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273 Millionen Follower als Marketingbudget: Dior gewinnt das Rennen um Hochzeitskleid von Taylor Swift

Unterhaltung

Offizielle Fotos fehlen noch – doch eines ist bereits bekannt: Taylor Swift und ihr Ehemann Travis Kelce trugen bei ihrer Hochzeit in New York Haute-Couture-Kreationen des Modehauses Christian Dior. Entworfen wurden die Outfits von Kreativdirektor Jonathan Anderson, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Damit hat sich Dior einen entscheidenden Vorteil im harten Wettstreit mit Chanel um begehrte Promi-Werbeaufträge verschafft.

Bislang sind keine offiziellen Aufnahmen von der streng abgeschirmten Feier im Madison Square Garden aufgetaucht. Die Gestaltung von Swifts Brautkleid gilt dennoch bereits als großer Erfolg für Anderson, einen nordirischen Designer, der erst seit rund einem Jahr an der Spitze von Dior steht.

Auch Chanels Kreativdirektor Matthieu Blazy ist erst seit vergangenem Jahr auf seiner Stelle. Er feierte kürzlich sein Debüt in der Haute-Couture-Brautmode mit dem aufwendig perlenbestickten Kleid für Dua Lipa bei ihrer Hochzeit auf Sizilien im Juni.

Doch die globale Strahlkraft von Swifts Hochzeit dürfte Dior einen Reichweitenvorteil verschaffen, mit dem Chanel diesmal nicht mithalten kann.

Swifts 273 Millionen Instagram-Follower und ihre treue weltweite Fangemeinde verschaffen der Marke eine Sichtbarkeit, mit der kaum eine klassische Marketingkampagne mithalten kann. Dies dürfte laut Reuters ein willkommener Impuls sein für ein Unternehmen, das versucht, die Nachfrage in einem schwächelnden Luxusmarkt wieder anzukurbeln. Dior teilte demnach mit, dass die Hochzeitsoutfits in den Ateliers in der Avenue Montaigne 30 in Paris entstanden und von Anderson in enger Abstimmung mit dem Brautpaar entworfen worden seien.

In der Vergangenheit setzte Taylor Swift häufig auf kleinere Labels

In den Wochen vor der Hochzeit hatte es Spekulationen über Swifts Designerwahl gegeben. Stella McCartney und Sarah Burton von Givenchy galten als Favoritinnen. Der Prognosemarkt Kalshi sah jedoch Dior vorn, gefolgt von Oscar de la Renta. Eine Einschätzung, die sich als richtig erweisen sollte.

Obwohl Swift regelmäßig High-End-Marken trägt, besucht sie selten Modeveranstaltungen und setzt bewusst auch auf kleinere Labels. Ihr Verlobungsring etwa stammt vom unabhängigen Juwelier Artifex Fine Jewelry, beim Verlobungsshooting trug sie Ralph Lauren – typisch für ihren amerikanischen Stil.

Der Zeitpunkt, zu dem Swifts Designer bekannt gegeben wurde, kommt für Anderson nicht ungelegen: Am Montag präsentiert er in Paris Diors Herbst/Winter-Haute-Couture-Kollektion.

Der Coup gelingt Dior in einer schwierigen Phase für die gesamte Branche. Lauren Sánchez trug bei ihrer Hochzeit mit Amazon-Gründer Jeff Bezos im vergangenen Jahr in Venedig ein maßgeschneidertes Dolce-&-Gabbana-Kleid. Doch das Label sucht derzeit nach Möglichkeiten, Kapital aufzutreiben, und verhandelt mit Banken über eine Umschuldung. Valentino, das 2022 ein Etuikleid für die Hochzeit von Nicola Peltz und Brooklyn Beckham entworfen hatte, meldete im vergangenen Jahr einen Verlust und verhandelt ebenfalls mit seinen Gläubigern. Für Dior könnte Swifts Ja-Wort damit zum richtigen Moment kommen.

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