2. Liga: Darum ist Sandro Wagner die beste Trainer-Lösung für Hannover 96
Wer folgt auf Titz?
Trainersuche bei Hannover 96 - Darum wäre Wagner eine gute Wahl
Stand: 17.09.2026 10:19 Uhr
Trainer Christian Titz ist Vergangenheit bei Fußball-Zweitligist Hannover 96, aber wer ist die Zukunft? Sandro Wagner ist offenbar die Wunschlösung der Club-Bosse, die aber noch mit anderen Trainern sprechen. Die Datenanalyse weist Wagner tatsächlich als Topkandidaten für den ambitionierten Traditionsclub aus.
von Matthias Heidrich
Bei den Niedersachen ist die Rückkehr in die Bundesliga das große Ziel. Das hat Sportvorstand Jonas Boldt dem geschassten Coach Titz nicht zugetraut und frühzeitig die Reißleine gezogen.
Vier Punkte nach fünf Spieltagen sind eine schwache Ausbeute, alles verloren ist aber noch lange nicht. "Diese Entscheidung gibt uns die Möglichkeit, uns noch einmal neu zu justieren", sagte Boldt, der erst seit Juni das Sagen bei 96 hat und mit Titz nicht wirklich warm geworden ist.
Mit Sandro Wagner könnte das eventuell besser klappen. Der ehemalige Nationalspieler gehört ebenso wie Boldt eher zur Fraktion "forsch". Die Gespräche zwischen den beiden sind verbrieft, aber noch ist kein weißer Rauch am Maschsee aufgestiegen.
Andere Trainer-Kandidaten sind ebenfalls kontaktiert worden und am Sonntag im Heimspiel gegen den VfL Bochum (13.30 Uhr, im NDR Livecenter) wird U23-Coach Lars Barlemann an der Seitenlinie stehen.
Wagner-Fußball passt zu 96
Wagner, der sich seine Sporen als Co-Trainer von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann verdiente, mit Unterhaching 2023 in die 3. Liga aufstieg, aber Ende 2025 beim Bundesligisten FC Augsburg bereits nach elf Spieltagen entlassen wurde, wäre auf Grundlage der Datenanalyse des Global Soccer Networks (GSN) eine gute Wahl als Titz-Nachfolger.
In der GSN-Analyse der kursierenden Namen erzielt der ehemalige Topstürmer in allen Bereichen wie Spielstil- oder Kaderpassung den höchsten Wert, vor Kandidaten wie Ex-St.-Pauli-Coach Alexander Blessin oder auch Loïc Favé, Co-Trainer von Merlin Polzin beim HSV.
Der ehemalige Bayern-Profi bevorzugt ein 3-4-2-1-System und hat bislang auf einen Mix aus Ballbesitz- und Umschaltfußball gesetzt. Es geht ihm darum, aus dem Positionsspiel heraus zum richtigen Zeitpunkt ins schnelle vertikale Spiel zu kommen. Sprich: in Richtung gegnerisches Tor.
Wenig Umbau nötig
Das ist sehr nah an dem, was Hannover auch schon unter Titz gespielt hat, der vornehmlich auf ein 4-3-3 gesetzt hat. Innenverteidigung und zentrales Mittelfeld wären nahezu gleich aufgestellt. Unter Wagner würden die Schienenspieler etwas weiter ins Zentrum rücken, hinter eine klare "Neun" im Angriff. Marcel Hartel, Lars Gindorf, Emir Sahiti, Mustapha Bundu oder Husseyn Chakroun bieten ihm diese taktische Variationsmöglichkeit, Benjamin Källman und Benedikt Pichler als Stoßstürmer auch.
Demnach wäre für Wagners Idee vom Fußball kein Kaderumbau nötig, oder anders herum formuliert: Er hätte in Hannover eigentlich alles, was er braucht, müsste die verschiedenen Rollen lediglich anders interpretieren lassen.
Weiterentwicklung statt Systembruch
Etwas weniger geduldig und aggressiver im letzten Drittel würde der 38-Jährige die "Roten" sicher spielen lassen, um direkter und schneller in den gegnerischen Strafraum zu kommen - und dort mehr Präsenz zu zeigen. Wichtig: Wagners Fußball funktioniert nur dann gut, wenn seine Spieler erkennen, wann der Ball weiter zirkuliert und wann wiederum beschleunigt werden muss.
Unterm Strich wäre das alles aber eher eine Weiterentwicklung als ein Systembruch für Hannover 96. So gesehen könnte die Rechnung "wenig Umgewöhnungszeit gleich schnellere Erfolge" mit Wagner aufgehen.
Nicht zuletzt bringt der gebürtige Münchner Dinge mit, die vor allem Aufsichtsratschef Martin Kind abholen. "Er ist optimistisch, hat Strahlkraft, Persönlichkeit", sagte der 82-Jährige der "Bild" über das Treffen mit Wagner. "Ich denke schon, dass er Spieler überzeugen und mitnehmen kann." Am liebsten bis in die Bundesliga.