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Abgeordneter Janosch Dahmen reicht Eilantrag gegen GKV

Nation

Der Grünenabgeordnete Janosch Dahmen hat vor dem Bundesverfassungsgericht einen Antrag gegen die geplante Abstimmung zum Beitragsstabilisierungsgesetz im Bundestag eingereicht. Er will damit eine Verschiebung der Entscheidung erreichen, weil er die notwendigen Fristen im parlamentarischen Verfahren nicht gewahrt sieht.

»Ich habe soeben das Bundesverfassungsgericht angerufen, weil ich erhebliche Zweifel habe, dass dieses Gesetzgebungsverfahren noch den verfassungsrechtlichen Anforderungen an ein ordnungsgemäßes parlamentarisches Gesetzgebungsverfahren genügt«, sagte Dahmen am Rande des Gesundheitsausschusses. Zuvor habe seine Fraktion die Koalition eindringlich aufgefordert, die abschließende Beratung im Gesundheitsausschuss und die Abstimmung im Bundestag abzusetzen. Beides wurde abgelehnt.

Dahmen kritisiert 300 Seiten kurzfristige Änderungen

Das Gesetz zur Stabilisierung der Beiträge der Gesetzlichen Krankenversicherung hätte eigentlich am Freitag in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beraten werden sollen. Danach hätte es am selben Tag noch den Bundesrat passieren sollen. Es wäre damit das einzige Gesetz der geplanten Sozialreformen der Bundesregierung, das vor der Sommerpause abgeschlossen worden wäre. Dahmen ärgert sich primär über die kurzfristigen und weitreichenden Änderungen an dem Gesetz , die erst in den vergangenen Tagen bekannt wurden.

»Fast 300 Seiten Änderungsanträge mit zahlreichen neuen Regelungen wurden den Abgeordneten erst kurz vor der abschließenden Beratung vorgelegt. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass ein Gesetz mit Milliardenfolgen für 75 Millionen gesetzlich Versicherte unter diesen Bedingungen noch verantwortungsvoll geprüft werden kann«, sagte er.

Grundsatzentscheidung über Beratungsfristen in Kürze

Gegenüber dem SPIEGEL kritisierte Dahmen: »Ich habe zunehmend den Eindruck, selbst die Abgeordneten der Koalitionsfraktionen überblicken nicht, worüber sie da entscheiden sollen.«

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