6,1 Millionen Tonnen Nudeln in der EU - und zwei Drittel kommen aus einem einzigen Land
6,1 Millionen Tonnen Nudeln hat die Europäische Union im Jahr 2025 als verkaufte Produktion verzeichnet – gut 4,2 Millionen Tonnen davon stammen allein aus Italien. Das hat das Statistische Bundesamt auf Grundlage von Eurostat-Daten mitgeteilt. Deutschland rangiert mit gut 304.000 Tonnen auf Platz drei der EU-weiten Nudelproduktion – hinter Spanien, aber mit einer Besonderheit, die kein anderes großes Herstellerland bietet.
69 Prozent aus einem Land: Italiens Dominanz in Zahlen
Wer Teigprodukte wie Spaghetti, Penne oder Fusilli kauft, greift in Europa mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Packung aus italienischer Fertigung. 69 Prozent aller in der EU verkauften Teigwaren wurden 2025 dort hergestellt – ein Anteil, der die Konkurrenz weit hinter sich lässt.
Spanien folgt mit 379.000 Tonnen und kommt auf sechs Prozent. Alle übrigen EU-Staaten teilen sich die verbleibenden 20 Prozent. Die Eurostat-Datenbank, auf der die Auswertung basiert, erfasst dabei ausschließlich ungekochte und ungefüllte Teigwaren – Fertiggerichte und gefüllte Pasta wie Tortellini zählen nicht mit.
Platz drei für Deutschland – mit steigender Tendenz
Gut 304.000 Tonnen Nudeln stellten deutsche Betriebe im vergangenen Jahr her. Das entspricht fünf Prozent der EU-weiten Menge. Im Vergleich zu 2024, als die Destatis-Statistik knapp 290.000 Tonnen auswies, ist die Produktion damit spürbar gewachsen.
Der Anstieg um rund 14.000 Tonnen zeigt, dass die heimische Branche ihre Kapazitäten ausgebaut hat. Ob sich der Trend fortsetzt, lässt sich aus einer einzelnen Jahreserhebung allerdings noch nicht ableiten.
46 Prozent mit Ei: Die deutsche Besonderheit
Fast jede zweite in Deutschland produzierte Nudel enthält Ei. Der Anteil von 46 Prozent liegt weit über dem EU-Durchschnitt von 18 Prozent. In Italien sind es 17 Prozent, in Spanien sogar nur zwei Prozent.
Die Vorliebe für Eiernudeln hat Tradition: Schwäbische Spätzle, fränkische Bandnudeln und andere regionale Spezialitäten prägen das Sortiment. Allerdings hat sich die Gewichtung bereits verschoben – seit 2023 werden in Deutschland mehr Nudeln ohne Ei als mit Ei hergestellt.
Drei von vier Nudeln stammen aus dem Ausland
Der dritte Platz als Produzent täuscht über die tatsächliche Versorgungslage hinweg. Rund drei Viertel der in Deutschland verzehrten Nudeln kommen laut Branchenverband VGMS nicht aus heimischer Fertigung, sondern werden importiert.
Allein 2024 führte Deutschland knapp 469.700 Tonnen Nudeln ein – deutlich mehr, als im Inland produziert wurde. 86 Prozent dieser Importe kamen aus Italien. Wer im Supermarkt zur Eigenmarke greift, hält also mit großer Wahrscheinlichkeit italienische Ware in der Hand.
10,1 Kilogramm pro Kopf: Wie viel Deutsche essen
Jeder Einwohner in Deutschland verzehrt im Schnitt 10,1 Kilogramm Nudeln im Jahr. Seit 1990 hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch damit mehr als verdoppelt.
Die gestiegene Nachfrage erklärt, warum der Import trotz wachsender heimischer Produktion so hoch bleibt. Der deutsche Markt umfasst laut VGMS im Wirtschaftsjahr 2025/26 rund 842.765 Tonnen Teigwaren – eine Menge, die die inländische Fertigung allein nicht bedienen kann.
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