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50 Jahre Kiss in Düsseldorf: Doro Pesch feiert ihre musikalischen Helden

Unterhaltung

Fan-Event Ende Oktober

50 Jahre Kiss in Düsseldorf: Doro Pesch feiert musikalische Helden

Von dpa, t-online

25.10.2026 - 09:13 UhrLesedauer: 4 Min.

Vor 50 Jahren standen Kiss erstmals in Düsseldorf auf der Bühne. Jetzt wird das Jubiläum gefeiert. Mit dabei sind Metal-Sängerin Doro Pesch und Kiss-Gitarrist Tommy Thayer.

Für Doro Pesch ist Kiss weit mehr als nur eine Rockband. Die Musiker aus den USA haben die gebürtige Düsseldorferin maßgeblich geprägt. "Ich habe wegen Kiss angefangen, Musik zu machen", erzählt die 62-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Ihre Begeisterung begann in der Schulzeit mit dem Live-Album "Alive II" und dem Song "Detroit Rock City". Zu Karneval schminkte sich Pesch sogar im Stil ihrer Idole. Mitglied im offiziellen Fanclub Kiss Army ist sie bis heute.

Nun kehrt die als "Metal Queen" bekannte Sängerin für ein besonderes Jubiläum in ihre Heimatstadt zurück. Am Freitag, 30. Oktober, wird in der Mitsubishi Electric Halle unter dem Titel "KISS 50 Germany" das 50-jährige Jubiläum der ersten Deutschlandkonzerte der Rockband gefeiert.

Der Veranstaltungsort hat dabei eine besondere Geschichte: Am 19. Mai 1976 traten Kiss in der damaligen Philipshalle auf. Es war erst das zweite Deutschlandkonzert der Band, die einen Tag zuvor im Mannheimer Rosengarten ihre Deutschlandpremiere gefeiert hatte.

Kiss-Gitarrist Tommy Thayer kommt nach Düsseldorf

Die Originalband wird bei der Jubiläumsveranstaltung nicht auftreten. Stattdessen steht die Tribute-Band Kiss Forever Band auf der Bühne. Unterstützung bekommt sie von Tommy Thayer, der seit 2002 als Leadgitarrist bei Kiss spielt. Beim großen Finale wird auch Doro Pesch mitsingen.

Weitere Gäste sind Konzertveranstalter Ossy Hoppe und Fotograf Didi Zill, der die ersten Deutschlandauftritte von Kiss 1976 mit seiner Kamera begleitete.

Für Sammler gibt es ebenfalls eine Besonderheit: Fünf frühe Kiss-Alben wurden eigens für die Veranstaltung auf Vinyl neu aufgelegt. Sie erscheinen mit den ursprünglichen deutschen Plattencovern und Logos.

Für Pesch ist die Feier auch ein Wiedersehen mit einem alten Weggefährten. Tommy Thayer lernte sie durch Kiss-Bassist Gene Simmons kennen, der in ihrer Karriere eine wichtige Rolle spielte.

1988 durfte die Düsseldorfer Sängerin Kiss beim Festival Monsters of Rock ansagen. Später schickte sie Simmons eine Geburtstagskarte. Wenige Wochen danach kam es zu einem persönlichen Treffen in einem New Yorker Hotel.

Die Aufregung war groß. "Ich bin bald tot umgefallen", erinnert sich Pesch. Bevor sie Simmons gegenübertrat, sei sie dreimal um den Block gelaufen. Aus der Begegnung entwickelte sich eine Zusammenarbeit. Simmons produzierte ihr 1990 veröffentlichtes Album "Doro". Thayer war als Co-Produzent beteiligt und spielte Gitarrensoli ein.

Für Pesch war Simmons nicht nur ein berühmter Musiker, sondern auch ein wichtiger Lehrer. "Er meinte: Ich möchte nicht nur, dass wir ein tolles Album machen, ich möchte auch, dass du viel lernst", erzählt sie. Ihr Fazit: "Gene Simmons war echt mein Mentor."

Kiss-Gitarrist spricht über Zukunft der Rockband

Auch für Tommy Thayer hat das Jubiläum eine persönliche Bedeutung. Er selbst war erst 15 Jahre alt, als er Kiss im Februar 1976 in Oregon erstmals live erlebte. Wenige Monate später begeisterte die Band mit derselben Bühnenshow ihre ersten deutschen Fans.

Dass er eines Tages selbst Mitglied der Gruppe werden würde, hätte Thayer damals nicht für möglich gehalten. Nach vielen Jahren hinter den Kulissen übernahm er 2002 den Platz von Gitarrist Ace Frehley.

Obwohl Kiss ihre Abschiedstournee "End of the Road" 2023 beendeten, schließt der 65-Jährige weitere Auftritte nicht aus. "Die Band ist immer zusammengeblieben. End of the Road bedeutete das Ende der Tourneen", erklärt Thayer. Einzelne Konzerte oder eine längere Showserie an einem festen Veranstaltungsort seien weiterhin denkbar.

Daneben arbeitet Kiss an einem neuen Bühnenprojekt: Für 2028 ist in Las Vegas eine Show mit digitalen Avataren der Musiker geplant. Das Konzept erinnert an die Produktion "Abba Voyage". Thayer ist an der Entwicklung beteiligt.

Warum Kiss für Düsseldorf und Deutschland besonders sind

Deutschland spielte in der Geschichte von Kiss eine wichtige Rolle. Nach Einschätzung von Thayer absolvierte die Gruppe hier bei ihren Europatourneen wahrscheinlich mehr Konzerte als in jedem anderen Land.

Eine Besonderheit war das für Deutschland veränderte Bandlogo. Die gezackten Buchstaben S im ursprünglichen Schriftzug erinnerten an die Runen der nationalsozialistischen SS. Deshalb mussten für den deutschen Markt unter anderem T-Shirts und sogar die Beschriftungen der Schlagzeuge angepasst werden.

Mit nationalsozialistischer Symbolik habe das Logo nichts zu tun gehabt, betont Thayer. Es handele sich um Blitze, die typisch für die Band seien.

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