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Abnehmmedikamente senken Bruchrisiko bei Diabetespatienten, Studie zeigt

Allgemein

GLP-1-Medikamente wie Ozempic könnten das Risiko für schwere Knochenbrüche bei Menschen mit Typ-2-Diabetes senken. Darauf weist eine große Studie (Quelle auf Englisch)hin, die Befürchtungen widerspricht, die Blockbuster-Medikamente könnten der Knochengesundheit schaden. Demnach hatten Patientinnen und Patienten, die neu mit einem GLP-1-Präparat begannen, über einen Zeitraum von drei Jahren ein um 21 % geringeres Risiko für sogenannte Fragilitätsfrakturen als vergleichbare Personen, denen DPP-4-Medikamente verschrieben wurden – eine andere Klasse von Diabetesmitteln. Menschen mit Typ-2-Diabetes haben trotz oft normaler oder sogar erhöhter Knochendichte ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche nach geringem Trauma – etwa bei einem Sturz aus dem Stand oder aus noch geringerer Höhe. Das „kann auf eine geringere Knochenfestigkeit, eine gestörte Mikroarchitektur des Knochens und einen beschleunigten Knochenabbau zurückgehen“, erklärten die Forschenden. Das Team wertete Gesundheitsdaten von mehr als 133 000 Erwachsenen im Alter von 50 bis 90 Jahren mit Typ-2-Diabetes in den USA aus. Der Zeitraum reichte von 2015 bis 2022. Bei Personen, die GLP-1-Mittel einnahmen, gingen Wirbelbrüche am stärksten zurück – um 32 %. Hüft- und Oberschenkelfrakturen nahmen um 30 % ab. Wichtig ist: Das geringere Frakturrisiko hing nicht von Veränderungen des Körpergewichts oder der Blutzuckerwerte ab. Das deutet darauf hin, dass die Medikamente direkt auf den Knochen wirken könnten. Die Ergebnisse widersprechen der seit Langem geäußerten Sorge, rascher Gewichtsverlust könne über eine verringerte Knochendichte das Frakturrisiko erhöhen. Die Forschenden betonten jedoch, dass die Studie nicht belegt, dass die Medikamente die Knochen tatsächlich schützen. Grundlage waren Beobachtungsdaten aus Krankenakten, keine randomisierte klinische Studie. Andere Faktoren – etwa körperliche Aktivität, Muskelkraft oder der Zustand des Skeletts zu Beginn – könnten die Resultate beeinflusst haben. Außerdem zeigte sich bei Menschen ohne Typ-2-Diabetes, die GLP-1-Präparate einnahmen, kein Schutz vor Brüchen. Die Ergebnisse lassen sich daher womöglich nicht auf Personen übertragen, die die Mittel ausschließlich zur Gewichtsreduktion nutzen. Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren sind nun prospektive klinische Studien nötig. Sie sollen klären, ob die beobachtete Senkung des Frakturrisikos auf einem tatsächlichen biologischen Effekt beruht – und ob er bei längerer Behandlung bestehen bleibt.

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