16 Jahre nach Biaggi: Gigi Dall’Igna schreibt mit Bulega Geschichte
Ducati-Rennleiter Luigi Dall’Igna erlebte Nicolo Bulegas Titelgewinn vor Ort in Cremona. Der Ducati-Corse-Chef sah, wie der Italiener im zweiten Rennen Platz 2 belegte und sich damit vorzeitig zum Superbike-Weltmeister krönte. Iker Lecuona gewann zwar alle drei Rennen des Wochenendes, doch die Fahrer-WM ging an seinen Teamkollegen.
Dall’Igna hob nach der Titelentscheidung hervor, dass Ducati für diese Saison nicht allein auf einen starken Fahrer gebaut habe. Die neue Panigale V4R war auch in den Händen der Piloten außerhalb des Werksteams konkurrenzfähig. Für ihn ist das ein Zeichen dafür, dass die Entwicklung des Motorrads in die richtige Richtung ging.
Ducatis Arbeit zahlte sich aus
«Wir haben gegenüber der vergangenen Saison ziemlich viel am Motorrad verändert», erklärte Dall’Igna und freute sich, dass die Verbesserungen ihre Wirkung zeigten. Ganz unumstritten waren die Änderungen nicht, denn mit dem Ende der Einarmschwinge waren nicht alle Ducati-Fans einverstanden.
«Die Erfolge bedeuten, dass unsere Weiterentwicklung sehr, sehr gut funktioniert hat», hielt der Ducati-Rennleiter fest und ließ damit die Resultate sprechen.
Den Erfolg schreibt er der engen Zusammenarbeit zweier Bereiche zu: «Am Ende ist es eine Kombination aus der Arbeit der Rennabteilung und der Abteilung für die Straßenmotorräder. Wir haben von Beginn an gemeinsam an diesem Motorrad gearbeitet. Letztlich haben wir Großes geleistet.»
Damit verbindet Dall’Igna den WM-Titel unmittelbar mit der Entwicklung des Serienmodells. Die Panigale V4R musste zunächst als Straßenmotorrad die Basis liefern, aus der Ducati Corse und das Aruba-Team eine siegfähige Rennmaschine machen konnten. Bulegas Titel im ersten Einsatzjahr des neuen Modells ist für ihn das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit.
Bulega weckt bei Dall'Igna einige Erinnerungen an Biaggi
Eine weitere Parallele macht den Erfolg für Dall’Igna besonders. Schon 2010 gewann mit Max Biaggi ein Italiener auf einem von ihm mitentwickelten Motorrad den Superbike-WM-Titel. Damals arbeitete Dall’Igna für Aprilia. 16 Jahre später steht er mit Ducati und Bulega erneut bei einer Titelentscheidung mit einem italienischen Fahrer im Mittelpunkt.
«Mit einem italienischen Fahrer zu gewinnen, ist für eine italienische Marke wie Ducati wirklich sehr wichtig», sagte Dall’Igna. «Und auch für uns persönlich, weil wir Italiener sind. Wir haben damit zwei große italienische Weltmeister: Max Biaggi und jetzt Nicolo Bulega.»