DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

8.7. vor 23 Jahren: Siamesische Zwillinge starben bei riskanter OP

Unterhaltung

Heute vor 23 Jahren, am 8. Juli 2003, starben die siamesischen Zwillinge Ladan und Laleh Bijani, nachdem rund 50 Stunden zuvor ihre operative Trennung begonnen hatte. Der Eingriff galt als medizinische Sensation: Er war die weltweit erste Trennung erwachsener, am Kopf zusammengewachsener siamesischer Zwillinge. Bewegende Geschichten aus aller Welt gibt es unter "heute vor ... Jahren" nachzulesen. Die beiden 29-jährigen Frauen aus dem Iran waren sogenannte Kraniopagus-Zwillinge. Dabei sind zwei Menschen im Bereich des Schädels miteinander verbunden. Trotz ihrer Verbindung am Kopf lebten die Schwestern dennoch vergleichsweise selbstständig. Sie studierten Jura in Teheran und galten als ehrgeizig und gebildet. Beide hatten jedoch eigene Interessen und Zukunftspläne: Ladan wollte Juristin werden, Laleh Journalistin. Hinzu kam, dass sie im Alltag viele Bewegungen koordinieren mussten und sich ihre Charaktere teilweise sehr unterschieden. So wuchs bei beiden der Wunsch nach einem eigenständigen Leben. Genau deshalb entschieden sie sich 2003 trotz hoher Risiken für die chirurgische Trennung. Ein Team aus mehr als 100 Spezialisten, Ärzten und Assistenten wagte sich schließlich an die riskante Operation. Sie wurde in der Raffles-Klinik in Singapur (Südostasien) durchgeführt und begann am 6. Juli 2003. Der Eingriff galt als besonders kompliziert, da sich die Schwestern wichtige Blutgefäße im Gehirn teilten. Ihre Überlebenschancen wurden auf 50 Prozent geschätzt. Die Operation dauerte mehr als zwei Tage, dabei kam es zu schweren Komplikationen. Nach Angaben der behandelnden Ärzte verloren die Zwillinge während der Trennung gemeinsamer Hirnvenen große Mengen Blut. Der Gesundheitszustand der beiden Frauen verschlechterte sich daraufhin rapide. Ladan und Laleh Bijani starben noch während beziehungsweise unmittelbar nach dem Ende des Eingriffs am 8. Juli 2003 an Kreislaufversagen. Mediziner bezeichneten den Eingriff damals als weltweit einzigartig. Zwar wurden zuvor bereits siamesische Zwillinge getrennt, jedoch handelte es sich bei den Bijani-Schwestern um erwachsene Frauen. Dadurch war das Risiko deutlich höher, weil sich Blutversorgung, Organe und Körperfunktionen über Jahrzehnte gemeinsam entwickelt hatten. In den meisten Fällen erfolgen solche Operationen daher bereits im Kindesalter. Der Fall von Ladan und Laleh Bijani gilt bis heute als eines der bekanntesten Beispiele für die medizinischen Grenzen und Risiken bei der Trennung erwachsener siamesischer Zwillinge.

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