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7. Oktober in Berlin: Mehr Polizei, Gedenkfeiern und Anti-Israel-Demos

Welt

Der bewaffnete Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel jährt sich am Mittwoch zum dritten Mal. In Vorbereitung darauf stockt die Berliner Polizei ihre Einsatzkräfte am 7. Oktober deutlich auf: 1.000 Kräfte werden am Mittwoch im Einsatz sein, wie ein Polizeisprecher dem rbb am Dienstag mitteilte. Das seien in etwa 700 Einsatzkräfte mehr als an einem gewöhnlichen Wochentag.

Unterstützt werde die Berliner Polizei nach eigenen Angaben von der Bundespolizei und der Polizei Brandenburg. Im vergangenen Jahr - zum zweiten Jahrestag - hatte die Berliner Polizei sich sogar noch stärker aufgestellt, mit 1.400 Polizistinnen und Polizisten. Das lag daran, dass am 7. Oktober 2025 mehr Versammlungen angemeldet waren als dieses Jahr.

"Unseren ganz großen Schwerpunkt legen wir auf den Schutz von Gedenkveranstaltungen und Feiern der jüdischen Community", sagte Polizeisprecher Florian Nath. Da an verschiedenen Gedenkveranstaltungen auch Poltiker und bekannte Personen teilnehmen werden, seien die Schutzvorkehrungen noch einmal höher. Insgesamt sind für den Mittwoch zehn Versammlungen angemeldet - acht davon zur Solidarität mit Israel und zwei pro-palästinensische.

Der Polizeisprecher sieht die Berliner Polizei gut vorbereitet auf den Jahrestag. "Wir gucken uns das ganz aufmerksam an, sind aber auch nicht übermäßig argwöhnisch unterwegs", sagte Nath. Da die Polizei sich seit dem 7. Oktober 2023 verstärkt mit der pro-palästinensischen Szene auseinandersetze, sehe er wenig Grund zur Sorge. "Wir haben einen großen Erfahrungsschatz und wissen, wie wir deeskalieren können."

Die acht angemeldeten Versammlungen aus der und für die jüdische Community sind übers Stadtgebiet verteilt. Das zentrale Gedenken am Mittwochnachmittag (15 Uhr) findet auf dem Bebelplatz statt. Dort sollen unter anderen der israelische Botschafter Ron Prosor, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Abgeordnetenhaus-Präsidentin Cornelia Seibeld (CDU) sprechen.

Am Mittwochabend (ab 18:30 Uhr) soll zudem die israelische Flagge auf das Brandenburger Tor projiziert werden. Bereits eröffnet wurde am Montag im Roten Rathaus die Ausstellung "Unbroken". Sie erzählt die Geschichten israelischer Sportlerinnen und Sportler sowie ihrer Familien, die vom Hamas-Angriff betroffen waren. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bekräftigte zur Eröffnung erneut, alles für den Schutz jüdischen Lebens in der Hauptstadt zu tun.

Wegner selbst ist am Mittwoch nicht in der Stadt - er reist bis Donnerstag nach Israel. Geplant sind unter anderem Besuche im Kibbuz Re’im, der beim Hamas-Angriff schwer getroffen wurde, sowie am Hostages Square in Tel Aviv. Dort will er der Geiseln gedenken, die seinerzeit von der Terrororganisation verschleppt wurden. "Berlin steht fest an der Seite Israels: Mit meinem Besuch möchte ich die noch junge Städtepartnerschaft mit Tel Aviv weiter mit Leben füllen", teilte Wegner mit.

Die Religionsgemeinschaften setzen am 7. Oktober ein gemeinsames Zeichen. In der Berliner Gedächtniskirche (18 Uhr) wollen Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrerin Marion Gardei und Imam Kadir Sanci gemeinsam mit dem evangelischen Bischof Christian Stäblein und dem katholischen Erzbischof Heiner Koch der Opfer gedenken und für Frieden beten.

"Unsere Religionen teilen die Botschaft des Friedens und der Nächstenliebe", erklärte Imam Sanci. "Jüdische, muslimische, christliche und andere Menschen müssen sich die Hände reichen, damit das Leid ein Ende findet." Man wolle ein Zeichen des friedlichen Miteinanders senden, ergänzte Rabbiner Nachama. "Diese Spirale der Gewalt muss gestoppt werden." Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte an, zum Gottesdienst zu gehen und eine Rede zu halten.

Der Berliner Antisemitismusbeauftragte Samuel Salzborn begrüßte die zahlreichen Gedenkveranstaltungen. Öffentliche und sichtbare Zeichen seien wichtig, um an den antisemitischen Terror zu erinnern und Antisemitismus entgegenzutreten. Zugleich warnte er vor einer zunehmenden Täter-Opfer-Umkehr in der gesellschaftlichen Debatte.

"Die Ursache aller Entwicklungen seit dem 07. Oktober 2023 war ein bestialischer antisemitischer Terroranschlag, dem das Weltbild eines eliminatorischen Antisemitsmus zugrunde lag und der kein anderes Ziel hatte, als möglichst viele Juden zu töten", sagte Salzborn. Das drohe mit zeitlichem Abstand zu den Angriffen in Vergessenheit zu geraten.

Außerdem sind für Mittwoch zwei pro-palästinensische Versammlungen angemeldet. Eine davon am Checkpoint Charlie, sie findet jeden Mittwoch statt. Die andere hatte im Vorfeld für mehr Aufmerksamkeit gesorgt: Am Mittwochabend (ab 18 Uhr) soll eine Anti-Israel-Demo von Kreuzberg nach Neukölln führen. Sie ist mit 150 Teilnehmenden angemeldet und läuft unter dem Titel: "Down with Colonialism" (deutsch: nieder mit Kolonisation). Im Internet gibt es dazu Aufrufe mit dem Slogan: "Until total Liberation" (deutsch: bis zur vollständigen Befreiung).

Abgebildet ist eine Planierraupe, die einen Zaun und Stacheldraht durchbricht. Im Text wird der Terrorangriff von 2023 auf Deutsch, Englisch und Arabisch als Ausbruch aus dem Gefängnis Gaza, Aufstand gegen den "Zionismus" und "Leuchtfeuer der Standhaftigkeit" gefeiert. Das Landeskriminalamt Berlin ermittelt dazu wegen Gewaltverherrlichung.

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