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2. Runde DFB-Pokal: Warum die Außenseiter hoffen dürfen

Sport

Als Schiedsrichter Richard Hempel am 2. September die Partie zwischen dem VfL Osnabrück und dem FC Bayern München abpfiff, da war es besiegelt. Alle 18 Bundesligisten hatten die erste Runde des DFB-Pokals überstanden. Das kommt selten vor. Zum zuvor letzten Mal gelang eine solch makellose Bilanz den Teams aus dem Fußball-Oberhaus in der Saison 2008/09.

Zweitligist Mainz zog ins Halbfinale ein

Jene Saison vor 18 Jahren hat aber auch gezeigt, dass das aus Sicht der unterklassigen Mannschaften rein gar nichts bedeuten muss.

Damals erwischte es in Runde zwei gleich acht Bundesligisten. Das lag daran, dass es fünf direkte Bundesliga-Duelle gab, aber drei der Favoriten schieden gegen Zweitligisten aus: Der 1. FC Köln verlor bei Mainz 05, Eintracht Frankfurt musste sich sogar daheim gegen Hansa Rostock geschlagen geben und 1899 Hoffenheim hatte beim SC Freiburg das Nachsehen. Mainz schaffte es als Zweitligist damals sogar bis in Halbfinale und musste sich dort erst nach Verlängerung bei Bayer Leverkusen geschlagen geben.

Vier Bundesligaduelle in Runde zwei

Auch in diesem Jahr wird es in Runde zwei vier Bundesligisten erwischen - mindestens. Bastian Schweinsteiger hatte im Deutschen Sportmuseum in Dortmund als "Losfee" für vier Bundesliga-Duelle gesorgt. So muss der Hamburger SV gegen Eintracht Frankfurt ran, der 1. FC Köln erwartet Union Berlin, Borussia Dortmund spielt gegen Werder Bremen und der SC Paderborn hat den VfB Stuttgart zu Gast.

Hinzu kommt, dass mindestens zwei unterklassige Teams ins Achtelfinale einziehen werden. Auch das ist direkten Duellen geschuldet. Der SSV Jeddeloh II, der einzige verbliebene Regionalligist, erwartet Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC, und das Spiel zwischen Hannover 96 und dem 1. FC Kaiserslautern ist ein reines Zweitligaduell.

Nürnberg hofft auf Überraschung in Leverkusen

In den restlichen zehn Pokalduellen sind die Bundesligisten der Favorit - zumindest auf dem Papier. Hoffnungen dürfen sich vor allem die Zweitligisten machen. Allen voran der 1. FC Nürnberg, der bei Bayer Leverkusen antritt. Der "Club" reist allerdings ohne Toptorjäger Mohamed Ali Zoma und mit der ersten Saisonniederlage (0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern) im Gepäck zur Werkself.

Klarer ist da schon die Außenseiterrolle des 1. FC Magdeburg bei Bayern München - trotz des jüngsten 6:1-Kantersieges gegen den Karlsruher SC. Die Partie des Rekordmeisters gegen den einzigen Europapokalsieger der DDR wird am Mittwoch (20.45) live im Ersten und im Livestream auf sportschau.de zu sehen sein. Auch die Karlsruher werden es bei Borussia Mönchengladbach schwer haben, weil sie zuletzt noch desolater daherkamen als die durch den 3:2-Sieg in Stuttgart jetzt wiedererstarkten "Fohlen".

Bochum, Dresden und Kiel setzen auf Heimvorteil

Darmstadt 98 reist als Zweitliga-Schlusslicht zur SV Elversberg. Auch dort stehen die Chancen wohl eher schlecht. Schwerer könnte es da schon für den SC Freiburg werden, der gegen Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg ran muss. Der VfL Bochum (gegen Mainz 05), Dynamo Dresden (gegen Schalke 04) und Holstein Kiel (gegen 1899 Hoffenheim) hoffen derweil auf ihren Heimvorteil unter Flutlicht.

Das gilt auch für die beiden Drittligisten, die noch dabei sind. Traditionsklub Rot-Weiss Essen würde nur allzu gern dem Emporkömmling aus Leipzig ein Bein stellen, auch die SG Sonnenhof Großaspach träumt gegen den FC Augsburg von einer Überraschung. Der wartet in der Bundesliga schließlich seit fünf Spielen auf einen Dreier.

In der vergangenen Saison standen übrigens 17 Bundesligisten in Runde zwei, alle außer Werder Bremen. Im Achtelfinale waren es dann nur noch zehn. "Eigene Gesetze" und "David gegen Goliath" - das zählt also alles noch.

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