DAX +0,74 % 26.319,45 Pkt 18:00:00 MDAX -0,06 % 32.407,20 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,33 % 6.523,86 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,57 % 54.036,93 Pkt 22:50:36 S&P 500 +0,44 % 7.757,64 Pkt 22:50:24 Nasdaq +1,24 % 26.690,62 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,12 % 65.606,71 Pkt 08:45:02 Gold +1,36 % 4.399,70 USD 22:59:55 Silber +0,26 % 63,50 USD 22:59:56 Brent 0,00 % 83,55 USD 22:59:58 WTI 0,00 % 78,18 USD 22:59:59 Bitcoin +0,42 % 65.175,04 USD 19:08:00 EUR/USD +0,04 % 1,15620 USD 23:29:25 EUR/GBP -0,15 % 0,85670 GBP 23:29:25 EUR/CHF +0,13 % 0,93350 CHF 23:29:25 EUR/JPY +0,13 % 182,378 JPY 23:29:25

234 % mehr Gewinn

Wirtschaft

Wie deutlich sich das zweite Quartal vom schwachen Jahresstart absetzt, zeigt vor allem der Gewinn: Von April bis Juni verdiente Giant netto 630 Mio. NT$ (New Taiwan Dollar) und damit mehr als im gesamten ersten Halbjahr. Für die ersten sechs Monate stehen unter dem Strich lediglich 435 Mio. NT$ – das erste Quartal war entsprechend noch negativ ausgefallen. Giant Q2 2026: Die Zahlen im Überblick Q2-Umsatz 16,67 Mrd. NT$, +5,8 % gegenüber Vorjahr Q2-Nettogewinn 630 Mio. NT$, laut Giant +234 % gegenüber Vorjahr Q2-Bruttomarge 24,2 %, nach 20,4 % im Vorjahresquartal Q2-EPS 1,62 NT$ je Aktie H1-Umsatz 29,19 Mrd. NT$, rund -10,5 % gegenüber H1 2025 H1-Nettogewinn 435 Mio. NT$, rund -22,3 % gegenüber H1 2025 H1-Bruttomarge 22,3 %, nach 19,1 % im Vorjahr H1-EPS 1,11 NT$ je Aktie Finanzmitteilung der Giant Group Europa: Bestandsbereinigung nähert sich dem Ende Für den europäischen Fahrradmarkt steckt die spannendste Aussage nicht unbedingt in den Gewinnzahlen. Giant erklärt ausdrücklich, dass sich die Bestandsbereinigung in Europa ihrem Abschluss nähere und sich die Nachfrage deutlich erholt habe. Das Eigenmarkengeschäft sei dort im ersten Halbjahr durch neue Modelljahrgänge wieder gewachsen. Wie weit die Normalisierung tatsächlich fortgeschritten ist, lässt sich aus dem Bericht allerdings nicht exakt ablesen. Giant nennt weder einzelne Länder noch trennt der Konzern zwischen eigenen Beständen, Distributoren und Fahrradhandel. Die Aussage bedeutet daher nicht automatisch, dass die Lager im europäischen Fachhandel bereits flächendeckend auf Normalniveau angekommen sind. Andere Branchendaten zeichnen ebenfalls ein etwas vorsichtigeres Bild. Shimano berichtete Ende Juli zwar von soliden Frühjahrsverkäufen in Europa, bezeichnete die Marktbestände jedoch weiterhin als etwas hoch. Auch die deutschen Marktdaten von ZIV und VSF zeigten zuletzt eine schrittweise Entspannung, aber noch keine vollständige Normalisierung im Handel. Weniger Räumungsrabatte verbessern die Marge Woher der kräftige Ergebnissprung kommt, lässt sich zumindest in Teilen nachvollziehen. Giant nennt einen höheren Anteil margenstärkerer Eigenmarkenprodukte, neue Modelle und deutlich weniger notwendige Räumungsrabatte als wichtige Faktoren. Die Q2-Bruttomarge stieg dadurch von 20,4 auf 24,2 %. Bemerkenswert ist, dass Giant im Finanzbericht auch ein konkretes Fahrrad hervorhebt: Das neue Propel habe mit starken Verkäufen zur Verbesserung des Produktmixes beigetragen. Wie groß der Anteil des Aero-Rennrads am Margensprung tatsächlich ist, nennt das Unternehmen allerdings ebenso wenig wie konkrete Verkaufszahlen. Für die Branche ist der geringere Rabattdruck ohnehin die wesentlich breitere Aussage. In den vergangenen Jahren hatten hohe Lagerbestände bei Herstellern und Handel zu teils massiven Preisnachlässen geführt. Wenn weniger Ware über Rabatte abverkauft werden muss, verbessert das nicht nur die Marge der Hersteller – es wäre zugleich ein Hinweis darauf, dass sich Angebot und Nachfrage langsam wieder annähern. Das erste Halbjahr bleibt deutlich schwächer Von einer vollständigen Trendwende lässt sich bei Giant dennoch noch nicht sprechen. Der Umsatz im ersten Halbjahr sank von 32,61 auf 29,19 Mrd. NT$ und liegt damit rund 10,5 % unter dem Vorjahreswert. Beim Nettogewinn ging es von 560 auf 435 Mio. NT$ zurück. Die Verbesserung konzentriert sich also stark auf das zweite Quartal. Dort stehen erstmals wieder Umsatzwachstum, eine deutlich höhere Bruttomarge und erheblich mehr Nettogewinn gleichzeitig in den Büchern. Für einen der weltweit größten Fahrradhersteller ist das zumindest ein deutlich positiveres Signal als die Zahlen zu Jahresbeginn. Giant ist dabei nicht nur mit Marken wie Giant, Liv, Momentum und Cadex selbst am Markt aktiv, sondern zugleich einer der bedeutenden OEM-Produzenten der Fahrradindustrie. Eine nachhaltige Erholung des Konzerns wäre deshalb auch über das eigene Markenportfolio hinaus relevant. Welche Fragen noch offenbleiben Wie breit die Erholung bereits trägt, verrät Giant bislang nur eingeschränkt. Eine Aufschlüsselung nach europäischen Ländern gibt es nicht. Auch E-Bikes und Fahrräder ohne Motor werden in den aktuellen Zahlen nicht getrennt ausgewiesen. Ebenso offen bleibt, wie sich das OEM-Geschäft für das kommende Modelljahr entwickelt. Aus der Mitteilung geht weder hervor, ob Hersteller ihre Bestellungen für 2027 bereits wieder hochgefahren haben, noch ob die Vororders des Fachhandels auf ein übliches Niveau zurückgekehrt sind. Auch die verbesserte Marge wird nur qualitativ erklärt. Klar ist: weniger Räumungsrabatte, ein höherer Eigenmarkenanteil und neue Modelle haben geholfen. Wie viele der 3,8 zusätzlichen Prozentpunkte Bruttomarge auf die einzelnen Faktoren entfallen, schlüsselt Giant nicht auf. Merkt ihr beim Fahrradkauf bereits, dass hohe Räumungsrabatte und volle Lager seltener werden – oder bestimmen stark reduzierte Vorjahresmodelle den Markt für euch weiterhin?

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