2. Liga: Hertha macht in Braunschweig den Traumstart perfekt
Fußball-Zweitligist Hertha BSC hat auch sein drittes Saisonspiel gewonnen und mit der Maximal-Ausbeute von neun Punkten vorläufig die Tabellenführung übernommen. Beim 5:3 (2:2) in Braunschweig lag die Mannschaft dabei bereits mit 0:2 zurück, ehe sie sich in bemerkenswerter Weise zurückkämpfte und einen letztlich verdienten Sieg einfuhr.
Befragt nach dem Erfolgsrezept sagte Herthas Josip Brekalo nach Schlusspfiff: "Wir haben uns gesagt, wir müssen jedes Spiel als Finale nehmen und das zeigen wir jetzt seit vier Spielen." Der 28-jährige Kroate, der zwei Tore und eine Torvorlage zum Sieg beisteuerte, war sichtlich angetan von der Leistung seiner Hertha: "Wir glauben, dass wir jeden Gegner schlagen können. Ich bin sehr, sehr stolz, Kapitän von so einer Mannschaft zu sein."
Sein Trainer Stefan Leitl zeigte sich ähnlich begeistert: "Die Reaktion der Jungs ist einfach fantastisch - hochverdienter Sieg. Vor allem die 20 Minuten in der zweiten Halbzeit, wo wir das Spiel komplett gedreht haben, waren unglaublich."
Hertha begann mit dem Selbstbewusstsein einer Mannschaft, die drei Pflichtspiele in Folge gewonnen hat - mit viel Sicherheit im eigenen Ballbesitz und hoher Spielkontrolle. Bis zur zehnten Minute, da Niklas Kolbe als letzter Mann gedanklich zu langsam war und den Ball gegen Yann Sturm verlor, der anschließend allein vor Hertha-Torhüter Marius Gersbeck die Nerven behielt und zur 1:0-Führung einschoss. Ein Wirkungstreffer; Hertha verlor augenblicklich das Selbstverständnis in den eigenen Aktionen und brauchte rund zehn Minuten, ehe die eigenen Angriffe wieder strukturierter vorgetragen wurden. Jedoch ohne, dass dabei eine Chance heraussprang. Stattdessen war es in der 29. Minute Braunschweigs Max Marie, der Gersbeck im Berliner Tor mit einem Schuss aus der Drehung zu einer Glanzparade zwang.
Vier Minuten später dann war Gersbeck jedoch machtlos, als Braunschweigs Innenverteidiger Kevin Ehlers nach einer Ecke völlig frei zum Kopfball kam im Berliner Strafraum und zum 2:0 traf. Es sollte der Startpunkt zu einem furiosen Schlussspurt in der ersten Halbzeit sein. Zunächst scheiterte Sebastian Grönning allein auf Braunschweigs Torwart Ron-Thorben Hoffmann zulaufend mit einem halbherzigen Torschuss (35.). Fünf Minuten später setzte der Däne einen Kopfball nach schöner Thorsteinsson-Flanke an den Pfosten. Während Braunschweigs Aaron Opoku quasi im Gegenzug, frei und allein vor Gerbseck den Ball neben den Pfosten setzte und so das vermeintlich vorentscheidende 3:0 verpasste (41.).
Stattdessen kam die Hertha in der 44. Minute zum 1:2. Nach schönem Querpass von Josip Brekalo war es Thorsteinsson, dessen abgefälschter Schuss aus knapp fünf Metern unhaltbar im Tor einschlug. Doch damit nicht genug. Nach einer Braunschweiger Ecke kam der Ball in der vierten Minute der Nachspielzeit zum an der Mittellinie lauernden Brekalo, der ein paar Meter mit dem Ball ging und ihn anschließend um den zu weit vor dem Tor stehenden Hoffmann schlenzte - 2:2.
Herthas Selbstvertrauen schien nun vollends wieder hergestellt. Und auch die nächsten Chancen ließen nicht lange auf sich warten. Einen Thorsteinsson-Kopfball klärte Braunschweigs Mehmet Aydin auf der Linie (47.), ehe Hoffmann eine Direktabnahme von Grönnning stark parieren konnte (48.). Die Möglichkeit aber saß. Dank Braunschweigs Ehlers, der eine Thorsteinsson-Hereingabe im Klärungsversuch ins eigene Tor lenkte (53). Für einige Minuten beruhigte sich das Spiel danach, ehe Braunschweigs Lino Tempelmann einen Foulelfmeter an Herthas Kolbe verursachte, den Brekalo problemlos zum 4:2 für die Hertha verwandelte.
In der Schlussphase hatte Braunschweig zwar viel Ballbesitz, klare Chancen blieben aber zunächst auf beiden Seiten aus. Ehe der eingewechselte Oluwaseun Adewumi nach Schuler-Flanke und volley auf 5:2 stellte (87.) und Braunschweig direkt darauf durch Jan Urbich zum 3:5 traf (88.), nachdem Gersbeck einen Distanzschuss nur klatschen lassen konnte. Der Schlusspunkt unter ein furioses Fußballspiel.