2. Liga: VfL Bochum malocht sich zum Remis gegen Wolfsburg
Strömender Dauerregen und heftige Herbstsürme mit bis zu neun Windstärken - an diesem Freitagabend in Bochum an der Castroper Straße waren Malocherqualitäten gefragt. Der nach drei Niederlagen schwer angeschlagene VfL Bochum nahm diesen Kampf an, haute sich voll rein in das Spiel gegen den Bundesliga-Absteiger und erkämpfte sich zumindest einen Punkt.
"Am Ende des Tages müssen wir zufrieden sein. Wir kommen sehr gut ins Spiel, machen das 1:0, aber das hat uns keine Sicherheit gegeben. Wir sind dann immer ein bisschen gewichen, Bochum kam dann wirklich auf und man hatte auch das Gefühl, dass die nichts zu verlieren habe. Und dann haben sie richtig gut Fußball gespielt und können in der ersten Halbzeit mindestens ein, zwei, drei Tore machen. Da hatten wir einfach Glück", sagte Wolfsburgs Trainer Tobias Strobl. "Ich kann mit der Leistung sehr gut leben. Glückwunsch an meine Spieler. Das in dieser Situation taktisch so gut anzunehmen und diese taktische Umstellung mit so viel Energie, Leben, Kampf, Einsatz und Qualität zu füllen wie wir das speziell in der ersten und teilweise auch in der zweiten Halbzeit gemacht haben - big Respect vor meinen Spielern", meinte Bochum-Coach Uwe Rösler.
Wolfsburg verpasst direkten Aufstiegsplatz
Fabian Reese (2.) schockte die Bochumer früh mit einem Traumtor. Sean Klaiber (63.) gelang der Ausgleich für das Team aus dem Ruhrpott, das damit zumindest vorerst die Abstiegsränge verließ. Klaibers Treffer war erst das zweite Heimtor in dieser Saison für die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler, die zuletzt beim 1:0 gegen Fürth zu Hause getroffen hatte.
Am Ende der Nachspielzeit hatten die Bochumer Glück, denn im Vorfeld eines Treffers von Kento Shiogai lag ein Handspiel des Torschützen vor, sodass Schiedsrichter Eric Weisbach den Treffer nach Videocheck aberkannte.
Die Wolfsburger verpassten den Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz, blieben aber auch im vierten Spiel in Folge ohne Niederlage.
Reese trifft früh und fulminant
Die guten Vorsätze der Bochumer, dem Favoriten aus der Autostadt Paroli zu bieten, waren ganz früh über den Haufen geworfen worden. Im Mittelfeld hatte Muhammed Damar, U21-Nationalspieler des DFB, zu viel Platz. Er nutztze ihn für eine zentimetergenaue Flanke auf Reese, der den Ball per Direktabnahme aus halblinker Position ins lange Eck schoss. Es war sein vierter Saisontreffer und ein sehr sehenswerter.
Auch in der Folgezeit wirkten die Wolfsburger abgeklärter und durchdachter in der Spielanlage. Die Bochumer hielten aber mit kämpferischen Mitteln stark dagegen und kamen offensiv immer besser ins Spiel.
VfL mit hohem Energielevel
Neuzugang Berkan Taz, der wieder eine Chance von Beginn an erhielt, hatte zwei gute Möglichkeiten Mitte der ersten Halbzeit. Der auffälligste Bochumer brachte den Ball aber nicht im Wolfsburger Tor unter. Symptomatisch für die Bochumer Sturmschwäche in dieser bisherigen Saison.
Die Bochumer Fans honorierten, dass sich ihre Mannschaft weiter in das Spiel arbeitete und mit hohem Energielevel zu Werke ging. Die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler hätte dafür einen Treffer verdient gehabt, ihrer großer Kampf blieb zunächst aber unbelohnt.
Klaiber erlöst die Bochumer Fans
Auch nach dem Seitenwechsel ging es vor allem in eine Richtung - auf das Tor von Timon Wellenreuter. Die Bochumer investierten viel und dann wurden sie belohnt. Nach einer schönen Kombination über Taz und Holtmann bekam Sean Klaiber den Ball in den Lauf gespielt.
Der Außenverteidiger schloss mit dem ersten Kontakt direkt ab und ließ Wellenreuther im Wolfsburger Kasten keine Chance. Es war der erste Bochumer Treffer in der 2. Liga seit dem 20. September und dem 1:2 in Hannover.
Erst nach dem Ausgleich gingen die Wolfsburger wieder etwas mehr ins Risiko. Zu einem weiteren Treffer sollte es aber nicht reichen, weil Shoigais Tor in der Nachspielzeit eben jenes Handspiel vorausging.
Bochum in Cottbus, Wolfsburg gegen Osnabrück
Bochum ist am Freitagabend am 10. Spieltag bei Energie Cottbus zu Gast (18.30 Uhr). Wolfsburg empfängt am Samstagmittag den VfL Osnabrück (13 Uhr).