DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,74 % 69.220,25 Pkt 08:30:01 Gold +0,29 % 4.450,10 USD 08:41:12 Silber +1,12 % 65,84 USD 08:41:10 Brent -0,16 % 88,38 USD 08:40:49 WTI -0,74 % 81,79 USD 08:41:22 Bitcoin +1,22 % 63.595,76 USD 08:51:20 EUR/USD +0,54 % 1,15970 USD 08:50:55 EUR/GBP +0,04 % 0,85520 GBP 08:51:24 EUR/CHF +0,12 % 0,94010 CHF 08:51:24 EUR/JPY +0,24 % 184,329 JPY 08:51:24

13 Filialen in Kaufland und Netto betroffen

Wirtschaft

Startseite Wirtschaft Traditionsfleischerei beantragt Insolvenz – Filialen in Kaufland und Netto betroffen Von: Marcel Reich Uns auf Google folgen Ein regional verwurzelter Fleischereibetrieb gerät unter Druck. Hohe Kosten und schwächere Nachfrage führen nun zur Insolvenz in Eigenverwaltung. München – Dreiunddreißig Jahre Fleischerhandwerk – und jetzt die Insolvenz. Die Torney Landfleischerei Pripsleben GmbH hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen aus Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern betreibt 13 Filialen in Kaufland- und Netto-Märkten. Rund 100 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze. Der Fall zeigt, wie stark der Kostendruck auf mittelständische Fleischereien in Ostdeutschland lastet. Torney Landfleischerei beantragt Insolvenz Den Insolvenzantrag hat das Unternehmen beim Amtsgericht Neubrandenburg gestellt. Als Sachwalter wurde Rechtsanwalt Michael Busching eingesetzt. Er begleitet die Geschäftsführung bei der Sanierung. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt. Das Unternehmen soll also nicht zerschlagen, sondern unter gerichtlicher Aufsicht neu aufgestellt werden. Rund 100 Mitarbeiter betroffen Für die Beschäftigten ist die Lage dennoch ernst. Rund 100 Mitarbeiter sind von dem Verfahren betroffen. Die Torney Landfleischerei ist in der Region seit Jahrzehnten bekannt. Öffentliche Register führen die Gesellschaft mit Sitz in Altentreptow; als Unternehmenszweck werden Herstellung, Vertrieb und Handel von Fleisch- und Wurstwaren genannt. Energiepreise und Mindestlohn belasten Betrieb Für die finanzielle Schieflage nennt Sachwalter Busching mehrere Gründe. Gestiegene Energiepreise haben die Betriebskosten belastet. Der gesetzliche Mindestlohn hat zusätzlich zur Kostensteigerung beigetragen. Dazu kommt eine schwächere Nachfrage. Die anhaltende Inflation drückt auf die Kaufbereitschaft der Verbraucher. Kunden greifen seltener zu teurem Fleisch „Die Leute haben einfach weniger Kohle in der Tasche. Das frische Rumpsteak an der Theke wird weniger gekauft“, sagte Busching gegenüber „Bild“. Diese Kombination aus steigenden Kosten und sinkenden Einnahmen hat das Unternehmen in die Krise geführt. Es sind Faktoren, die bereits andere Betriebe in die Insolvenz getrieben haben. Mittelständische Fleischereien stehen unter Druck Die Fleischbranche, besonders mittelständische Unternehmen in Ostdeutschland, steht seit Jahren unter Druck. Hohe Energie- und Personalkosten treffen auf preissensible Kunden, die angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten häufiger zu günstigeren Alternativen greifen. So zog beispielsweise die Halberstädter Konserven GmbH nach zwei überstandenen Insolvenzen im April die Reißleine. Investorensuche und Neuaufstellung geplant Trotz der Lage gibt sich Sachwalter Busching zuversichtlich. „Es ist ein Team an Bord, das sanieren kann. Die schauen jetzt, was zu machen und zu verändern ist, und ich sage, ob es richtig ist“, erklärte er. Das Unternehmen verfolgt nun zwei parallele Wege. Übernahme oder Sanierung aus eigener Kraft Busching beschreibt das Vorgehen so: „Zum einen werden nun Investoren gesucht, die sich für eine Übernahme oder ein Investment interessieren. Zum anderen wird versucht, das Unternehmen neu aufzustellen. Oder es wird eine Mischung aus beidem.“ Ein konkreter Zeitplan für die Investorensuche wurde bislang nicht genannt. Parallel dazu soll die Fleischerei strukturell neu ausgerichtet werden. Für die rund 100 Beschäftigten gibt es vorerst eine finanzielle Absicherung. Ihre Löhne sind für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Das verschafft dem Unternehmen und den Beschäftigten etwas Zeit. Ob alle Filialen und Arbeitsplätze erhalten werden können, ist jedoch offen. Unternehmerverbund nicht betroffen Die Torney Landfleischerei wurde vor 33 Jahren gegründet. Sie ist Teil des Torney-Unternehmerverbunds. Dieser ist von der Insolvenz nicht betroffen. Laut Firmenhomepage züchtet und mästet die Gruppe die Schweine und Rinder selbst. Auch das Futter stellt sie selbst her. Das Firmenmotto lautet: „Vom Stall in die Pfanne“. Insolvenz trifft regional verwurzelten Betrieb Gerade diese regionale Wertschöpfung macht den Fall bemerkenswert. Torney steht nicht für anonyme Massenware, sondern für ein Modell, das Erzeugung, Verarbeitung und Verkauf eng miteinander verbindet. Doch genau solche Betriebe geraten zunehmend zwischen die Fronten: Sie müssen höhere Energie-, Lohn- und Beschaffungskosten schultern, können diese aber nur begrenzt an Kunden weitergeben. Für die Landfleischerei beginnt nun der Versuch, ein traditionsreiches Geschäftsmodell in einer deutlich härteren Marktlage zu retten. (Quellen: Bild, Insolvenzbekanntmachungen, Amtsgericht Neubrandenburg, Bundesagentur für Arbeit, Unternehmensangaben Torney, OpenRegister) (mare)

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