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48.000-Euro-Drohne aus Sperrholz legt Russlands größte Raffinerie lahm: Kiew flog einen Rekord-Angriff über 2500 Kilometer nach 12 Stunden in der Luft

Technologie

Die Ukraine hat am 6. Juli die Ölraffinerie von Gazprom Neft im russischen Omsk angegriffen. Dabei kam eine FP-1-Langstreckendrohne zum Einsatz, die mehr als zwölf Stunden bis zum Ziel flog. Die Raffinerie in Sibirien gilt als größter Benzinproduzent Russlands. Der Angriff setzte wichtige Teile der Anlage außer Betrieb. Getroffen wurde zunächst die Rohöldestillationsanlage CDU-10. Laut der Nachrichtenagentur Reuters brach dort ein Feuer aus. Allein diese Einheit verarbeitet 24.580 Tonnen Rohöl pro Tag und steht für rund 38 Prozent der Kapazität des Werks. Kurz darauf wurde auch die zweite große Anlage, CDU-11, abgeschaltet. Zuvor waren wichtige Netzwerkverbindungen beschädigt worden. Sie übernimmt weitere 37 Prozent. Damit fiel binnen kurzer Zeit ein Großteil der Verarbeitung in Omsk aus. Ukrainische FP-1-Drohne fliegt rund 2500 Kilometer bis nach Sibirien Die Strecke von der Ukraine bis nach Omsk beträgt rund 2500 Kilometer. Es war der bislang weiteste ukrainische Drohnenangriff in diesem Krieg. Die eingesetzte FP-1 stammt vom Hersteller Fire Point. Sie besteht aus einem Rumpf aus Sperrholz, Flügeln aus Schaumstoff sowie einer Ummantelung aus Glas- oder Kohlefaser. Angetrieben wird das Fluggerät von einem Zweizylinder-Kolbenmotor mit Propeller. Die Drohne startet von einer festen Plattform oder von einem Lastwagen. Ein Startbooster bringt sie zunächst in die Luft. Danach übernimmt der Kolbenmotor. Das ursprüngliche Modell war für eine Reichweite von 1600 Kilometern und einen Sprengkopf von bis zu 60 Kilogramm ausgelegt. Auf der Eurosatory-Rüstungsmesse in Paris zeigte Fire Point zuletzt eine neue Variante mit zusätzlichem Tank im Flügel. Dadurch stieg die Reichweite nach Firmenangaben auf 2700 Kilometer. ANZEIGE ANZEIGE Für den Angriff auf Omsk wurden die Drohnen laut dem Fachportal „Tom's Hardware“ weiter angepasst. Sie sollen leichter gebaut, mit größeren Tanks versehen und mit längeren Flügeln ausgestattet worden sein. Fire-Point-Mitgründer Denys Schtilerman sagte dem Bericht zufolge, ukrainische Planer hätten mehr als eine Woche lang eine Route um russische Luftabwehrstellungen herum vorbereitet. 48.000 Euro: Günstige Drohne gegen teure Luftabwehr Nach Firmenangaben kostet eine FP-1 weniger als 55.000 US-Dollar (rund 48.000 Euro). Fire Point produziert nach eigenen Angaben rund 100 Exemplare pro Tag. Firmenchefin Iryna Terech erklärte, das Modell führe inzwischen etwa 60 Prozent der ukrainischen Tiefenschläge in Russland durch. Langsame, tief fliegende Drohnen machen der russischen Luftabwehr offenbar zu schaffen. Sie ist vor allem auf schnelle Jets und ballistische Raketen ausgelegt, nicht auf kleine Ziele mit geringer Radarsignatur. Zwar ließ Moskau beim Angriff auf Omsk auch Su-57-Kampfjets aufsteigen, mehrere Drohnen drangen aber dennoch durch. Raffinerien geraten verstärkt unter Beschuss Die Raffinerie in Omsk verarbeitete 2024 rund 22 Millionen Tonnen Rohöl pro Tag. Das entspricht etwa 440.000 Barrel täglich. Am Tag nach dem Angriff stellte das Werk den Verkauf von Benzin und Diesel an der internationalen Rohstoffbörse in St. Petersburg ein. Der Generalstab in Kiew meldete für den vergangenen Monat 172 tiefe Angriffe in Russland. Im Februar waren es noch 85 gewesen. Seit Anfang Juni wurde Omsk demnach bereits die sechste große russische Raffinerie, die nach ukrainischen Angriffen ganz oder teilweise den Betrieb einstellen musste.

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