8.8. vor 19 Jahren: Der Fall Adrianna Hutto - Mord oder Unfall?
Heute vor 19 Jahren, am 8. August 2007, starb die siebenjährige Adrianna Hutto im US-Bundesstaat Florida. Was zunächst wie ein tragischer Badeunfall aussah, entpuppte sich später als Mordfall. Schließlich war es die Aussage ihres sechsjährigen Halbbruders AJ, die den Verlauf der Ermittlungen änderte. Bewegende Ereignisse aus aller Welt gibt es hier: heute vor ... Jahren. Nachdem Amanda Lewis, die Mutter von Adrianna und AJ, am 8. August 2007 einen Notruf abgesetzt hatte - sie habe ihre Tochter leblos im Swimmingpool im eigenen Garten vorgefunden - schien zunächst alles auf einen tragischen Unfall hinzudeuten. Doch je länger die Ermittlungen dauerten, desto mehr geriet diese Annahme ins Wanken. Eine entscheidende Rolle spielte letztlich die Aussage von Adriannas sechsjährigem Halbbruder AJ Hutto. Während einer videodokumentierten Befragung schilderte er den Ermittlern seine Beobachtungen und Erinnerungen an den Tag des Geschehens. Seine Aussagen widersprachen jedoch der bisherigen Darstellung des Vorfalls. Gemeinsam mit rechtsmedizinischen Gutachten, Zeugenaussagen und weiteren Beweisen führten sie dazu, dass die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Mutter der beiden Kinder erhob. Amanda Lewis soll in einem Anfall extremer Wut, weil ihre Tochter Chaos im Haus verursacht hatte, Adrianna in den Pool geworfen und ihr Gesicht unter Wasser gedrückt haben. Vor Gericht bestritt die damals 27-Jährige die Vorwürfe. Die Verteidigung stellte unter anderem die Zuverlässigkeit der Aussage ihres Sohnes infrage. Nach mehreren Verhandlungstagen kam die Jury jedoch zu dem Schluss, dass Adrianna Hutto nicht durch einen Unfall ums Leben kam, sondern Opfer eines Tötungsdelikts geworden war. Amanda Lewis wurde im Jahr 2008 wegen Mordes ersten Grades und schwerer Kindesmisshandlung schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt. Auch viele Jahre später beschäftigt der Fall Kriminalexperten und True-Crime-Fans weltweit. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Verbrechen selbst, sondern auch die Frage, welche Bedeutung die Aussage eines jungen Kindes im Zusammenspiel mit weiteren Beweisen in einem Strafverfahren haben kann. Zahlreiche Dokumentationen und Fernsehsendungen greifen den Fall bis heute auf – weil er zeigt, wie sich ein vermeintlich eindeutiger Unfall durch sorgfältige Ermittlungen als Verbrechen herausstellen kann.