DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.447,15 USD 07:18:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Absatz bricht ein, China-Markt kollabiert

Wirtschaft

Startseite Wirtschaft Nächste Hiobsbotschaft für VW: Absatz bricht erneut ein – China-Markt kollabiert Von: Patrick Freiwah Uns auf Google folgen Modellpalette halbieren, Stellen streichen, Werke auf der Kippe: Der Sparkurs von Volkswagen droht zu eskalieren. Nun kommt die nächste Schreckensnachricht. Wolfsburg – Update vom 10. Juli, 14:19 Uhr: Nun wurden Hintergründe bekannt, warum im Zuge der umfassenden Neuausrichtung bei Volkswagen das Sparpaket von der Geschäftsführung beim Aufsichtsrat durchgefallen ist. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, stimmten die Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen gegen das Paket. Da derzeit ein Sitz der Kapitalseite unbesetzt ist, haben Arbeitnehmer und Niedersachsen zusammen eine Mehrheit von zwölf zu sieben Stimmen im Aufsichtsrat. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hatte bereits im Vorfeld angekündigt, man werde keiner Entwicklung zustimmen, „die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setzt“. VW-Absatz bricht auch im zweiten Quartal des Jahres ein Update vom 10. Juli, 11:45 Uhr: Der Absatz von Volkswagen ist auch im zweiten Quartal des Jahres 2026 deutlich zurückgegangen: Weltweit verkaufte der niedersächsische Konzern mit knapp 2,1 Millionen Modellen rund 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie am Freitag bekannt wurde. Demnach brachen die Verkäufe in China – dem wichtigsten Absatzmarkt von VW – um satte 36,6 Prozent ein, während es insbesondere in Nord- und Südamerika sowie auf dem Heimatmarkt Europa Zuwächse gab. Bei der Kernmarke gingen die Auslieferungen sogar um 14 Prozent nach unten auf 1,02 Millionen Fahrzeuge. Etwas besser lief es bei Audi mit einem Minus von 8,2 Prozent auf 367.000 Autos. In Westeuropa wurden gut 900.000 Fahrzeuge ausgeliefert, knapp zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den E-Autos lag das Plus europaweit sogar bei knapp sechs Prozent auf gut 200.000 Fahrzeuge. VW setzt den Rotstift an: Modellangebot soll schrumpfen Erstmeldung vom 10. Juli: Volkswagen steht an einem Wendepunkt: Während der Aufsichtsrat in Wolfsburg über neue Sparpläne beriet, demonstrierten bundesweit Tausende Beschäftigte an fast 20 Standorten. Für Deutschland geht es bei den Entwicklungen um mehr als einen Konzern – die Zukunft einer ganzen Schlüsselindustrie. Geplant ist, die Modellpalette des Konzerns (außerhalb Chinas) schrittweise um bis zu 50 Prozent zu reduzieren und zugleich die Zahl der aufgeblähten Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent zu verringern. Konkrete Antworten zur weiteren Strategie, etwa zu möglichen Werksschließungen oder einem breiteren Stellenabbau, haben Vorstand und Aufsichtsrat bis dato nicht gegeben. Proteste bei Volkswagen und Betriebsrat im Krisenmodus Während zahlreiche Beschäftigte zeitweise die Arbeit niederlegten, wurde im Aufsichtsrat über Einschnitte beraten. Weit über 650.000 Menschen arbeiten weltweit im VW-Konzern, knapp die Hälfte davon in Deutschland. Viele von ihnen fürchten aufgrund der Krise um ihren Job. „Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten“, kritisiert derweil Betriebsratschefin Daniela Cavallo in einer Mitteilung. Das Gremium gilt traditionell als starke Stimme der Arbeitnehmerschaft im Konzern und dürfte die geplanten Kürzungen zugunsten höherer Rentabilität hart bekämpfen. VW nimmt in Deutschland Kurs auf radikale Straffung Dass mehrere VW-Werke in Deutschland unwirtschaftlich sind, ist schon länger klar. Über gleich vier Standorte soll in der Führungsetage diskutiert werden. