Nach Schüssen in Ottensen: GdP fordert Prävention
Stand: 15.09.2026 10:15 Uhr
Nach den Schüssen auf einen 14-Jährigen in einem Kulturverein in Ottensen fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vom Senat ein neues Programm gegen Jugendkriminalität - mit einer klaren Botschaft an junge Menschen.
In der Friedensallee in Ottensen sind am Sonntagabend zwei Menschen verletzt worden. Ein 14-Jähriger wurde angeschossen, ein 20-Jähriger erlitt eine Stichverletzung. Nach Informationen von NDR Hamburg soll der Jugendliche an einem Bein getroffen worden sein. Dem zweiten Verletzten, einem 20-Jährigen, wurde ins Gesäß gestochen. Nach Angaben der Hamburger Polizei schwebt keiner der beiden in Lebensgefahr.
Mit dem Programm "Schnelles Geld, echter Preis" will jetzt die GdP jungen Menschen zeigen, wie kriminelle Banden neue Mitglieder anwerben und was Gewalt am Ende wirklich bedeuten kann: Haft, Schulden, schwere Verletzungen, manchmal sogar Tod. Ansetzen will die Gewerkschaft in Schulen, in der Jugendhilfe und in den sozialen Medien, dort, wo Jugendliche ihre Vorbilder finden.
Bundesweit 29 Taten in vier Wochen
Noch wisse niemand, was hinter der Tat in Ottensen stecke, sagt GdP-Chef Lars Osburg. Der Fall zeige aber, wie nah Schusswaffengewalt jungen Menschen inzwischen komme: "Wenn Waffen, Gewalt, schnelles Geld und kriminelle Macht als Zeichen von Erfolg inszeniert werden, dürfen wir das nicht achselzuckend hinnehmen." Nach einer eigenen Zählung der Gewerkschaft gab es bundesweit in vier Wochen mindestens 29 Taten mit scharfen Schüssen. Erst vor wenigen Tagen hatten Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in Hamburg zufällig eine geladene scharfe Schusswaffe bei einem Mann entdeckt.
Angriff im Kulturverein
Der 14-Jährige hielt sich kurz vor 22.30 Uhr in den Räumen eines Kulturvereins an der Ecke Friedensallee/Bergiusstraße auf, als zwei maskierte Männer auftauchten und mehrfach auf ihn schossen. Getroffen wurde er im Oberschenkel. Ein Notarzt versorgte ihn zunächst an der Einsatzstelle. Ein Rettungswagen brachte ihn danach ins Krankenhaus. Kurze Zeit später entdeckten Polizistinnen und Polizisten bei der Fahndung in der Friedensallee einen zweiten Verletzten, einen 20-Jährigen, ihm steckte noch ein Messer im Gesäß. Auch er soll sich nach bisherigen Erkenntnissen zur Tatzeit im Kulturverein aufgehalten haben. Rund um den Tatort fahndeten Polizistinnen und Polizisten nach dem oder den Tätern, jedoch ohne Erfolg.
Polizei vermutet Drogen als Hintergrund
Laut Polizei könnte ein vorangegangener Streit der Auslöser der Tat gewesen sein. Nach NDR-Informationen könnte es sich dabei auch um eine Auseinandersetzung im Drogenmilieu handeln. Das zuständige Kriminalkommissariat aus Altona hatte zunächst ermittelt und nach Zeuginnen und Zeugen gesucht, die sich unter (040) 4286-56789 melden sollen.