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74 Prozent der Deutschen gegen geplantes Aus

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Rente mit 63 vor dem Aus: 74 Prozent legen sich fest – neue Umfrage gibt Merz eindeutige Hinweise

Von: Maximilian Kettenbach

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Knapp drei Viertel der Deutschen lehnen die Abschaffung der Rente mit 63 ab. Das ZDF-Politbarometer zeigt eine klare Ablehnung der Regierungspläne.

Die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung zur Abschaffung der abschlagsfreien Frührente stoßen in der Bevölkerung auf breite Ablehnung. Laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer sprechen sich knapp drei Viertel der Befragten (74 Prozent) gegen das Aus der umgangssprachlich als „Rente mit 63“ bekannten Regelung nach 45 Beitragsjahren aus. Lediglich 21 Prozent befürworten das Vorhaben.

Trotz der deutlichen Verteidigung des Status quo herrscht unter den Bürgern jedoch ein ausgeprägtes Bewusstsein für den Handlungsdruck: 83 Prozent der Befragten halten eine grundlegende Reform zur Stabilisierung des Rentensystems für wichtig oder sehr wichtig. Nur zwölf Prozent messen einer Rentenreform geringe oder gar keine Bedeutung bei. Für die repräsentative Erhebung befragte die Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 20. und 22. Oktober insgesamt 1.225 Wahlberechtigte telefonisch und online zur Frage, ob die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren beibehalten oder abgeschafft werden solle.

Widerstand in SPD und ostdeutschen CDU-Ländern gegen Abschaffung der „Rente mit 63“

Die Streichung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte – die schrittweise angehoben wurde und für den Jahrgang 1961 faktisch bei 64,5 Jahren liegt – ist ein zentraler Pfeiler der von der Regierungskommission vorgeschlagenen Rentenreform. Bundeskanzler Friedrich Merz und Ex-Arbeitsministerin Bärbel Bas hatten angekündigt, das Reformpaket der Kommission umsetzen zu wollen. Der neue Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer strebt im Streit über die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren einen „guten Kompromiss“ an. Er habe Kanzler Merz zugesichert, zügig und gründlich zu arbeiten, sagte der SPD-Politiker der Zeitung Rheinpfalz.

Doch gegen das Vorhaben formiert sich längst politischer Widerstand: Neben vielen Politikern aus der SPD und den Gewerkschaften kritisieren auch die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen) die Pläne. Sie warnen vor einem Vertrauensverlust bei Bürgern mit langen, körperlich fordernden Erwerbsbiografien und geringen privaten Vermögensrücklagen. Auch Umfragen zur Generationengerechtigkeit bei der Frührente spiegeln diesen gesellschaftlichen Konflikt wider. Allerdings zeigen Zahlen auch, dass die Frühverrentung auch bei gesunden Arbeitnehmern mit hohem Einkommen gerne genutzt wird.

Kompromissmodelle und Milliardensummen in der Debatte

In der Koalition wird angesichts der Kritik bereits über Kompromisslinien beraten. Diskutiert wird unter anderem eine Anhebung auf 46 oder 47 Beitragsjahre sowie eine engere Begrenzung auf körperlich schwer arbeitende Berufsgruppen.

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