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der im Aufsichtsrat sitzt, erklärte lediglich, der Zeitpunkt belastbarer Beschlüsse sei offen – ein Signal, das die Belegschaft von VW weiter verunsichert. Betriebsratschefin Cavallo reagierte verärgert auf den Verlauf der Sitzung. Sie forderte Konzernchef Oliver Blume auf, sich noch am heutigen Freitag (10. Juli) klar zu den Spekulationen zu äußern und die Beschäftigten von Volkswagen transparent zu informieren, um das Vertrauen in dieser schwierigen Phase nicht weiter zu beschädigen. Sparpläne von Volkswagen: Weniger Autos, weniger Investitionen Volkswagen will die jährliche Produktion konzernweit auf rund neun Millionen Fahrzeuge begrenzen – etwa eine Million weniger als zuletzt angepeilt. Vor der Corona-Pandemie kalkulierte VW noch mit bis zu zwölf Millionen Autos pro Jahr. Das alte Wachstumsmodell der Wolfsburger wurde also dringend einkassiert. Autobauer im Vergleich: Viele Angestellte, hohe Kosten Nach Mitarbeiterzahl gehört Volkswagen zur Spitzengruppe der Autokonzerne. Laut einer Auswertung von World Wide Mobility auf Basis aktueller Herstellerangaben beschäftigt Volkswagen mit gut 656.000 Mitarbeitern deutlich mehr Menschen als Toyota mit knapp 390.000. Konkurrenten wie Stellantis, Honda oder General Motors folgen mit jeweils rund 160.000 bis 250.000 Beschäftigten klar dahinter. An der Spitze thront den Angaben zufolge ein chinesischer Autobauer. Parallel sollen die Investitionen von bislang 180 Milliarden Euro auf 135 Milliarden Euro im Zeitraum von 2027 bis 2031 sinken, wie aus Konzernkreisen verlautet. Das spart Kapital, erhöht aber den Druck, Innovationen gezielter zu priorisieren. Für Deutschland bedeutet das: weniger Arbeit und weniger Werke. Zahlreiche Jobs bedroht – Werke in Deutschland auf der Kippe Nach Angaben der Bild könnten weltweit nun sogar bis zu 120.000 Stellen wegfallen. Betroffen wären auch Regionen, in denen Volkswagen seit Jahrzehnten als industrieller Anker der lokalen Wirtschaft gilt: Laut Spiegel will der Vorstand die Fahrzeugproduktion in Zwickau und Emden bereits 2031 auslaufen lassen. Das Werk in Hannover soll 2032 folgen, das Audi-Werk in Neckarsulm 2034. Am späten Donnerstagabend (9. Juli) meldete die Süddeutsche Zeitung, der Aufsichtsrat habe die Sparpläne des Vorstands vorerst gestoppt. Endgültig vom Tisch sind die Szenarien damit nicht. Vielmehr verschiebt sich die Entscheidung über die Zukunft der Werke – und damit über Tausende Industriearbeitsplätze. Am Freitag veröffentlicht VW die Quartalszahlen beim Absatz Parallel dazu präsentiert der Konzern neue Zahlen: Heute veröffentlicht der Autobauer seine Auslieferungen für das vergangene Quartal, auch BMW legt aktuelle Daten vor. Die Sportwagenmarke Porsche meldete bereits einen Rückgang der Auslieferungen im ersten Halbjahr um 16 Prozent – vor wenigen Tagen sickerte durch, dass Tausende weitere Jobs gestrichen werden. Kennzahlen zu Umsatz und Gewinn will Volkswagen in etwa zwei Wochen mit der Halbjahresbilanz vorlegen. In einer knapp vierminütigen Videobotschaft bemüht sich VW-Chef Blume um Zuversicht: „Deutschland ist unsere Heimat und bleibt für den VW-Konzern zentraler Industriestandort.“ Der Manager verweist auf starke Lieferketten und Ingenieurskunst, räumt aber ein: „Im globalen Wettbewerb reicht das nicht mehr aus.“ (Quellen: dpa, Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Bild, Volkswagen, World Wide Mobility)

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