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3000 Jahre schwach - dann erholte sich die Atlantikströmung

Wissenschaft

Forscher haben neue Hinweise darauf gefunden, dass die wichtige Atlantikströmung Amoc während der letzten Eiszeit viel stärker schwankte als bisher angenommen.

Die Amoc ist ein großes Strömungssystem im Atlantik. Sie transportiert warmes Wasser aus dem Süden nach Norden und kaltes Wasser wieder zurück in die Tiefe. Dadurch beeinflusst sie das Klima rund um den Atlantik – auch in Europa.

Amoc-Strömung war 3000 Jahre lang schwach – aber nicht immer

Die Forscher untersuchten eine Zeit vor etwa 18.000 bis 15.000 Jahren. Damals war die Amoc insgesamt deutlich schwächer als heute. Diese Schwächephase dauerte ungefähr 3000 Jahre.

Neue Untersuchungen zeigen aber: Die Strömung blieb nicht die ganze Zeit gleich schwach. Sie wurde innerhalb dieser langen Phase mindestens zweimal deutlich stärker. Besonders stark war eine dieser Phasen vor etwa 16.300 Jahren. Sie dauerte mehrere Jahrhunderte.

Eine zweite, kürzere Verstärkung gab es vor ungefähr 15.400 Jahren. Das bedeutet: Auch wenn die Amoc insgesamt schwach war, konnte sie sich zeitweise wieder deutlich erholen.

Woher wissen die Forscher das?

Dafür untersuchten die Forscher Sedimente vom Meeresboden vor der Küste Brasiliens. In diesen Sedimenten finden sich winzige Meerestiere, sogenannte Foraminiferen. Sie bilden Kalkschalen, die Informationen über die damaligen Umweltbedingungen speichern.

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Anhand dieser Schalen können Forscher unter anderem feststellen, wie lange das Wasser in der Tiefe vom Kontakt mit der Meeresoberfläche getrennt war. Je kürzer diese Zeit war, desto schneller wurde das Tiefenwasser erneuert.

Das deutet auf eine stärkere Atlantikzirkulation hin. Die Untersuchungen zeigen, dass das Tiefenwasser vor etwa 16.300 Jahren deutlich schneller erneuert wurde als während der übrigen Schwächephase. Die Amoc war zu diesem Zeitpunkt also wesentlich stärker.

Mehr Wärme gelangte nach Norden

Die stärkere Strömung hatte Folgen für das Klima. Durch die kräftigere Amoc wurde wieder mehr warmes Wasser in Richtung Norden transportiert. Im Nordatlantik wurde das Oberflächenwasser dadurch zeitweise um bis zu drei Grad wärmer.

Auch die tropische Regenzone verschob sich nach Norden. Das hatte unter anderem Auswirkungen auf Brasilien: In Teilen von Nordostbrasilien wurde es während der stärkeren Amoc-Phase trockener.

Als die Atlantikströmung anschließend wieder schwächer wurde, nahm dort der Regen wieder zu. Auch die zweite Verstärkung der Amoc vor etwa 15.400 Jahren scheint mit einer trockeneren Phase in Brasilien zusammengefallen zu sein.

Auch der CO2-Gehalt stieg

Während der ersten stärkeren Phase der Amoc stieg außerdem der CO2-Gehalt der Atmosphäre. Vor etwa 16.500 bis 16.200 Jahren nahm die Konzentration von ungefähr 212 auf 231 ppm zu. Das sind rund 19 ppm mehr innerhalb von etwa 300 Jahren.

Die Forscher vermuten einen möglichen Zusammenhang mit der stärkeren Atlantikströmung. Eine kräftigere Amoc könnte kohlenstoffreiches Wasser aus der Tiefe in Richtung Südpolarmeer transportiert haben. Dort kann CO2 aus dem Wasser in die Atmosphäre gelangen.

Allerdings bedeutet das nicht, dass die stärkere Amoc allein für den CO2-Anstieg verantwortlich war. Wahrscheinlich spielten mehrere Faktoren zusammen.

Was bedeutet das für die heutige Zeit?

Hier ist Vorsicht wichtig: Die Untersuchung zeigt nicht, dass eine heute schwächer werdende Amoc automatisch wieder stärker werden wird.

Die damaligen Bedingungen waren völlig anders als heute. Damals befand sich die Erde am Ende der letzten Eiszeit. Die Studie zeigt aber etwas Wichtiges:

Die Amoc kann sich auch während einer längeren Schwächephase stark verändern. Sie ist also kein Strömungssystem, das einfach dauerhaft schwach bleibt, sondern kann sich innerhalb relativ kurzer Zeit deutlich verstärken oder abschwächen.

Das ist für die Klimaforschung wichtig, weil die Amoc einen großen Einfluss darauf hat, wie Wärme und Niederschlag auf der Erde verteilt werden.

Kurz gesagt

Die Amoc war etwa 3000 Jahre lang schwach, wurde zwischendurch aber zweimal deutlich stärker.

Eine dieser stärkeren Phasen dauerte mehrere Jahrhunderte.

Dadurch veränderten sich Wärme und Niederschlag. Auch der CO₂-Gehalt stieg.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Amoc deutlich stärker schwanken kann als bisher angenommen.

Die Erkenntnisse aus der Eiszeit lassen sich aber nicht direkt auf die heutige Amoc übertragen.

Von Eva Schmitt

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