27 Kilometer langer Tunnel in 175 Metern Tiefe: Cern schaltet den Teilchenbeschleuniger für vier Jahre ab
Der Teilchenbeschleuniger LHC am Cern in Genf wird für vier Jahre abgeschaltet, um ihn umfassend zu modernisieren. Ziel des Umbaus ist es, die sogenannte Luminosität zu erhöhen, also die Zahl der Teilchenkollisionen pro Zeiteinheit. Eine Wiederinbetriebnahme ist frühestens für Juni 2030 geplant, wie der österreichische „Standard” berichtet. Durch das Upgrade soll der LHC als „High-Luminosity-LHC” deutlich leistungsfähiger werden und bessere Voraussetzungen für neue physikalische Entdeckungen schaffen. Cern schaltet Teilchenbeschleuniger für 4 Jahre ab Durch die Modernisierung sollen die Kollisionen um den Faktor zehn zunehmen. Mehr Kollisionen bedeuten mehr Daten für die Forschung und somit eine größere Chance, seltene Phänomene zu beobachten. Die Arbeiten betreffen einen zwei Kilometer langen Abschnitt des insgesamt 27 Kilometer langen Tunnels in rund 100 Metern Tiefe, vor allem die Bereiche der Experimente Atlas und CMS. Die Vorbereitungen für den Umbau sind technisch sehr aufwendig. So müssen die supraleitenden Magnete mit 100 Tonnen flüssigem Helium auf etwa minus 271 Grad Celsius gekühlt werden. Allein das Abpumpen des Heliums dauert mindestens einen Monat und da das CERN nicht über ausreichende Lagerkapazitäten verfügt, muss es an externe Firmen abgegeben werden. Nach dem Umbau soll der LHC voraussichtlich noch bis etwa 2040 betrieben werden, bevor er endgültig stillgelegt wird. ANZEIGE ANZEIGE 3 Fakten zu Cern Cern wurde 1954 gegründet und sitzt bei Genf an der Grenze zwischen 2 Ländern: der Schweiz und Frankreich. Der LHC, der bekannteste Teilchenbeschleuniger von Cern, hat einen Umfang von rund 27 km und liegt bis zu etwa 175 Meter unter der Erde. 2012 wurde das Higgs-Boson bestätigt: Am 4. Juli 2012 gab CERN bekannt, dass ein neues Teilchen entdeckt wurde, das zum Higgs-Boson passt – ein Meilenstein der modernen Physik. Komplett stillgelegt wird der Standort dennoch nicht. Bestimmte Anlagen müssen weiter gekühlt werden, wodurch weiterhin Abwärme entsteht. Während dieser Phase kann das Cern zwischen ein und fünf Megawatt Wärme liefern. Nur über insgesamt fünf Monate, verteilt über mehrere Jahre, ist keine Einspeisung möglich. Für das Fernwärmenetz ist das eingeplant. Die Cern-Wärme ist ein Baustein unter mehreren Quellen, die gemeinsam die Versorgung sichern.