Werder holt nach historischer Aufholjagd Punkt gegen Paderborn!
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Chancenwucher und historische Aufholjagd: Werder verpasst gegen Paderborn Heimsieg zum 100. Weserstadion-Geburtstag
Von: Mario Nagel, Tom Springer
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Unentschieden! Werder Bremen hat im Bundesliga-Spiel des 6. Spieltags gegen den SC Paderborn nach 0:2 noch 2:2 gespielt. Der Spielbericht der DeichStube.
Bremen – Der Wahnsinn geht weiter! SV Werder Bremen hat gegen den SC Paderborn zum sage und schreibe dritten Mal in Folge einen 0:2-Rückstand aufgeholt – im dritten Heimspiel der Saison aber einen allemal möglichen dritten Heimsieg verpasst. In einem mitreißenden Duell zum 100. Geburtstag des Weserstadions kamen die Grün-Weißen trotz eines Doppelpacks von Niclas Füllkrug (59./65. FE) und eines 0:2-Pausenrückstands nicht über ein Remis hinaus. Historisch war das Unentschieden dennoch: Dreimal in Folge hatte in der Bundesliga zuvor noch nie eine Mannschaft einen Rückstand mit zwei Toren aufgeholt.
Werder Bremen gegen SC Paderborn: Daniel Thioune setzt zum fünften Mal in Folge auf die gleiche Startelf
Werder Bremens Trainer Daniel Thioune setzte auch gegen den SC Paderborn auf personelle Kontinuität und schickte wie schon in den vergangenen vier erfolgreichen Spielen (zwei Siege, zwei Remis) dieselbe Startelf ins Rennen. Heißt: Auch Innenverteidiger Amos Pieper, der beim jüngsten 2:2 gegen den BVB früh angeschlagen raus musste, konnte gegen die Ostwestfalen auflaufen.
Werder Bremen startete spielbestimmend in die Partie, die erste Chance hatten aber die Gäste als Stürmer Steffen Tigges nach einer Ecke plötzlich freistehend aus spitzem Winkel zum Abschluss kam – er scheiterte aber an Werder-Keeper Karl Hein (6.). Wenig später setzten dann auch die Bremer ein erstes offensives Ausrufezeichen: Nach einem herrlichen Außenristpass von Chuki legte Arthur in den Rückraum auf Niclas Füllkrug – doch Werders Mann der Stunde verzog leicht (11.). Wenig später vergab Marco Grüll die XXL-Chance zur Führung, als er nach einem tollen Steckpass von Youri Regeer mit einem Lupferversuch kläglich an Nahuel Noll scheiterte. Bitter: Der Gäste-Keeper entschärfte auch den Nachschuss von Chuki (15.).
SV Werder Bremen gegen SC Paderborn: SVW vergibt Großchancen - SCP trifft vor der Pause doppelt
Die Strafe folgte auf dem Silbertablett. Nach einem verstolperten Konter durch Grüll konterten die Gäste blitzschnell: Tigges bediente Stefano Marino und der knallte den Ball unhaltbar in die kurze Ecke an die Unterkante der Latte zur Gäste-Führung – 0:1 (18.). Geschockt zeigte sich Werder Bremen davon zunächst nicht: Füllkrug nach Deman-Pass prüfte den erneut gut reagierenden Noll (20.). Dann sollte es noch bitterer kommen: Nach einem weiten Einwurf des SC Paderborn prallte der Ball im Bremer Strafraum unglücklich von Füllkrugs Schienbein vor die Füße von Tigges, der aus kurzer Distanz durch Regeers Beine zum 0:2 einschob (30.).
Werder Bremen ließ sich auch von diesem Nackenschlag nicht entmutigen und vergab zwei große Chancen zum Anschlusstreffer durch Chuki und Eren Dinkci (34.). Auf der Gegenseite hatten die in Weiß gekleideten Bremer dann Glück, dass Laurin Curdas Versuch knapp übers Gehäuse zischte (37.). Bis zur Halbzeit erspielte sich Werder noch zwei weitere Top-Gelegenheiten: Erst bediente Dinkci Arthur, dessen Flachschuss Noll so gerade noch um den Pfosten lenkte (41.), dann verzog Grüll freistehend (45.). Und so mussten sich die Bremer an die eigene Nase fassen, dass es aufgrund defensiver Schläfrigkeiten und des Chancenwuchers völlig unnötig mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine ging.
Thioune reagierte zur Pause und brachte Mitchell Weiser für Chuki in die Partie. Nun hatten die Hausherren vor gut 42.000 Zuschauern im Weserstadion nahezu durchgängig Kontrolle über das Spielgeschehen, fanden aber zunächst keine Lücken gegen den SC Paderborn, der gegen den Ball in einem tiefen 5-4-1 agierte.
Werder Bremen gegen SC Paderborn: Niclas Füllkrug sichert mit Doppelpack einen Punkt
In der 59. Minute war es dann aber endlich so weit: Einen langen Ball aus der eigenen Hälfte verlängerte Dinkci clever mit dem Kopf in den Lauf von Niclas Füllkrug, der den Ball klasse mit links ins lange Eck drosch – 1:2 (59.) Der Anschluss war hergestellt, und Werder Bremen blieb weiter am Drücker: Nach einer Weiser-Flanke blockte Paderborns Curda einen Deman-Schuss im Strafraum klar mit dem Arm – Schiedsrichter Robert Schröder zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt – Handelfmeter! Füllkrug trat an und verwandelte eiskalt zum 2:2 (65.). Für den Bremer Goalgetter, der damit auch im fünften Spiel in Folge traf, war es der achte Doppelpack seiner Karriere. Mit seinem sechsten Saisontor kletterte er in der Torschützenliste der Bundesliga vorläufig auf Platz eins.
In der Folge beruhigte sich das Spielgeschehen zunächst ein wenig, ehe Weiser (77./81.), Füllkrug nach starkem Arthur-Ballgewinn (82.) und noch einmal Weiser per Kopf (84.) teilweise beste Chancen zum Siegtreffer liegen ließen. In der vierminütigen Nachspielzeit gab es dann beinahe den ganz großen Schock, als SCP-Joker Rayan Philippe aus dem Nichts den Innenpfosten traf (90.+1). So blieb es beim aus Sicht des SV Werder Bremen letztlich ärgerlichen 2:2. Nach dem Remis hat Werder nun neun Zähler nach sechs Spieltagen auf dem Konto und liegt auf Tabellenplatz acht. Weiter geht es für die Bremer in exakt einer Woche – mit einem Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05. (mwi)
SV Werder Bremen: Hein – Arthur, Pieper, Friedl, Deman – Reis (79. Stalmach), Regeer (88. Erevbenagie), Chuki (46. Weiser) – Dinkci (63. Itten), Füllkrug, Grüll
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