Ab 2028: Das ändert sich an der Supermarktkasse
Zu viele Zettel im Portemonnaie? Ab 2028 soll dieses Problem behoben werden. Es gibt eine erhebliche Änderung beim Bezahlvorgang an der Kasse.
Ein Kassenbon, vor allem aus dem Supermarkt, erfüllt für viele Kund:innen keinen Zweck. Oft wird er ohnehin weggeworfen, für die Steuererklärung ist er selten relevant. Ab 2028 soll er in seiner klassischen Form verschwinden.
Digitaler Kassenbon ab 2028: Was sich beim Einkaufen ändert
Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums beschlossen, der Papierbons ab 2028 weitgehend durch digitale Belege ersetzen soll. Wie "t-online" unter Berufung auf dpa und Reuters berichtet, soll der gedruckte Kassenbon damit nicht mehr der Standard sein.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erklärte dazu: "Wir schaffen die Pflicht für Papierbons ab. Digitale Belege werden Standard." Dadurch kann auch der Aufwand für Kund:innen und Unternehmen reduziert werden.
Beim Bezahlen im Supermarkt, in der Drogerie oder beim Bäcker könnte künftig häufiger ein digitaler Bon bereitgestellt werden. Dafür ist ein QR-Code denkbar, den Kund:innen an der Kasse scannen können. Auch eine E-Mail mit dem digitalen Beleg gilt als mögliche Option. Den Papierbeleg soll es weiterhin geben, wenn Kund:innen explizit darum bitten.
Warum die Bundesregierung offene Ladenkassen ersetzen will
Das Finanzministerium will auch Steuerhinterziehung erschweren. Moderne Kassensysteme sind im Handel laut Ministerium bereits weit verbreitet, es gibt aber noch etwa 115.000 sogenannte offene Ladenkassen. Bei solchen Kassen werden Einnahmen nicht immer elektronisch erfasst. Nach Darstellung des Ministeriums sind sie deshalb anfälliger für Missbrauch, weil Aufzeichnungen fehlen oder nur handschriftlich geführt werden.
Ab 2028 sollen Unternehmen mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz deshalb elektronische Kassensysteme nutzen müssen. Ausgenommen sind Steuerpflichtige, deren Barumsätze unter 12.000 Euro im Jahr liegen. Weitere Sonderregeln sollen später per Verordnung kommen, etwa für Vertrauenskassen in der Landwirtschaft.
Klingbeil sagt dazu: "Damit verhindern wir Steuerhinterziehung und schaffen faire Wettbewerbsbedingungen. Ich will, dass die Ehrlichen nicht die Dummen sind."
Für Verbraucher:innen bedeutet das letztendlich, dass die Zettel, die das Portemonnaie unnötig füllen, verschwinden werden. Steuerhinterziehung wird damit aber nicht erleichtert, sondern eher erschwert.