3D-gedruckte Batterie könnte Energiewende beschleunigen: „Kann einen echten Unterschied machen”
Ein Forschungsteam der Queen's University Belfast hat eine kostengünstige Batteriezelle im 3D-Druckverfahren entwickelt, die die Speicherung von Ökostrom weltweit vereinfachen könnte. Ausgangspunkt war ein praktisches Problem: Für seine Doktorarbeit benötigte der Wissenschaftler Hugh O'Connor einen sogenannten Flussakkumulator. Er stellte jedoch fest, dass kommerzielle Modelle zwischen 2.000 und 3.000 britische Pfund (rund 2.350 und 3.530 Euro) kosten. Wie der der britische Sender BBC berichtet, entwarf er daraufhin per 3D-Drucker ein eigenes Modell, dessen Herstellung nur rund 74 Pfund (rund 87 Euro) kostet und aus etwa zehn Einzelteilen besteht. Neue Batterie könnte Energiespeicherung revolutionieren Flüssigbatterien gelten als Schlüsseltechnologie, um Schwankungen bei Wind- und Solarenergie auszugleichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus speichern sie Energie in Flüssigkeiten. Bisherige Systeme setzen meist auf das seltene und teure Metall Vanadium. Die Forscher aus Belfast haben jedoch eine Variante auf Basis von Eisen entwickelt, das deutlich leichter verfügbar ist. Vernetzung statt Verkauf: Die Entwickler stellen die Bauanleitung der Batterie kostenlos zur Verfügung Wie die BBC berichtet, entschieden sich die Entwickler gegen eine kommerzielle Vermarktung der Erfindung. Stattdessen stellten sie die Pläne der weltweiten Wissenschaftsgemeinde kostenfrei zur Verfügung. „Wir sahen darin eher die Chance, unser Netzwerk auszubauen, anstatt eine kleine Summe Geld zu verdienen, und wir glauben, dass diese Technologie davon stark profitieren kann“, erklärt der Forscher seine Motivation. ANZEIGE ANZEIGE Die neue Technologie soll weltweit erforscht werden Nach Berichten der BBC arbeiten bereits mehrere internationale Institutionen mit der Neuentwicklung aus Irland. Ziel ist es, die Forschung zu standardisieren und marktreife Systeme schneller zu etablieren. Der Chemiker Josh Bailey von der Universität Belfast sieht einheitliche Standards als wichtigen Schritt, um Flussbatterien schneller für die Energiewende nutzbar zu machen. Ökostrom-Rekord in Deutschland Seit vielen Jahren ist klar: Erneuerbare Energien sind die Zukunft. Auch in Deutschland machte der grüne Strom zuletzt merkbare Fortschritte. Im ersten Halbjahr 2026 deckten erneuerbare Energien mit 58 Prozent so viel des deutschen Stromverbrauchs ab wie noch nie zuvor. Laut der Tagesschau waren eine höhere Stromerzeugung aus Windkraft an Land und auf See sowie ein weiterer Ausbau der Solarenergie die Hauptgründe für den Rekord. Trotz dieses aktuellen Erfolgs ist das gesetzliche Ziel von mindestens 80 Prozent erneuerbarem Strom bis 2030 noch deutlich entfernt. Fachleute betonen, dass der Ausbau erneuerbarer Energien Deutschland unabhängiger von fossilen Energieimporten macht und die Wirtschaft besser vor Energiepreisschwankungen schützt. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch – also nicht nur beim Strom – mit rund 21,5 Prozent im ersten Quartal von 2026 weiterhin deutlich niedriger liegt.