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18 Meter breit, drei Meter tief: Musk-Rakete schlägt gewaltigen Krater auf dem Mond

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Startseite Wirtschaft 18 Meter breit, drei Meter tief: Musk-Rakete schlägt gewaltigen Krater auf dem Mond Von: Lennart Niklas Johansson Schwenck Uns auf Google folgen Eine ausgebrannte SpaceX-Rakete ist auf dem Mond eingeschlagen. Nun zeigt die Nasa erste Bilder des Kraters. Er ist deutlich größer als erwartet. Cape Coral – Sechs Tage brauchte die Nasa-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter, um die Einschlagstelle einer ausgebrannten SpaceX-Raketenstufe auf dem Mond ins Visier zu nehmen. Am 5. August 2026 schlug die Oberstufe einer Falcon-9-Rakete mit rund 8700 Kilometern pro Stunde auf der Mondoberfläche auf, nachdem sie mehr als ein Jahr lang unkontrolliert durchs All getrieben war. Jetzt liegen erste detaillierte Aufnahmen des entstandenen Kraters vor, und sie liefern erstaunlich genaue Zahlen zu einem Ereignis, das lange als reine Vermutung galt. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist der Krater etwa 18 Meter breit und weniger als drei Meter tief. Diese Werte stammen aus einer Auswertung der Bilder, die der Lunar Reconnaissance Orbiter zwischen dem 11. und 12. August aufgenommen hat. Aus der Länge des Schattens, den der Kraterrand wirft, leiteten die Wissenschaftler die Tiefe ab, während die Breite direkt aus den scharf erkennbaren Kraterkanten gemessen werden konnte. Um die Einschlagstelle zu fotografieren, mussten die Ingenieure den Orbiter jedes Mal neu ausrichten, wenn die Sonde in etwa 100 Kilometern Höhe über die vermutete Position hinwegflog. Der Lunar Reconnaissance Orbiter umkreist den Mond alle zwei Stunden von Pol zu Pol, während sich der Himmelskörper darunter langsam dreht. Bis die passende Stelle überhaupt ins Blickfeld der Kamera geriet, vergingen sechs Tage. Selbst dann blieb kaum Spielraum für Fehler, denn eine um zehn Sekunden zu früh oder zu spät ausgelöste Kamera hätte das Ziel um bis zu 16 Kilometer verfehlen können, wie die Nasa erläutert. Für die eigentlichen Bilder kam die sogenannte Narrow-Angle-Camera zum Einsatz, ein Instrument, das noch Details von rund einem Meter Größe auf der Mondoberfläche auflösen kann. Neuer Mondkrater dank Musks SpaceX-Rakete: Wer die Einschlagstelle zuerst entdeckte Bevor der amerikanische Orbiter überhaupt in Position war, hatte bereits eine andere Raumsonde den Krater aufgespürt. Die südkoreanische Sonde Danuri, offiziell Korea Pathfinder Lunar Orbiter genannt, erreichte die berechnete Absturzstelle einige Stunden früher und übermittelte erste Aufnahmen mit ihrer hochauflösenden LUTI-Kamera. Die von Danuri gelieferten Koordinaten halfen dem Nasa-Team anschließend dabei, die eigene Bildsequenz des Lunar Reconnaissance Orbiter gezielter zu planen. Möglich wurde die genaue Vorhersage der Einschlagstelle durch das Center for Near Earth Object Studies der Nasa am Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien. Die Einrichtung, die eigentlich erdnahe Asteroiden und andere potenziell gefährliche Objekte für das Planetary-Defense-Programm der Behörde überwacht, nutzte den Fall, um ihre Modelle zur Bahnvorhersage zu testen. Unabhängige Astronomen hatten zuvor mithilfe öffentlich zugänglicher Daten bereits eine erste Flugbahn der Raketenstufe berechnet, auf der die Nasa-Experten aufbauen konnten. Am Ende lag die Vorhersage nur rund einen Kilometer neben dem tatsächlichen Einschlagspunkt, wie aus den Angaben der Behörde hervorgeht. Die veröffentlichten Vorher-Nachher-Aufnahmen zeigen dabei nicht nur den Krater selbst, sondern auch charakteristische Auswurfstrahlen, die sich sternförmig um die Einschlagstelle ausbreiten. Dunklere Streifen bestehen aus Oberflächenmaterial, das über lange Zeiträume durch Sonnenwind, kosmische Strahlung und Mikrometeoriteneinschläge verändert wurde. Dieses verwitterte Material wurde durch den Einschlag aus einer Tiefe von etwa 45 Zentimetern herausgeschleudert. Die helleren Strahlen und Flecken in unmittelbarer Nähe des Kraterrands bestehen dagegen aus frischem Gestein, das aus tieferen Schichten stammt und noch nicht der Verwitterung ausgesetzt war. Weil die Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und bei wechselndem Lichteinfall entstanden, konnten die Forscher zusätzliche Strukturen sichtbar machen, die bei nur einer einzigen Aufnahme verborgen geblieben wären. Nach Abschluss der Auswertung aktualisierte das LRO-Team die genauen Koordinaten des Kraterzentrums auf 19,4759 Grad nördlicher Breite und 266,7138 Grad östlicher Länge bei einer Höhe von 511 Metern über dem lunaren Referenzniveau. Warum die Rakete überhaupt einschlug Die Falcon-9-Oberstufe war kein aktueller Raketenstart, sondern stammte aus einer Mission, die bereits im Januar 2025 gestartet war. Damals brachte sie die private Mondlandemission Blue Ghost 1 des Unternehmens Firefly Aerospace ins All, gemeinsam mit weiteren kommerziellen Nutzlasten. Nach dem erfolgreichen Aussetzen ihrer Fracht verblieb die ausgebrannte Stufe im Weltraum und trieb über ein Jahr lang unkontrolliert durchs All, bis die Schwerkraft des Mondes sie schließlich einfing. Solche unkontrollierten Einschläge ausgedienter Raketenteile sind kein Einzelfall, gewinnen aber angesichts der wachsenden Zahl kommerzieller Mondmissionen zunehmend an Bedeutung für die Forschung. Die Nasa betont, dass sie mit derartigen Missionen die zunehmend kommerzielle Erforschung des Mondes unterstützt, bei der private Unternehmen wie SpaceX oder Firefly Aerospace eine immer größere Rolle spielen. Was der Vorfall für künftige Mondmissionen bedeutet Für die Wissenschaft liefert der Einschlag mehr als nur ein spektakuläres Bildmaterial. Die Kombination aus vorhergesagter Flugbahn, tatsächlichem Einschlagsort und anschließender Kraterbildung liefert wertvolle Daten darüber, wie sich Objekte unterschiedlicher Größe und Geschwindigkeit auf der Mondoberfläche verhalten. Solche Erkenntnisse fließen direkt in die Planung zukünftiger Landemissionen ein, bei denen Ingenieure verstehen müssen, wie sich der Mondboden bei Einschlägen und Landungen verhält. Auch die internationale Zusammenarbeit zwischen der amerikanischen und der südkoreanischen Raumfahrtbehörde bei der Auswertung zeigt, wie eng die Erforschung des Erdtrabanten inzwischen über nationale Grenzen hinweg organisiert ist. Angesichts der wachsenden Zahl kommerzieller Missionen dürfte es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Forscher weltweit gemeinsam einen Krater auf dem Mond vermessen. (Quelle: Nasa)(ls)

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