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552 Jobs betroffen: Deutscher Autozulieferer für Rolls-Royce pleite

Wirtschaft

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Delbrück (NRW) – Ein indisch-amerikanischer Investor versprach Millionen, zahlte aber offenbar bislang keinen Cent. Daher steht jetzt auch der deutsche Autozulieferer Paragon blank da.

Die bittere Folge: Der Zulieferer aus Ostwestfalen hat für die paragon GmbH & Co. KGaA sowie für die beiden Töchter paragon electronic GmbH und paragon movasys GmbH Insolvenzanträge beim Amtsgericht Paderborn gestellt. Betroffen sind 552 Mitarbeiter in sechs deutschen Werken. Die Gesellschaften in Kroatien und China sind laut Unternehmen nicht betroffen.

Der größte Standort befindet sich in Suhl ( Thüringen ). Dort arbeiten mehr als 250 Beschäftigte. Wie viele Jobs am Ende gerettet werden, ist noch offen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger sagt zu BILD: „Das Unternehmen hat eine erfreuliche Auftragslage. Die Produkte werden von den Kunden dringend benötigt. Daher bestehen grundsätzlich gute Chancen, wenngleich die Marktverhältnisse herausfordernd sind.“ Und Aufatmen bei den Beschäftigten: „Die aktuelle Auftragslage ermöglicht es uns, die Betriebe vorerst uneingeschränkt fortzuführen“, so der Sanierungsexperte.

Das spektakulärste Zulieferer-Teil kommt aus Oberbayern: Am Standort Landsberg am Lech fertigt Paragon die Hebemechanik für die berühmte Rolls-Royce -Figur „Spirit of Ecstasy“, besser bekannt als „Emily“. Das Markenzeichen der BMW -Tochter verschwindet per Knopfdruck im Kühlergrill.

Zugesagtes Darlehen nicht ausgezahlt

Nach Unternehmensangaben wurde die Insolvenz durch eine gescheiterte Finanzierung ausgelöst. Der indisch-amerikanische Investor Tejascore Techsystems mit Sitz in den USA hatte Paragon einen Kredit über zwölf Millionen Euro zugesagt. Jedoch kam das Geld nie an. Paragon wollte mit diesen Mitteln Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten abbauen. Ohne die zugesagten Millionen konnten fällige Zahlungen daher nicht mehr geleistet werden.

Vorwurf: arglistige Täuschung und Betrug

Besonders brisant: Nach Darstellung von Paragon habe das Tejascore-Management fälschlich behauptet, über mehr als 100 Millionen US-Dollar (etwa 86,6 Millionen Euro) zu verfügen. Daher prüfen die Anwälte des Autozulieferers rechtliche Schritte. Sie sehen Anhaltspunkte für arglistige Täuschung und Betrug . Firmengründer Klaus Dieter Frers äußert sich in einer Mitteilung: „Ich bin extrem enttäuscht von dem potenziellen Partner, der am Ende nur leere Versprechungen gemacht hat.“ Eine Anfrage von BILD an Tejascore blieb bislang unbeantwortet.

Der Umsatz von Paragon lag zuletzt bei mehr als 110 Millionen Euro. Doch auch dieser Zulieferer musste aufgrund verringerter Nachfrage seitens der Auto-Hersteller bereits in den vergangenen Jahren Umsatzeinbußen auffangen, so der Insolvenzverwalter.

Wie geht es weiter? Der Insolvenzverwalter: „Wir werden zeitnah einen strukturierten Investorenprozess starten, um potenzielle Investoren anzusprechen. Erste Interessenten haben sich unabhängig davon bereits bei mir gemeldet.“

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