6 Tote in Stade: Schwiegermutter von SPD-Politiker fuhr Fluchtwagen
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Stade (Niedersachsen) – Aus Wut über einen Sorgerechtsstreit erschoss Fatih G. (45) kaltblütig sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung. Danach raste er in einem Mercedes-AMG vom Tatort. Am Steuer des Fluchtwagens: die mutmaßliche Patentante (65) seiner drei Monate alten Tochter. Jetzt wird bekannt: Sie ist die Schwiegermutter des SPD-Politikers Deniz Kurku (43). Er ist Landesbeauftragter für Migration. Nach BILD-Informationen hat Kurku die SPD-Fraktion über die familiäre Verbindung informiert. Wie der NDR zuerst berichtete, versendete der Anwalt des Politikers eine offizielle Stellungnahme. In dem Schreiben drückt der Politiker „tief empfundene Anteilnahme“ aus und erklärt, dass die in den Medien erwähnte „Patentante“ des betroffenen Säuglings seine Schwiegermutter sei. Von der Tat wusste er im Vorfeld nichts. Auswirkungen auf sein Amt habe die Verbindung zu dem Fall aus Stade nicht, betonte die SPD. Kurku sei „hoch anerkannt“. Die Ermittler prüfen derzeit, welche Rolle Kurkus Schwiegermutter in dem Fall spielt. Ein Haftbefehl gegen die 65-Jährige liegt derzeit nicht vor. Nach BILD-Infos soll sie vor der Tat nichts von Fatih G.s Vorhaben gewusst haben. Der 45-jährige Killer hatte in der Mutter-Kind-Wohngruppe einen Termin für ein Hilfeplangespräch, bei dem es um das Sorgerecht seiner drei Monate alten Tochter ging. Als er nach der Bluttat zu ihr in den Mercedes stieg, soll Fatih G. die Frau mit vorgehaltener Waffe zum Losfahren gezwungen haben. Patentante setzte sich für Fatih G. ein Dabei setzte sich Kurkus Schwiegermutter für den mutmaßlichen Sechsfach-Mörder im Vorfeld ein. Drei Tage vor der Tat verschickte sie ein 20-seitiges Dokument an mehrere Medien. In dem Schreiben berichtet die Patentante über den Sorgerechtsstreit, den Fatih G. und seine Lebenspartnerin mit den Behörden in der Region Hannover führten. Gegen den 45-Jährigen laufen Ermittlungen „wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen“, bestätigte der Erste Staatsanwalt Oliver Eisenhauer von der Staatsanwaltschaft Hannover gegenüber BILD.