Ab heute kann über das Jugendwort des Jahres abgestimmt werden
Einmal im Jahr ruft der Langenscheidt-Verlag zur Abstimmung über das "Jugendwort des Jahres" auf. Wählen darf, wer zwischen elf und 20 Jahren alt ist. Zehn Begriffe oder Wortschöpfungen haben es in die finale Auswahl für das Votum geschafft. Das sind die verbalen Kandidaten: Die Zahlenfolge "67", da der Trend um die Wortkonstruktion aus den USA stammt, wird es im Englischen genau umgekehrt als im Deutschen ausgesprochen, also "six seven". Bekannt wurde die Formulierung vor allem durch die Verbreitung über die bei Jugendlichen besonders beliebte Plattform TikTok, Basketball-Memes oder den Song "Doot Doot (67)" des Rappers Skrilla. Eine konkrete Bedeutung versteckt sich nicht hinter der Zahlenfolge, Jugendliche nutzen sie daher zu nahezu jeder Gelegenheit. Auch "Digga" wieder auf der Liste Nominiert wurde auch das Wort "crashout". Verwendet wird es, wenn jemand komplett die Fassung verliert oder extrem emotional reagiert - manchmal auch in ironischer Form. Langenscheidt liefert dafür das Beispiel: "Wenn mein Akku gleich ausgeht, gehe ich Crashout." Ein bereits bekannter Kandidat auf der Auswahlliste: "Digga". Kann je nach Situation als persönliche Anrede herhalten, ähnlich wie Bruder oder verkürzt auch Bro (abgeleitet vom englischen Begriff brother), Kumpel oder auch als Anrede für jedermann. Aufwärtstrend dank TikTok Ebenfalls verstärkt durch TikTok gelangte die Formulierung "Du bist gut genug" in den jugendlichen Sprachgebrauch. Sie stammt aus dem Song der Interpreten "Kitschkrieg", "Blumengarten" und Shirin David. Inzwischen gibt es dazu zahllose Memes, Interpretationen und Parodien. Hinter dem nächsten Nominierten verbirgt sich Lob und Zustimmung. Wenn etwas als richtig gut gewertet wird, dann ist es laut Langenscheidt-Verlag "gute Käse" - zum Beispiel: "Der Song ist wirklich gute Käse." Nicht neu im Sprachgebrauch, aber aus Sicht des Langenscheidt-Verlags derzeit wieder verstärkt auf dem Vormarsch ist der "Macker". Passend für einen oder den festen Freund oder Kumpel, meist mit ironischer Bedeutung. Das Wort "Peak" steht ebenfalls zur Auswahl und entspricht nahezu seiner wörtlichen Übersetzung aus dem Englischen, wo es dem "Gipfel" entspricht. Damit ist in der Jugendsprache der Höhepunkt von etwas erreicht oder es steht für etwas, was nicht mehr übertroffen werden kann. Mit dem nächsten Begriff "Ragebait" sind Inhalte in sozialen Medien gemeint, die Aufmerksamkeit erregen und oft auch provozieren sollen. Etwa provokante Thesen, Falschbehauptungen oder abstruse Meinungen. Häufig gelingt es auf diese Weise, eine größere Reichweite für Beiträge zu erlangen. Sorry, ich meinte "Schere" Mit auf der Liste der Nominierten steht auch "Schere" - ein Begriff auf der Gaming-Szene. Dort wird er genutzt, um sich für einen Fehler zu entschuldigen. Mittlerweile kann er aber auch in quasi jeder Alltagssituation als Entschuldigung dienen, etwa wie: "Schere. Habe mich wochenlang nicht gemeldet." Der Kandidat "süper" stammt laut Langenscheidt aus dem Türkischen und entspricht dem Wort super. Bekannt geworden ist die Floskel demnach durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinen Rennen auf die Frage, wie es ihm gehe, mit "Süper!" antwortete. In bewährter Tradition hat tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner wieder die Aufgabe übernommen, die Jugendwort-Kandidaten professionell betont und ausgesprochen vorzulesen. Wobei es nicht immer beim reinen Vorlesen blieb. Denn einen Kandidaten stellt man am besten singend vor.