13.000 feiern beim Sola-Festival in Kassel - auf eine D-Jane warten alle
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13.000 feiern beim Sola-Festival in Kassel – auf eine D-Jane warten alle
Von: Daria Neu
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Tausende Techno-Fans tanzten am Samstag auf der Karlswiese zu Szenegrößen wie Fritz Kalkbrenner und Reinier Zonneveld. Viele freuten sich auf D-Jane Novah aus Antwerpen.
Kassel – Wenn auf der Karlswiese Tausende Menschen zu den Bässen elektronischer Musik abgehen und es fast überall glitzert, ist Sola-Festival. Zwischen den Techno-Fans war vor allem in den ersten Reihen am Samstag kaum ein Zentimeter Platz, obwohl es diesmal nicht 15.000 Besucher, sondern um die 13.000 waren.
Unter den acht DJs, die auflegten, waren unter anderem Szenegrößen wie Fritz Kalkbrenner, Victor Ruiz und Reinier Zonneveld. Bei allen Künstlern stand offenbar aber eines im Vordergrund: loslassen und genießen. Fünf Erkenntnisse vom Festival.
1. Mehr ist mehr: Jeder kennt das Sprichwort „Weniger ist mehr“. Das kann man beim Sola-Festival absolut vergessen. Dort ist das genaue Gegenteil der Fall. Bunte Zöpfe, extravagante Sonnenbrillen, löchrige Strumpfhosen, Flügel, Leder – und auf alle Fälle jede Menge Glitzer machen das perfekte Techno-Outfit aus. Strasssteine im ganzen Gesicht tragen übrigens längst nicht nur die weiblichen Gäste. Dass alles erlaubt ist und nichts bewertet wird, macht einen Teil der besonderen Stimmung aus. Frei sein, feiern, wohlfühlen, darum geht es. Mehr ist mehr, das gilt auch bei der Musik: Wer es etwas härter mag, tanzt zu Hardgroove und Hard Tech bei 150 bis 180 Beats per Minute.
2. Zu Techno kann jeder tanzen. Zugegeben – bei manchen sieht es extrem leichtfüßig aus. Andere sind nicht ganz so wild unterwegs. Die Beats beim Sola machen es aber kaum möglich, nichts zu fühlen. Da reicht es schon, in verschiedenen Variationen von einem Bein aufs andere zu treten und hier und da mal die Arme in die Luft zu reißen. Niemand muss den Shuffle-Schritt wie Alina Gerlach in der ersten Reihe beherrschen, um mittendrin zu sein. Außerdem ist eh alles erlaubt, solange man einfach loslässt. Wer einfach nur mit dem Kopf wippt, tanzt eigentlich auch schon.
3. Gestresst ist niemand: „Geil“, „wunderschön“, „mega“ – auf die Frage, wie die Stimmung ist, gibt es meistens nur einsilbige Antworten. Die sind aber der Lautstärke und dem Drang, permanent zu tanzen, geschuldet. Gestresst scheint beim Sola-Festival so gut wie niemand zu sein. Das genießt auch Luana Käse: „Wir sind bisher jedes Mal dabei gewesen.“
4. Der barocke Garten kann auch anders: Das Festival lebt auch von seiner Kulisse und der besonderen Atmosphäre. Die stimmt auf der Karlswiese einfach. In einer großen, silbrigen Kugel spiegelt sich die Orangerie wider. Lichter, Dampf, große Luftballon-Wesen zwischen jahrhundertealten historischen Bauten – genau dieser Mix gehört zum Charakter des Festivals. Für Verärgerung hatte in den vergangenen Jahren der Müll auf der Wiese gesorgt, der während der Feierei hinterlassen wurde. „Dieses Jahr schon am frühen Sonntagvormittag alles vorbildlich sauber geräumt. Danke an die Organisatoren“, schreibt HNA-Leser Hans-Dieter Müller.
5. Viele warten auf eine Frau: Getanzt und gefeiert wird zu allen Künstlern. Zumal manche extra ein Zeitfenster für ihren Auftritt in Kassel freigeschaufelt hatten. Der Kalender eines DJs ist eng getaktet. Reinier Zonneveld wurde mit einem kleinen Helikopter eingeflogen. Wenn man unter den Gästen fragt, auf wen sie sich am meisten freuen, fällt aber vor allem ein Name: Novah.
„Wir freuen uns schon den ganzen Abend auf sie“, sagt Luna Mühlhausen im VIP-Bereich. Die aufstrebende D-Jane und Musikproduzentin aus dem belgischen Antwerpen macht sich gerade in der internationalen Hard-Techno- und Hard-Dance-Szene einen Namen.