DAX +0,44 % 26.435,68 Pkt 15:45:52 MDAX -0,27 % 32.318,57 Pkt 15:45:52 Euro Stoxx 50 +0,55 % 6.571,82 Pkt 15:45:45 Dow Jones +0,28 % 54.188,47 Pkt 16:00:49 S&P 500 +0,06 % 7.762,48 Pkt 16:00:52 Nasdaq -0,44 % 26.572,42 Pkt 16:00:43 Nikkei +2,08 % 66.970,22 Pkt 08:45:03 Gold +2,08 % 4.452,50 USD 15:50:51 Silber +0,08 % 65,16 USD 15:50:51 Brent -0,96 % 86,88 USD 15:50:34 WTI -0,94 % 81,36 USD 15:50:51 Bitcoin +0,33 % 64.124,53 USD 16:00:48 EUR/USD -0,09 % 1,15460 USD 16:00:24 EUR/GBP -0,19 % 0,85500 GBP 16:00:53 EUR/CHF +0,16 % 0,93540 CHF 16:00:53 EUR/JPY +0,73 % 183,797 JPY 16:00:51

15.000 Anträge: Der spektakuläre Sturm der Deutschen auf die Wärmepumpe

Technologie

Ein Schock für viele Hausbesitzer: Im Juli war die staatliche Förderung für klimafreundliche Heizungen kurzfristig umgestellt worden, die Zuschüsse sind dadurch in den meisten Fällen geringer geworden. Doch einen Einbruch bei der Nachfrage nach Wärmepumpen hat die Änderung bislang offenbar nicht ausgelöst. Im Gegenteil: Die Zahl der bewilligten Förderanträge lag zuletzt deutlich über dem Niveau der Vormonate. Nach aktuellen Zahlen der Förderbank KfW wurden in den letzten beiden Juliwochen jeweils rund 15.000 Anträge bewilligt. In den Monaten zuvor waren es meist weniger als 10.000 pro Woche. Zwar dürfte ein Teil des Anstiegs darauf zurückgehen, dass zeitweise keine neuen Anträge gestellt werden konnten und sich deshalb Anträge aufgestaut hatten. Dennoch: Die Zahlen bleiben auffällig hoch. Für die Wärmepumpenbranche zeichnet sich damit ein starkes Jahr ab. Rund 195.000 Wärmepumpen wurden im ersten Halbjahr 2026 von Herstellern an Großhändler und Fachhandwerker verkauft, wie aus Zahlen des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) und des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervorgeht. Das entspricht einem Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 400.000 Wärmepumpen sind möglich Sollte die Zahl der Förderanträge in der zweiten Jahreshälfte dauerhaft über 10.000 pro Woche liegen, könnte der Absatz 2026 die Marke von 400.000 Geräten erreichen. Damit würde ein neuer Rekord aufgestellt. Allerdings wäre das noch immer weniger als das zu Zeiten der Ampel-Koalition ausgegebene politische Ziel von 500.000 neu installierten Wärmepumpen pro Jahr. ANZEIGE ANZEIGE Kleines Kraftwerk Das Ausnahmejahr 2023 bleibt bislang die Bestmarke. Damals hatten Diskussionen über das Heizungsgesetz und die Sorge vor möglichen Förderkürzungen zu einem regelrechten Ansturm auf Wärmepumpen geführt. Anschließend brach der Markt deutlich ein. Nun scheint sich die Nachfrage wieder zu stabilisieren. „Die gute Entwicklung ist vor allem auf das steigende Bewusstsein der Verbraucher für die Risiken der Wärmeversorgung mit fossilen Energien und gleichzeitig auch auf den großen Erfolg der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zurückzuführen“, sagt BWP-Geschäftsführer Martin Sabel. Neue Heizungsregeln sorgen für Unsicherheit Politisch bleibt die Lage allerdings weiterhin kompliziert. Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz soll der Einbau von Gas- und Ölheizungen grundsätzlich wieder möglich sein. Gleichzeitig können auf Betreiber fossiler Heizungen künftig zusätzliche Kosten zukommen, weil sie schrittweise einen wachsenden Anteil erneuerbarer beziehungsweise klimaneutraler Brennstoffe einsetzen müssen. Der BWP warnt deshalb davor, Gas- oder Ölheizungen allein aufgrund der zunächst niedrigeren Anschaffungskosten als günstige Alternative zu betrachten. Auch Studien des Instituts der Deutschen Wirtschaft und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme kommen laut Verband zu dem Schluss, dass die langfristigen Kosten fossiler Heizungen steigen könnten. Die Branche erwartet deshalb, dass die Nachfrage nach Wärmepumpen trotz der Änderungen bei den gesetzlichen Vorgaben weiter zunimmt. Strompreis wird zum entscheidenden Faktor Eine wichtige Rolle spielt dabei allerdings der Preis für Strom. Wärmepumpen benötigen elektrische Energie, während Gas- und Ölheizungen direkt fossile Brennstoffe nutzen. Je günstiger Strom im Verhältnis zu Gas und Öl ist, desto attraktiver wird der Betrieb einer Wärmepumpe. Der Wärmepumpenverband fordert deshalb eine Entlastung beim Strompreis, insbesondere durch eine niedrigere Stromsteuer. Gleichzeitig spricht er sich für eine stärkere CO₂-Bepreisung fossiler Energien aus. Ob der derzeitige Aufwärtstrend bei Wärmepumpen anhält, dürfte damit nicht allein von der staatlichen Förderung abhängen. Zumindest für 2026 zeichnet sich jedoch ein bemerkenswertes Bild ab: Trotz einer reduzierten Förderung zieht die Nachfrage nach Wärmepumpen deutlich an. +++ Keine Klima-News mehr verpassen – abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal +++

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