DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

20 Millionen Euro von Catharina Cramer: Warsteiner-Eignerin stützt Unternehmen mit Privatvermögen

Wirtschaft

Soester Anzeiger Lokales Warstein 20 Millionen Euro von Catharina Cramer: Warsteiner-Eignerin stützt Unternehmen mit Privatvermögen Von: Hannah Löseke Uns auf Google folgen Der Biermarkt schwächelt, die Absatzzahlen sinken. Nun sichert Catharina Cramer ihr Unternehmen mit einer 20-Millionen-Euro-Zusage ab und holt einen Sanierungsexperten dazu. Warstein – Dass Brauerei-Inhaberin Catharina Cramer die Haus-Cramer-Gruppe mit ihrem Privatvermögen über Wasser hält, ist laut Lebensmittelzeitung (LZ) „in der stets redseligen und hemdsärmeligen Bierbranche“ ein „offenes Geheimnis“. Aus dem jüngst veröffentlichten Jahresabschluss 2024 geht demnach zudem hervor: Sie hat eine sogenannte Patronats- und Rangrücktrittserklärung abgegeben, die sich auf 20 Millionen Euro beläuft und bis September 2027 befristet ist. Jetzt soll Restrukturierungsexperte Bodo-Joachim Wendenburg als neuer CEO an der Spitze der Haus-Cramer-Gruppe helfen, das Unternehmen im schwächelnden Biermarkt wieder auf Kurs zu bringen. Mit der Patronatserklärung sagt Catharina Cramer als Patron rechtsverbindlich zu, das Unternehmen wirtschaftlich zu unterstützen und es mit ausreichend Liquidität auszustatten, damit es seine Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern erfüllen kann. Die Erklärung soll außerdem den Finanzierungsbedarf, der aus der Unternehmensplanung resultiert, decken. Cramer gab sie ab, bevor sie sich Anfang 2025 als persönlich haftende Gesellschafterin und Geschäftsführerin aus der Holding zurückzog. Allerdings: „Sollte sich die Markt- und Absatzlage jedoch in den kommenden Jahren nicht stabilisieren und hierzu die definierten Maßnahmen der Unternehmensgruppe nicht den nachhaltigen Erfolg bringen, ist das Unternehmen im Bestand gefährdet“, heißt es im Abschluss, den die LZ zitiert. Mehr Rückgang als Biermarkt Wegen des veränderten Verbraucherverhaltens und der steigenden Kosten, besonders bei Energie und Löhnen, spitze sich die Lage auf dem deutschen Biermarkt weiter zu. Auch beim Absatzrückgang der Haus-Cramer-Gruppe sei kein Ende in Sicht: War die Dachmarke Warsteiner mit einer Jahresmenge von sechs Millionen Hektolitern einst das meistverkaufte Pils, rutschte sie 2025 unter 1,8 Millionen Hektoliter. Deshalb zogen die Geschäftsführer Raphael Rauer und Jens Hoffmann bekanntlich die Reißleine: Anfang Mai verkündete die Haus-Cramer-Gruppe, die Produktion von Herforder und Paderborner künftig nach Warstein zu verlagern. In der ersten Jahreshälfte büßte der Biermarkt laut LZ gut fünf Prozent Menge ein, Warsteiner rutschte allerdings insgesamt um mehr als zehn Prozent in den Keller. „Laut Marktforschungsdaten verlor die Marke im Lebensmittelhandel und in Getränkeabholmärkten im ersten Halbjahr um 9,6 Prozent beziehungsweise 51 000 Hektoliter“, schreibt die LZ. Auch Herforder und Paderborner büßten demnach deutlich ein. Immerhin: Den Umsatz steigerte die Haus-Cramer-Gruppe 2024 um 1,3 Prozent auf 392 Millionen Euro. Das resultiere in erster Linie aus Preiserhöhungen. 2025 sei allerdings auch ein leichter Rückgang der Erlöse eingetreten. Das Eigenkapital der Gruppe sank zum Jahresende 2024 auf 20,5 Prozent. 2020 habe sie noch bei deutlich über 40 Prozent gelegen. Catharina Cramer halte das Familienunternehmen über Wasser, so die Lebensmittelzeitung. In den sonstigen Verbindlichkeiten stecken demnach „Verbindlichkeiten zur Konzernfinanzierung durch eine Schwestergesellschaft in Höhe von knapp 39 Millionen Euro sowie rund 10 Millionen Euro gegenüber der Gesellschafterin Frau Catharina Cramer“. Kurze harte Schnitte Um das Unternehmen wieder auf die Beine zu stellen, übernimmt seit diesem Donnerstag Bodo-Joachim Wendenburg die Führung der Haus-Cramer-Gruppe als Chief Executive Officer (CEO) und Chief Restructuring Officer (CRO). „Herr Wendenburg wird in der Geschäftsführung insbesondere die Restrukturierung des Unternehmens im Kontext der anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen im Markt verantworten“, sagte Catharina Cramer. „Ich freue mich, ihn für diese Aufgabe gewonnen zu haben. Er hat mein vollstes Vertrauen.“ Hier wird gebraut Teile der Herforder-Produkte werden derzeit schon in Warstein gebraut und mit der Etikett-Aufschrift „Gebraut im Sauerland“ vertrieben. „Seit Frühjahr“ ist das schon so, erklärt Unternehmenssprecherin Laura Heinzelmann. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, nicht alles auf einen Schlag umzustellen.“ Für die Warsteiner Kollegen wäre es laut Laura Heinzelmann sonst „ein massiver Mehraufwand“, schließlich müssen sie sicherstellen, dass alles läuft, und gegebenenfalls Anlagen nochmal anpassen. Am Ende des Sommers, so Heinzelmann, wahrscheinlich im August, werde dann alles in Warstein gebraut. Dann werde auch die Produktion der Marke Paderborner schrittweise umgestellt. Wendenburg war bereits seit einigen Monaten als Berater für die Haus-Cramer-Gruppe tätig. Verantwortlich ist er in erster Linie für die Restrukturierung mit Fokus auf Liquidität und Ergebnis. Als erfahrener Restrukturierungsexperte war er laut Mitteilung der Haus-Cramer-Gruppe zuletzt als Interim-Manager und Berater erfolgreich in verschiedenen Unternehmen der Konsumgüterindustrie tätig. Der Lebensmittelzeitung sagte er 2025, dass das alte Management immer dazu neige, am Status Quo festzuhalten. Daher setze er am Anfang auf kurze harte Schnitte. Catharina Cramer will sich derweil auf ihre Rolle als Gesellschafterin und das „Family Office“, also alles, was mit dem Privatvermögen der Familie Cramer zusammenhängt, konzentrieren. Die Haus-Cramer-Gruppe zeigt sich aber zuversichtlich, die Krise zu meistern und das Familienunternehmen in der neunten Generation auch in die zehnte Generation zu übergeben: „Wir glauben fest daran“, sagt Unternehmenssprecherin Laura Heinzelmann. Details dazu, wie die Restrukturierung aussehen könnte, kann sie noch nicht nennen. Mit Blick auf immer weniger Biertrinker und die steigende Beliebtheit alkoholfreier Alternativen sagt sie aber, man werde sich nach den Marktbedingungen richten.

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