2. Liga: Hannover 96 und FC St. Pauli mit Remis - Wagner wartet weiter auf ersten Sieg
Der gebürtige Hannoveraner Husseyn Chakroun konterte kurz nach Wiederbeginn den Treffer von Abdoulie Ceesay, der St. Pauli kurz vor der Pause in Führung gebracht hatte (45.+1). Coach Wagner freute sich im Gespräch mit dem NDR über die "sehr gute Reaktion" seines Teams nach dem Rückstand und die "Energie zwischen Spielern und Zuschauerinnen und Zuschauern".
Die sahen ein Unentschieden, das in Ordnung ging. Beide Teams hatten ihre Druckphasen, beide hatten Aluminium-Treffer, beide spielten bisweilen aber auch zu kompliziert. Die Mannschaft von Trainer Marcel Rapp machte insgesamt den etwas reiferen und abgeklärteren Eindruck.
Für David Nemeth, Kapitän der Hamburger, war die Partie "ausgeglichen". Das Resultat fühle sich aber dennoch "komisch" an: "Wir hatten ein paar Chancen, die wir vielleicht nutzen können, aber so zwingend waren wir leider nicht." Zufrieden aber war der Abwehrspieler mit der über weite Strecken guten Stabilität. Sein Team steht nun bei elf Zählern und ist seit fünf Partien unbesiegt.
96 hinkt mit acht Punkten seinen eigenen Ansprüchen weiter hinterher - und hat direkt das nächste wichtige Spiel vor der Brust. Für die Niedersachsen geht es mit dem Derby am nächsten Sonntag in Braunschweig weiter (13.30 Uhr, im NDR Livecenter), St. Pauli ist bereits am Freitagabend bei Darmstadt 98 zu Gast (18.30 Uhr), ebenfalls im NDR Livecenter).
Chakroun und 96 jubeln nur kurz
Chakroun sorgte nach neun Minuten für kollektiven Jubel bei den 96-Fans. Nachdem Mittelstürmer Benjamin Källman in höchster Not von Lars Ritzka abgegrätscht worden war, setzte der Linksaußen den Ball stark neben den linken Pfosten in die Maschen. "Freed from Desire", die Torhymne der "Roten", ertönte, Chakroun wurde von Spielern und Fans abgefeiert - und das Tor zurückgenommen. Der Video-Assistent hatte eine hauchzarte Abseitsstellung Källmans in der Entstehung erkannt.
Waren zuvor die Gäste aus Hamburg die überlegene Mannschaft gewesen, fand Hannover nun immer besser ins Spiel. Das Team setzte St. Pauli gut unter Druck und hatte auch den einen oder anderen hohen Ballgewinn, alleine: Kapital schlugen die Niedersachsen daraus nicht, weil sie es zu oft zu kompliziert spielten. So brachte erst ein Standard wieder Gefahr, doch Virgil Ghitas Kopfball nach einer Ecke landete an der Latte (29.).
Ceesay schockt Hannover kurz vor der Pause
Und die Kiezkicker? Die lauerten auf Umschaltmomente und Fehler der Gastgeber, spielten dafür ihrerseits häufig allerdings zu unpräzise. Die beste Gelegenheit für lange Zeit hatte Connor Metcalfe in der guten Anfangsphase, als er den Ball nach einer schönen Hereingabe von Louis Oppie allerdings aus elf Metern viel zu zentral - und damit harmlos - auf das Tor brachte (7.).
Flanken von der linken Seite aber stellten sich, als alles schon nach einem torlosen Remis zur Pause aussah, doch noch als probates Mittel für die Braun-Weißen heraus. Oppie brachte den Ball an den zweiten Pfosten, wo Ceesay hochstieg und einköpfte (45.+1). Ein schöner Treffer, der allerdings auch von größtmöglichem Abstand der "Roten" zu ihren Gegenspielern begünstigt wurde. Sowohl Oppie als auch Ceesay wurden eher auf Sicht "gedeckt".
Chakroun trifft erneut - und dieses Mal zählt es
Chakroun sorgte drei Minuten nach Wiederbeginn zum zweiten Mal an diesem Abend für Jubel bei den 96-Fans, als er den Ball dieses Mal rechts ins Netz jagte. Die Torhymne schepperte wieder über die Boxen, der 21-Jährige wurde erneut von Spielern und Fans abgefeiert - doch abermals schaltete sich der VAR ein. Der Unterschied: Dieses Mal gab es keine Einwände, da der Ball im Zweikampf zwischen Källman und Ritzka von St. Paulis Verteidiger zu Chakroun geprallt war.
Hannover verdiente sich den Ausgleich in der Viertelstunde nach der Pause zunächst, weil die Mannschaft unermüdlich presste. Rund um die Stundenmarke aber befreiten sich die Gäste vom Druck - und kamen durch Arkadiusz Pyrka beinahe zur erneuten Führung. 96-Schlussmann Leo Weinkauf lenkte seinen Schuss gerade noch über die Latte (65.). Acht Minuten später stand wieder Ceesay - dieses Mal nach einer Flanke von der rechten Seite - hoch in der Luft. Sein Kopfball-Aufsetzer ging an den linken Pfosten.
Glück für das Wagner-Team, dem die Luft auszugehen schien. Die meisten Meter machte in dieser Phase gefühlt der Coach an der Seitenlinie. Dann aber raffte sich seine Mannschaft nochmal auf. Doch St. Paulis Keeper Ben Voll parierte einen Källman-Schuss (80.), Stefan Teitur Thordarson zielte über das Tor (83.) und der Kopfball von Boris Tomiak geriet zu harmlos (84.). So blieb es beim insgesamt verdienten Remis.