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Abgeordneter Koçak äußert sich auf X – Pau greift ihn scharf an

Nation

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak hat sich auf X und Instagram zu einem veröffentlichten Chat mit Firas Remmo, dem Sohn des Remmo-Clanchefs Issa Remmo, geäußert. Die Chatnachrichten waren zuvor als Screenshot von Firas Remmo in einer Instagram-Story veröffentlicht worden.

Koçak richtete in den Nachrichten unter anderem „Grüße mit Respekt“ an Issa Remmo aus und bittet den Sohn, ein Video seiner Rede aus dem Bundestag zu verbreiten. Koçak und Firas Remmo sprechen sich darin als „Bruder“ an. In der Rede hatte Koçak die pauschale Zuordnung von Menschen zur sogenannten Clankriminalität aufgrund ihres Nachnamens kritisiert und den Begriff als politischen Kampfbegriff bezeichnet.

Firas Remmo kommentierte den Screenshot nach dem Wahlsieg der Linken am Montag mit den Worten: „Wir sind Teil von etwas Großem. Wir sind Sieger. Wir sind Macher. Wir sind ein Team“.

Koçak bestätigte Kontakt mit Firas Remmo

Koçak bestätigte auf X den Kontakt, bat um Entschuldigung und schrieb, Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet würden, seien nicht zu rechtfertigen.

Zu den veröffentlichten Chatverläufen erklärte Koçak, er rufe regelmäßig Menschen über seine sozialen Medien dazu auf, sich an politischen Aktionen zu beteiligen. „Im Zuge dessen hat sich auch Herr Remmo gemeldet“, schrieb er. Er kommuniziere jede Woche über seine Kanäle mit Hunderten Menschen aus Neukölln und habe mit Firas Remmo „wie mit jedem anderen Neuköllner auch“ geschrieben sowie dessen Vater höflich gegrüßt.

Zu diesem Zeitpunkt habe er nicht gewusst, um wen es sich handele. Das sei ihm erst kurz danach bekannt geworden. Doch warum schickte Koçak Remmo dann ausgerechnet ein Video zu einer Rede über Clankriminalität?

Gegenwind bekam Koçak dafür auch aus der eigenen Partei. Die langjährige, ehemalige Bundestagsabgeordnete Petra Pau schrieb öffentlich auf X an Koçak gerichtet: „Mir reicht es langsam. Als MdB hast Du eine Verantwortung, ich kann nicht mehr an Naivität glauben“.

Koçak hatte zuvor auf X angekündigt, er werde sich jetzt „die Zeit nehmen, um jeden Zweifel auszuräumen“. In Absprache mit seinem Team wolle er nun „sein Kommunikationsverhalten“ aufarbeiten und „volle Transparenz“ herstellen.

Petra Pau: „Antisemitismus war schon lange Thema“

Pau griff ihn dafür in einer Antwort scharf an: „Was heißt es eigentlich, Dir jetzt Zeit zu nehmen?“, fragte die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. „Übernehme endlich mal Verantwortung.“

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