Absage für Marinehafen: Und trotzdem hat Bremerhaven einen Hauptgewinn
Trotz der Pistorius-Absage fließen Milliarden in Hafen, Stadt und Werften. Bremerhaven wird für die Zukunft fit gemacht, meint Reporter Levin Meis.
Die Absage von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Denn der Hafen in Bremerhaven ist auf einem guten Kurs in die Zukunft. Im letzten Winter kündigte die Bundesregierung an: Die Zeitenwende bringt frisches Geld in die Stadt. Viel Geld. Von mehreren Milliarden Euro ist die Rede. Allein der Bund investiert 1,35 Milliarden aus dem Verteidigungsetat in die Infrastruktur im Land Bremen.
Fragen & Antworten Wohin fließt die Milliarden-Investition in Bremen und Bremerhaven?
Über 1,3 Milliarden Euro gehen nach Bremerhaven und Bremen, um die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Nun hat das Vorhaben die nächste Hürde genommen.
Trotz Absage: Bremerhaven bekommt doch Geld
Der größte Profiteur ist der Hafen. Neben Kajen, Drehbrücke und Hafenbecken wird auch die Infrastruktur im Stadtgebiet fit für den Ernstfall gemacht.
Bremerhavener Rönner-Gruppe erhält Bauauftrag für Marine-Kriegsschiffe
Der Schiffbauer wird noch dieses Jahr anfangen, mehrere Fregatten für die Deutsche Marine im Fischereihafen zu fertigen. Sie sollen 2029 in Betrieb gehen.
Und damit nicht genug. Im Februar wurde bekannt, dass die Rönner-Gruppe im Fischereihafen vier Meko-Fregatten für die Marine bauen wird. Auch hier geht es um mehrere Milliarden Euro für den Bremerhavener Schiffbauer – und: weitere Aufträge könnten folgen.
Maersk und Eurogate investieren eine Milliarde Euro in Bremerhaven
Mit der Summe wollen die Logistikunternehmen ihr gemeinsames Container-Terminal modernisieren. Das Terminal soll künftig eine Million mehr Container umschlagen können.
Bremerhaven ist trotzdem wichtig
Das Geld aus Berlin, Bremen und dem Ausland provozierte sogar neidische Blicke aus dem Hamburger Hafen. Das Signal für die Stadt ist aber eindeutig: In Zukunft wird auf Bremerhaven gezählt – auch ohne einen Militärhafen. Der hätte sicher für weitere Milliarden und wichtige Arbeitsplätze gesorgt.
Reederei-Verbund auf Welt-Niveau startet: profitiert Bremerhaven?
Die Häfen in Bremerhaven und Wilhelmshaven werden Stationen der neuen Container-Allianz zwischen Maersk und Hapag-Lloyd. Es könnte eine Antwort auf eine Hamburger Kooperation sein.
Aber auch wenn mit der Absage der ganz große Jackpot ausgeblieben ist, einen Hauptgewinn erhält Bremerhaven trotzdem.
Wird in Bremerhaven bald ein Hafen für Kriegsschiffe gebaut?
Nach Informationen von buten un binnen prüft die Bundesmarine den "Blexer-Bogen" in Bremerhaven als Standort für einen Marinehafen.
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