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2 Jahre nach der vergeblichen Kursk-Offensive setzt die Ukraine auf Drohnen und eigene Raketen gegen Russland

Technologie

Vor zwei Jahren wollte die Ukraine mit einem Vorstoß in die russische Region Kursk Einfluss auf mögliche Friedensverhandlungen gewinnen. Ukrainische Truppen überschritten die Grenze und eroberten zeitweise mehr als 1300 Quadratkilometer russisches Gebiet.

Der Erfolg hielt jedoch nicht lange an. Bis Februar 2025 drängten russische Truppen die ukrainischen Einheiten fast vollständig zurück. Ukrainische Soldaten und Zivilisten bezeichneten den Vorstoß später teilweise als „unlogisch“ und „die Kosten nicht wert“, berichtet das US-Magazin „Newsweek“.

Heute setzt Kiew deshalb auf eine andere Strategie. Es versucht nicht mehr, russisches Gebiet dauerhaft zu besetzen. Stattdessen greift es wichtige Ziele tief in Russland an.

Ukrainische Drohnen erreichen strategische Ziele

Nach Daten des unabhängigen Konfliktbeobachters ACLED führte die Ukraine im Juli dreimal so viele Langstreckenangriffe durch wie im Januar. Die Angriffe trafen unter anderem Ölraffinerien, Energieanlagen und Transportwege.

Die Strategie besteht nach Einschätzung von Emily Ferris vom britischen Sicherheitsinstitut RUSI nicht unbedingt darin, die russische Luftabwehr vollständig zu besiegen. Kiew wolle sie vielmehr mit vielen Angriffen gleichzeitig „überlasten“, sagt Ferris.

Angriffe in Jekaterinburg und Noworossijsk

In der vergangenen Woche schlugen ukrainische Drohnen in einem Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries in Jekaterinburg ein. Die Stadt liegt mehr als 2000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

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Die Ukraine griff auch den russischen Hafen Noworossijsk an. Dort befinden sich Getreideexportanlagen und russische Kriegsschiffe. Russland erklärte, mehr als 500 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. Dennoch drangen offenbar genügend Fluggeräte durch und verursachten Schäden.

Kiew nimmt Rücksicht auf US-Interessen

Besonders wichtig ist der Hafen auch für den Öltransport. Über diese Ölpipeline werden täglich mehr als 1 Million Barrel Öl aus Kasachstan zu den Exporthäfen transportiert. Kiew sagte demnach zu, die Ölanlagen sowie Schiffe, die weder Russland gehören noch unter Sanktionen stehen, nicht anzugreifen. Die US-Unternehmen Chevron und ExxonMobil sind an dem Ölgeschäft beteiligt.

Kiew sagte demnach zu, die Ölanlagen sowie Schiffe, die weder Russland gehören noch unter Sanktionen stehen, nicht anzugreifen. Stattdessen attackierte sie russische Einrichtungen im Hafen. Für die Regierung von US-Präsident Donald Trump ist das ein wichtiges Signal: Kiew kann russische Ziele treffen und zugleich Rücksicht auf amerikanische Interessen nehmen.

Ukraine bleibt auf US-Hilfe angewiesen

Der neue Einfluss bleibt jedoch begrenzt. Russland verfügt weiterhin über eine größere Armee und viele Drohnen und Raketen. Außerdem könnte Moskau laut ukrainischen Einschätzungen später in diesem Jahr 300.000 bis 500.000 Soldaten mobilisieren. Diese Angabe ist nicht unabhängig bestätigt.

Die Ukraine fordert deshalb weiterhin Patriot-Abfangraketen, Geld und politische Unterstützung aus den USA. Bei einem neuen Treffen mit Trump werde Selenskyj aber nicht mehr mit leeren Händen erscheinen, so die Einschätzung von „Newsweek“.

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