DAX +1,75 % 26.039,68 Pkt 18:00:00 MDAX +0,99 % 30.798,65 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,64 % 6.207,07 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 52.342,56 Pkt 21:33:51 S&P 500 -0,03 % 7.720,39 Pkt 21:32:46 Nasdaq -1,11 % 26.184,73 Pkt 22:15:59 Nikkei 0,00 % 64.659,47 Pkt 07:45:03 Gold -0,80 % 4.019,10 USD 01:02:40 Silber -2,74 % 51,99 USD 01:02:39 Brent -3,25 % 111,57 USD 01:00:15 WTI +0,05 % 102,83 USD 01:02:37 Bitcoin -0,21 % 77.630,76 USD 01:12:39 EUR/USD +0,27 % 1,11860 USD 01:11:45 EUR/GBP -0,13 % 0,83580 GBP 01:12:42 EUR/CHF -0,31 % 0,92070 CHF 01:12:41 EUR/JPY +0,17 % 176,360 JPY 01:12:42

24 Millionen US-Dollar in 12 Sekunden verbrannt

Technologie

Doch zwei Monate kontinuierlicher Erfolg auf der Bärenseite verleiteten den Trader zu einer fatalen Fehlschätzung und er setzte einen großen Teil seines Vermögens einseitig ein, ohne ihn abzusichern. Als der Gesamtmarkt infolge einer angekündigten Bond-Rückkaufaktion des US-Finanzministeriums schlagartig nach oben drehte, geriet die massive Short-Position des Traders in Brand. Ethereum explodierte innerhalb von 24 Stunden um rund 18 Prozent, während Bitcoin die Marke von 64.000 Dollar überschritt und zielstrebig die 70.000-Dollar-Marke anvisierte.

Auf der dezentralen Krypto-Börse Hyperliquid hielt die Wallet eine offene Short-Position von 50.000 ETH im Gegenwert von rund 106 Millionen US-Dollar. Um 04:51:03 Uhr löste das automatisierte Risikomanagement-System der Börse die Zwangsliquidierung aus, da die Sicherheitsleistungen (Margin) nicht mehr ausreichten. Was folgte, war eine dramatische Kettenreaktion, die exakt 12 Sekunden später um 04:51:15 Uhr endete.

Die Börse versuchte verzweifelt, die gigantische Position über das Orderbuch abzuwickeln. In fünf Teilverkäufen entlud sich das Drama: Zunächst wurden 9.989 ETH zu einem Kurs von etwa 2.194 US-Dollar veräußert. Es folgten 20.698 ETH zu 2.210 US-Dollar, 15.830 ETH zu 2.214 US-Dollar und schließlich 1.872 ETH zu 2.237 US-Dollar. Für die letzten 1.417 ETH gab es im Orderbuch schlichtweg keine Käufer mehr auf akzeptablem Niveau. Hyperliquid musste den Restbestand über den internen Auffangfonds abfedern, um ein übergreifendes Marktversagen zu verhindern.

Hier zeigte sich die tückische Falle des Mechanismus: Um eine Short-Position zwangsweise zu schließen, muss die Börse den Basiswert am freien Markt zurückkaufen. Innerhalb dieser 12 Sekunden kletterte der Ether-Preis um rund 43 US-Dollar nach oben. Die eigenen Notverkäufe des Traders trieben den Kurs somit selbst exponentiell in die Höhe – jede verbleibende Tranche musste zu einem noch teureren Kurs zurückgekauft werden. Ein klassischer, ruinöser Teufelskreis.

Die Bilanz dieser 12 Sekunden ist verheerend: Ein gewaltiger realisierter Verlust von 23,92 Millionen US-Dollar vernichtete auf einen Schlag etwa die Hälfte aller Jahresgewinne, die sich der Trader über Monate aufgebaut hatte. Das Dashboard der Handelsplattform zeichnet ein schonungsloses Bild: Das einst millionenschwere Konto zeigt aktuell einen Restbetrag von exakt 35,61 US-Dollar – ein Minus von 100 % innerhalb von 30 Tagen.

Der Fall "pension-usdt.eth" war dabei aber kein Einzelfall, sondern nur die Spitze des Eisbergs: Im Zuge des flächendeckenden Marktausbruchs wurden an einem einzigen Tag weltweit Short-Positionen im Wert von gigantischen 2,74 Milliarden US-Dollar liquidiert.

Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

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