Abgeordneter erklärt seine vielen Fehlstunden im Bundestag
Als der Verfassungsschutz die AfD im Mai 2025 als „gesichert rechtsextremistisch“ einstufte, trat der Bundestagsabgeordnete Sieghard Knodel aus der Partei aus. Heute bereue er seine vier Jahre lange Mitgliedschaft, wie er dem „Spiegel“ sagte. „Ich schäme mich, bei der AfD gewesen zu sein“, sagte er dem Magazin. Er habe Fehler gemacht. Heute würde er „einem wie Björn Höcke niemals die Hand geben“. Knodel ist aber nicht nur für seinen Parteiaustritt bekannt. Er ist nach Informationen des „Spiegels“ auch der Abgeordnete mit den meisten Absenzen im Bundestag. 68 namentliche Abstimmungen habe der fraktionslose Parlamentarier in dieser Legislaturperiode verpasst. Der 65-Jährige sei an mehr als der Hälfte der Sitzungstage nicht anwesend gewesen. Er selbst erklärte das dem „Spiegel“ mit einem „physischen Burn-out“. Zudem würden ihn die Langzeitfolgen eines Autounfalls vor vielen Jahren belasten. Er könne sein Mandat auch abgeben, aber dann käme ein Nachrücker der AfD ins Parlament. Das wolle er verhindern. „Ich kann stur sein“, sagte er dem „Spiegel“. „So dreckig, wie ich behandelt wurde, tue ich denen den Gefallen nicht.“ Auch öffentliche Auftritte absolviert der Bundestagsabgeordnete dem Bericht zufolge kaum – trotz seines Gehaltes von fast 12.000 Euro im Monat. „Was Knodel macht, ist Betrug am Wähler und am deutschen Steuerzahler“, sagte der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Maximilian Gerner dem „Spiegel“. „Er muss das Mandat der AfD zurückgeben.“ (Tsp)