650 Euro für einen Aldi-Eistee? Wir haben ausprobiert, ob das wirklich jemand bezahlt
Im Internet gibt es für alles einen Käufer. Können Menschen so verrückt nach einem Aldi-Produkt sein, dass sie dafür über 73.000 Prozent mehr bezahlen als den ursprünglichen Verkaufspreis? Nachdem Aldi eine Retro-Woche ausgerufen und Produkte aus den 90ern und 00ern ins Sortiment geholt hat, sind die Kunden ausgerastet. Neben Pils, Ketchup, Kaffee und Mayo schaffte es auch der River-Eistee zurück ins Regal. Doch letzterer blieb dort nicht allzu lange liegen. Die Preise klingen wie ein Fiebertraum Die hohe Nachfrage brachte auch „Geschäftstüchtige“ auf den Plan. Schnell wurden die ersten Inserate auf Kleinanzeigen veröffentlicht und von einem Hype war die Rede. Manch eifrige Verkäufer witterten das ganz große Geschäft mit dem 89-Cent-Eistee und kannten keine Grenzen bei ihrer Preisvorstellung. Laut Kleinanzeigen wurden im Zeitraum zwischen dem 13. und 20. Juli insgesamt 183 Anzeigen mit dem Keyword „River Eistee“ inseriert. Parallel dazu wurde im selben Zeitraum rund 65.000 Mal nach dem begehrten Getränk gesucht. Den Zuschlag für die dreisteste Preisvorstellung geht nach Gotha: 650 Euro für eine Packung, die angeblich 44 Stück Würfelzucker beinhalten soll, wurde hier verlangt. Im Schnitt lag der Preis bei 25 Euro. Dennoch verdeutlichen die Ausreißer nach oben, wie groß der Hype wirklich ist. Was bieten Fans wirklich für einen Eistee von Aldi? Wir wollten wissen, ob sich wirklich ein Käufer findet und schalteten selbst eine Anzeige. Dabei haben wir bewusst keinen Preis genannt, sondern wollten wissen, wie viel die Leute selbst dafür bieten würden. Innerhalb weniger Stunden meldeten sich insgesamt zwölf Interessenten. Aber: Keiner bot mehr als 5 Euro für eine Packung und selbst das entspricht einem Preisaufschlag von 562 Prozent. Ob Verkäufer, die mehr als 100 Euro für eine Packung verlangten, tatsächlich einen Abnehmer gefunden haben, ist fraglich. Unsere Anzeige wurde jedoch nach nur einem Tag gelöscht. Der Grund: Wir haben mit unserer Formulierung zum Bieterverfahren aufgerufen. Es gibt zwar die „Verhandlungsbasis, die signalisiert, dass der Preis auch verhandelt werden darf; Aufrufe zu Preisvorschlägen, um es dann an den Höchstbietenden zu vergeben, untersagen wir allerdings“, erklärt das Unternehmen auf Anfrage. Wir wollten den Eistee ohnehin nicht an den Höchstbietenden verkaufen, sondern lieber selbst trinken.