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350 Einwohner und 1.256 Migranten: Piddington stimmt für die Unabhängigkeit

Welt

Piddington will nicht mehr britisch sein. Vielleicht wird es bald der Kern von Neu-England sein. Denn Donald Trump, um dessen Hilfe das Dorf nun bittet, hatte so etwas ja einmal angeregt. „Nennt es doch wieder England“, raunte er dem britischen Premier zu. Fast 99 Prozent der Wahlberechtigten hatten abgestimmt. Es gab 285 von 312 Stimmen für den Austritt aus dem Vereinigten Königreich.

Eine Dame mit strahlend bis funkelndem Lächeln, die stellvertretende Vorsitzende des Gemeinderats Susannah Parden, kommentierte das Abstimmungsergebnis mit den Worten: „Wir sind Piddington, das Dorf, das brüllt.“ The village that roars. Der Gemeinderatsvorsteher Tim McNally fügte hinzu: „Dies ist ein Beispiel für Demokratie in Aktion.“ Die Befürworter der Unabhängigkeit standen bereit mit einem Transparent, auf dem zu lesen stand: „Principality of Piddington“ – Fürstentum Piddington. Darin kann man getrost eine Anspielung auf die Priorität des Volkswillens sehen.

Doch das klare Votum des Dörfchens Piddington im südenglischen Oxfordshire wird von der regierenden Kamarilla nun als nur „symbolisch“ verstanden und präsentiert. Es hat allerdings einen sehr ernsten Hintergrund. Bis zu 1256 meist männliche Migranten will die Regierung in der Nähe des 350-Seelen-Dorfs auf einem ehemaligen Militärgelände einquartieren.

Lisa Nandy: Verschonung von Piddington wäre „unfair“

Andy Burnham behauptet, er verstehe die Aufregung und Leidenschaft der Dörfler. „Strength of feeling“ nennt man das vornehm auf Englisch. Dann noch ein wenig Blabla vom Typ „wir müssen die Zahlen runterkriegen“. Gemeint sind die illegalen Kanalüberquerer, aber das einfachste Mittel der Zurückweisung wird wohl auch Burnham nicht anfassen.

Zugleich verkündet die Ministerin für Digitales, Kultur, Medien und Sport Lisa Nandy, dass die neue Unterkunft in unmittelbarer Dorfnähe natürlich kommen werde. Alles andere wäre „zutiefst unfair“ gegenüber anderen Gemeinden, so die 47-Jährige aus Greater Manchester. Piddington hätte dann vermutlich einen kulturellen Vorsprung vor den anderen Gemeinden, der unfair wäre, und nur daher hat sich vermutlich die Kulturministerin der Briten zu Wort gemeldet.

Angeblich gibt es weitere Gemeinden, die sich dank Asylmigranten vervierfacht haben, so führt Lisa Nandy (*1979, aus Greater Manchester) ihren kulturellen Exkurs fort. Vermutlich sieht sie das als vorbildlich an. Es scheint der Labour-Plan für Britannien zu sein. Und anders als in Deutschland bekennt man sich auch seit geraumer Zeit zu dieser willentlichen Multikulturalisierung des Landes. Auch Nandys Karriere folgte dem klassischen Motto „Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal“, unter Vermeidung jeder praktischen Berufs- und Lebenserfahrung. Andy Burnham hat immerhin drei Jahre anderswo gearbeitet, bevor auch er zum Parlamentsmitarbeiter und Politiker wurde.

In Deutschland stehen Upahl, Ziesendorf, Illerkirchberg für dieselbe Erfahrung

Zusätzlich zu der Abstimmung haben mehr als 130 Frauen aus Piddington an alle weiblichen Abgeordneten im Parlament geschrieben, mit der Grundaussage: Wenn die Jungmännerunterkunft kommt, fühlen wir uns nicht mehr sicher in unserem Dorf. Ein Video hat dieselbe Botschaft: Die Frauen des Dorfs wären den Jungmännern im Verhältnis 10:1 unterlegen. Auf Nachfrage erklärte die Polizei (!) einer Einwohnerin, im Fall einer Gefahrensituation solle sie „weglaufen und sich verstecken“.

Und natürlich gibt es auch die eine Einwohnerin, die dieses Ausmaß an „Engstirnigkeit“ und Ausländerfeindlichkeit absolut herzzerreißend findet.

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