3. Liga: Kein Sieger beim Sechs-Tore-Wahnsinn in Münster
Es war ein wildes Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Während der FC Saarbrücken in Durchgang eins klar dominierte, zeigte Preußen Münster nach der Pause eine starke Reaktion. Am Ende trennten sich beide Mannschaften leistungsgerecht mit einem 3:3 (1:3)-Unentschieden.
Erster Schuss, erster Treffer für den FCS
Münster wurde früh kalt erwischt, kassierte das erste Gegentor schon nach vier Minuten. Calogero Rizzutos Schuss aus der zweiten Reihe war eigentlich ziemlich unplatziert, doch Keeper Morten Behrens ließ ihn nur klatschen. Alexander Staff bedankte sich und schob locker zum 1:0 ein.
Auch der zweite Torschuss der Saarbrücker wurde gleich wieder gefährlich. Diesmal konnte Behrens den wuchtigen Versuch von Kai Brünker aber noch über die Latte lenken.
Die Preußen leisteten sich in dieser Phase zu viele Fehler im Aufbauspiel, so dass die Gäste fast im Minutentakt zu weiteren gefährlichen Chancen kamen. Nach einer knappen Viertelstunde war es einmal mehr Brünker, der den Ball nur knapp am langen Pfosten vorbeischob.
Saarbrücken war hier drückend überlegen und machte nach 19 Minuten das verdiente 2:0. Kelsey Owusu setzte sich gleich gegen mehrere Abwehrspieler durch - sein Schuss aus knapp 20 Metern prallte vom Innenpfosten ins Tor.
Preußen schaffen schnellen Anschluss
Es schien so etwas wie der Weckruf für die Münsteraner gewesen zu sein, denn nur 93 Sekunden später zappelte der Ball erstmals auch im Saarbrücker Netz. Nach schöner Flanke von Louis Kolbe traf Charalambos Makridis per Kopf zum 1:2. Jetzt war Münster endgültig in der Partie angekommen. Plötzlich waren sie deutlich wacher, setzten den Gegner unter Druck und kreierten auch eigene Chancen.
Doch auch die Gäste gaben weiter Gas und präsentierten sich an diesem Abend einfach gnadenlos effizient. Wieder war der starke Owusu beteiligt, der von der Grundlinie butterweich an den zweiten Pfosten flankte. Dort stand Florian Pick goldrichtig und drückte den Ball gegen die Laufrichtung von Behrens in die Maschen.
Nach einer halben Stunde standen für den FCS zehn Torschüsse, drei Tore und gut 70 Prozent Ballbesitz zu Buche. Münster dagegen tat sich im Spiel mit dem Ball heute extrem schwer - chancenlos war das Team von Trainer Thomas Wörle aber keineswegs.Nach 37 Minuten verhinderte einzig die Latte den erneuten Anschluss, kurz darauf kam Schulz frei zum Kopfball, setzte den Ball aber knapp drüber. So blieb es zur Pause beim Zwei-Tore-Rückstand für die Adlerträger.
Die Preußen hatten sich für den zweiten Durchgang offenbar einiges vorgenommen. Sie kamen schwungvoll aus der Kabine und näherten sich durch Ryan Johansson in der 48. Minute auch gleich wieder dem FCS-Tor an. Zwar wurde sein Abschluss noch geblockt, neun Minuten später aber war der Ball drin. Lucas Zeller sprang am höchsten und wuchtete den das Spielgerät zum 2:3 in die Maschen.
SCP-Joker trifft mit dem ersten Ballkontakt
Und der Wahnsinn war hier noch nicht zu Ende, denn nur fünf Minuten später schaffte Münster tatsächlich den Ausgleich. Torschütze war der erst Sekunden zuvor eingewechselte Montell Ndikom, der den Ball ins rechte obere Toreck hämmerte. Was für ein Treffer - und was für ein glückliches Händchen von Trainer Wörle.
Jetzt schnupperten die Hausherren sogar am Sieg. Johansson zwang mit seinem Fernschuss FCS-Schlussmann Matteo Bignetti zu einer Flugeinlage. Danach aber konnten alle an der Hammer Straße mal kurz durchschnaufen. Saarbrücken spielte wieder mehr mit und konnte den Ball wieder länger in den eigenen Reihen halten.
In der 82. Minute hatte dann der Gast nochmal die große Möglicheit auf das 4:3. Brünker versuchte es mit einem Flugkopfball, doch Behrens hielt den Punkt fest. Am Ende warf sich Torge Paetow noch in zwei Schüsse der Saarbrücker, ehe nach 95 nervenaufreibenden Minuten Schluss war. Aufgrund der starken Aufholjagd in Hlfte zwei dürfte Münster mit dem Remis gut leben können, zumal die Adlerträger dadurch in der Tabelle vor Saarbrücken bleiben.
Münster muss nach Mannheim - live im WDR-Stream
Weiter geht's für Münster am kommenden Sonntag. Am 7. Spieltag der 3. Liga treten die Adlerträger bei Waldhof Mannheim an. Anpfiff ist um 16.30 Uhr. Der WDR überträgt das Spiel live in der Radio-Reportage.
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