40 Jahre nach Tschernobyl: So sieht die Belastung von Pilzen aus
Im Wald Pilze sammeln und hinterher essen ist in Deutschland inzwischen kein großes Problem mehr. Denn 40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl seien die radioaktiven Belastungen bei den Pilzen deutlich gesunken, so das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) [externer Link] in Salzgitter.
Zum Artikel: 40 Jahre nach der Katastrophe - Das Atomunglück in Tschernobyl
In diesen Regionen sind manche Pilze höher belastet
Mit einer Einschränkung: In Süddeutschland sind die Werte von Cäsium-137 bei manchen Pilzen weiter erhöht. Wenn man nicht zu viel davon esse, sei die zusätzliche Strahlendosis jedoch unbedenklich. Besonders hohe Belastungen wurden demnach im Bayerischen Wald gemessen.
So enthielten dort Semmelstoppelpilze und Rotbraune Semmelstoppelpilze in einzelnen Proben mehr als 2.000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm. Bei Maronenröhrlingen wurden teilweise mehr als 1.000 Becquerel festgestellt.
Droht bei belasteten Pilzen Gefahr?
Soll man die höher belasteten Pilze trotzdem essen? Die Präsidentin des BfS, Inge Paulini, hält das bei einem maßvollen Verzehr für vertretbar. Jedoch müsse man individuell selbst entscheiden, ob man sich dieser geringen, aber vermeidbaren Strahlendosis aussetzen wolle. Eine Entscheidungshilfe kann folgender Grenzwert sein: Wenn ein Kilogramm Pilze mit mehr als 600 Becquerel Cäsium-137 belastet ist, dürfen die Pilze in Deutschland nicht verkauft werden.
Bei vielen anderen Pilzarten seien die für den aktuellen Pilzbericht des BfS ermittelten Messwerte hingegen unter fünf Becquerel pro Kilogramm geblieben, hieß es weiter. Dazu gehörten unter anderem verschiedene Champignonpilze.
Bei Aufnahme von Cäsium-137 im Körper kann unter anderem das Krebsrisiko steigen.
Halbwertszeit von 30 Jahren
Cäsium-137 ist ein radioaktives Isotop des Elements Cäsium, das nicht natürlich vorkommt. Es entsteht unter anderem bei der Kernspaltung in Atomkraftwerken. Mit einer Halbwertszeit von rund 30 Jahren zerfällt jeweils die Hälfte der vorhandenen Menge. Von dem Cäsium-137, das sich hierzulande 1986 nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl ablagerte, ist inzwischen etwas mehr als die Hälfte zerfallen.
Mit Informationen von AFP und epd