28.000 Dollar in 28 Tagen: Microsoft-Mitarbeiter sprengt KI-Budget - der Konzern reagiert
Wie das Online-Wirtschafts- und Nachrichtenportal „Business Insider“ berichtet, tauchten in einer internen Übersicht fast 600 Datensätze von Microsoft-Mitarbeitern in den USA auf. Rund 350 Beschäftigte hatten darin ihre Nutzung von KI-Tools erfasst. Die Werte stammen aus einem internen System, das den Gegenwert der Nutzung innerhalb der vergangenen 28 Tage anzeigen soll. Microsoft zufolge befindet sich dieses Werkzeug noch in einer frühen Testphase.
Einzelne Mitarbeiter kommen auf Ausgaben von bis zu 28.000 Dollar
Den vorliegenden Angaben zufolge lag der Median der gemeldeten KI-Kosten bei etwa 300 US-Dollar (rund 258 Euro) innerhalb von vier Wochen. Besonders auffällig: In einem Fall summierten sich die Ausgaben auf 28.000 Dollar (rund 24.100 Euro). Dieser Spitzenwert soll aus dem Bereich Kunden- und Partnerbetreuung stammen.
Auch andere gemeldete Fälle lagen deutlich über dem Durchschnitt. Demnach wurden unter anderem Werte von 15.000 Dollar (rund 12.900 Euro) und 16.000 Dollar (rund 13.800 Euro) registriert. Insgesamt reichte die Spannweite damit von nur einem Dollar bis hin zu dem Extremwert von 28.000 Dollar in 28 Tagen.
CoreAI weist den höchsten Median bei den KI-Ausgaben auf
Während der höchste Einzelwert aus der Kunden- und Partnerbetreuung kam, lag der höchste Median laut Bericht in der Microsoft-Abteilung CoreAI. Dort belief sich der mittlere Wert auf 975 US-Dollar (rund 839 Euro) pro 28 Tage. Zum Vergleich: In der Kunden- und Partnerbetreuung lag der Median demnach lediglich bei 134 Dollar (rund 115 Euro).
ANZEIGE
ANZEIGE
Die Datenbasis ist allerdings begrenzt. „Business Insider“ zufolge wurden kleinere Teams bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Zudem sollen die Angaben freiwillig und anonym abgegeben worden sein, um Transparenz bei Gehalts- und Nutzungsfragen zu fördern. Offiziell oder vollständig seien die Daten nicht, Fehler seien ebenfalls möglich. Gemessen an insgesamt rund 223.000 Microsoft-Beschäftigten bleibt die Stichprobe mit etwa 350 Einträgen relativ klein.
Microsoft bremst interne KI-Nutzung aus
Trotzdem zieht Microsoft laut „404 Media“ Konsequenzen und verschärft die Regeln für den Einsatz von KI-Tools im Unternehmen. „Tokenmaxxing“ sei nicht das, worauf das Unternehmen hinarbeitet. Mit den neuen Ausgabenlimits will der Konzern die interne Nutzung offenbar stärker kontrollieren.
KI-Nutzung wird zur Kostenfrage
Immer mehr Unternehmen begrenzen der US-amerikanischen Wirtschafts- und Finanzzeitung „Wall Street Journal“ zufolge die KI-Nutzung ihrer Beschäftigten, um steigende Kosten für sogenannte Tokens zu kontrollieren.
Einheitliche Limits seien dabei schwierig: Zu niedrige Grenzen können Mitarbeiter davon abhalten, KI sinnvoll einzusetzen, während hohe Kosten nicht automatisch auf Verschwendung hindeuten. Unternehmen suchen deshalb zunehmend nach einem Mittelweg zwischen möglichst breiter KI-Nutzung und wirtschaftlich vertretbaren Kosten.
Microsoft: Milliardeninvestitionen in KI
Die Entwicklung ist bemerkenswert, weil beispielsweise Microsoft gleichzeitig massiv in künstliche Intelligenz investiert. Für das Kalenderjahr 2026 plant der Konzern nach eigenen Angaben Investitionen von rund 175 Milliarden US-Dollar (rund 150,9 Milliarden Euro). Ein erheblicher Teil davon fließt in Rechenzentren, Chips und andere Infrastruktur für Cloud- und KI-Dienste.
Unter anderem baut Microsoft im Rheinischen Revier in Nordrhein-Westfalen ein neues Rechenzentrums-Cluster auf, um die Kapazitäten für Cloud- und KI-Anwendungen in Deutschland deutlich zu erhöhen. In Bergheim erfolgte im März 2026 der Spatenstich.