48 Prozent) der gesamten Rechenleistung in Deutschland bereit.
Gleichzeitig soll ihre Leistung massiv wachsen: Bis 2030 will die Bundesregierung die Rechenzentrumskapazität nach Angaben des NDR nahezu verdoppeln, die Kapazitäten für KI sogar vervierfachen. Doch der Ausbau hat einen Haken: Rechenzentren benötigen je nach Größe und Kühltechnik teils große Mengen Wasser. Wie der NDR berichtet, könnte der Boom deshalb gerade in Regionen mit knapperen Grundwasserspeichern zu neuen Nutzungskonflikten führen.