Ab 2027 Geschäftsführer und Brückenbauer - DFB holt auch Mertesacker
Andreas Rettig, der in dieser Funktion zum Jahresende ausscheidet, soll Mertesacker in den kommenden Monaten einarbeiten. Der frühere Profi erhielt wie Klopp einen Vertrag bis 2030. "Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und die Verantwortung, die damit verbunden ist", sagte Mertesacker. Der Kontakt zum DFB sei auch nach dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere "nie abgerissen. Deshalb ist es für mich etwas Besonderes, nun in dieser Rolle zurückzukehren. Der deutsche Fußball verfügt über enormes Potenzial." Er wolle "mit Demut, dem Willen, hart zu arbeiten, und der nötigen Geduld die Talente und Persönlichkeiten fördern, die den Unterschied ausmachen". Mit der Verpflichtung des 41-Jährigen setzt der DFB sein Vorhaben um, frühere Spitzenspieler in verantwortungsvoller Position einzubinden. Mertesacker hatte zuletzt als WM-Experte für das ZDF gearbeitet. Im Hauptjob war er bis zum Ende der abgelaufenen Saison Leiter der Jugendakademie des englischen Meisters FC Arsenal. Der 63 Jahre alte Rettig wollte seinen Vertrag - allerdings unabhängig vom frühen WM-Aus im Sechzehntelfinale - nicht verlängern. Erfolgreich beim FC Arsenal Beim Top-Klub aus der englischen Premier League hatte Mertesacker 2018 seine Karriere beendet. In Deutschland spielte der gelernte Innenverteidiger zuvor für Hannover 96 und Werder Bremen. Höhepunkt seiner Länderspielkarriere war der WM-Triumph 2014 in Brasilien. Nach dem Finale gegen Argentinien (1:0 n.V.) beendete er nach 104 Länderspielen seine DFB-Karriere. Mertesacker mit hohem Ansehen Viele Granden des deutschen Fußballs sehen ihn als perfekte Ergänzung zum neuen Bundestrainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Rudi Völler. Lothar Matthäus oder Uli Hoeneß, auch Völler. Und Mertesacker selbst. "Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball was zurückzugeben - dafür stehe ich zur Verfügung", hatte er als ZDF-Experte am Rande der WM gesagt. Da saß er auf der linken Ecke des TV-Sofas, in weißen Sneakern. Eloquent, auch witzig und stets norddeutsch gerade. Das schätzt auch Hoeneß an ihm. "Alles, was Per im Fernsehen sagt, hat Hand und Fuß. Er ist nie beleidigend und trotzdem kritisch", sagte der Patron des FC Bayern. Mertesacker habe "immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen kann. Und: Er würde es niemals des Geldes wegen machen, sondern weil es ihn reizt." Harte Arbeiter, die seien gefordert. Immer den Blick auf die Jugend Als guter Redner mit hervorragendem Einblick in höchstwertige Jugendausbildung dürfte Mertesacker sehr wertvoll sein. Rettig war auch zuständig für die Verzahnung der Nationalmannschaft mit den U-Teams - ein Nachfolger Mertesacker als Brückenbauer im Zusammenspiel mit Nachwuchsdirektor Hannes Wolf, der die gesamte Ausbildung neu aufgestellt hat: Das könnte passen.