41 Millionen Menschen mit HIV weltweit
32,5 Millionen Menschen weltweit lebten 2010 mit HIV. Heute sind es rund 41 Millionen. Dieser Anstieg hat etwas Positives – denn er bildet unter anderem die Tatsache ab, dass HIV seit Mitte der 1990er-Jahre kein Todesurteil mehr sein muss. Im Gegenteil: Unter rechtzeitiger, funktionierender Therapie haben Betroffene die Chance auf eine normale Lebenserwartung, sie können alt werden bei guter Lebensqualität. Erhielten 2010 24 Prozent der Menschen mit dem Immunschwächevirus eine antiretrovirale Therapie, liegt der Anteil inzwischen bei 78 Prozent. Das ist ein großer Fortschritt – und trotzdem reicht das nicht. Denn noch immer sterben 570.000 Menschen pro Jahr an den Folgen von Aids. Und geschätzte 1,2 Millionen Kinder und Erwachsene infizieren sich neu mit HIV. AIDS beenden: Möglich wäre es Alle Instrumente, um die Epidemie beenden zu können, sind vorhanden: Tests zur Diagnostik, Präventionsmöglichkeiten, Medikamente. Doch an vielen Stellen macht die Menschheit momentan eine Rolle rückwärts: Wie UNAIDS anlässlich der 26. Welt-AIDS-Konferenz in Brasilien mitteilt, ging die internationale Finanzierung der HIV-Bekämpfung durch mehrere Geberländer um mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar zurück – die Summe sank von 8,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 7,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 (- 18 %). Es ist der niedrigste Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Zudem geraten Menschenrechte zunehmend unter Druck, heißt es in der Pressemeldung der Organisation. „Zum ersten Mal, seit UNAIDS diese Entwicklungen erfasst, hat die Kriminalisierung marginalisierter Bevölkerungsgruppen zugenommen.“ Demnach stellten im Jahr 2026 168 Länder Sexarbeit, 152 Länder den Besitz geringer Mengen an Drogen, 66 Länder gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen und 14 Länder Transgender-Personen unter Strafe. „AIDS lässt sich nicht beenden, solange Menschen mit HIV und jene, die dem höchsten HIV-Risiko ausgesetzt sind, kriminalisiert werden“, so Winnie Byanyima, geschäftsführende Direktorin bei UNAIDS. „Wenn Menschen Angst vor Festnahme, Gewalt oder Diskriminierung haben, nehmen sie HIV-bezogene Gesundheitsangebote nicht in Anspruch. Menschenrechte sind kein Nebenschauplatz der HIV-Bekämpfung – sie sind eine Grundvoraussetzung für ihren Erfolg.“