Abschaffung der Mütterrente: Ökonomin will auch Reform der Witwenrente
Abschaffung und Reform
Wirtschaftsweise nimmt zwei Renten ins Visier
Von t-online, MST
Aktualisiert am 30.08.2026 - 03:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat sich erneut dafür ausgesprochen, dass neben der Abschaffung der abschlagsfreien Frührente auch das Aus der Mütterrente in Betracht gezogen werden sollte.
Nach Aussage der Wirtschaftsweisen Veronika Grimm stimmt "die Richtung", die die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz bei den Reformen eingeschlagen hat. Dennoch seien ihrer Einschätzung nach nicht "alle Möglichkeiten ausgeschöpft" worden.
Die Wirtschaftsweise plädiert im Interview mit dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) dafür, dass die Koalition aus CDU und SPD bei der Rente weitergehen müsse. Neben der Abschaffung der "Rente mit 63" sprach sich die Ökonomin für die Rücknahme der Mütterrente und eine Reform der Witwenrente aus.
Mütterrente und Witwenrente abschaffen
Die Mütterrente selbst kostet den Staat jährlich 13,5 Milliarden Euro. Zudem ließ die Wirtschaftsexpertin offen, wie eine Reform der Witwenrente ihrer Ansicht nach aussehen könnte.
Der Wirtschaftsweise Martin Werding hatte jüngst sogar die Abschaffung der Witwenrente gefordert, da sie seiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß sei, weil Frauen sich heute selbst versorgen könnten. Die Witwenrente koste die deutsche Rentenkasse "fast 50 Milliarden Euro" im Jahr, das sei ein Achtel der Gesamtausgaben, erklärte der Wirtschaftsweise seine Forderung weiter.
Neben Mütterrente sieht Grimm Potenziale und kritisiert Agenda
Während die Forderung nach einem Aus der Mütterrente und die Reform der Witwenrente immer wieder von den Wirtschaftsweisen deutlich gemacht wird, sieht Grimm auch bei der Gesundheitsreform noch Potenziale. Besonders eine Krankenhausreform steht bei der Ökonomin im Mittelpunkt, ohne aber genauere Details zu nennen, wo sie mögliche Einsparungen sieht.
Allerdings machte Grimm im Interview mit dem RND auch deutlich, dass es weiterhin an einigen Stellen hakt. "Eine Konsolidierung des Haushalts ist noch keine Wachstumsagenda", sagte sie und bemängelte, dass ihrer Ansicht nach die Reformen mit Blick auf das Wachstum teils sogar in die falsche Richtung gingen. "Der Bundeshaushalt läuft aus dem Ruder. Nachhaltiges – also von der Privatwirtschaft getragenes – Wachstum ist nicht in Sicht." Das gehe massiv auf Kosten der jungen Generation, bemängelte die Ökonomin weiter.
Wirtschaftsweise Grimm kritisiert Kanzler Merz
Eine zusätzliche Kritik hat Grimm auch für den Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Denn im Hinblick auf seine jüngsten Aussagen zur Lage in Deutschland warnte die Ökonomin, bestehende Schwierigkeiten kleinzureden. "Ich halte wenig davon, die Probleme zu ignorieren und einfach nur positiver zu denken. Da sind wir auf dem falschen Dampfer", mahnte die Wirtschaftsexpertin beim "RND".
Sie nahm damit Bezug auf Merz’ Aussage, man müsse den weit verbreiteten Missmut abschütteln.